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Internet- und Tech-Pioniere plädieren für Erhalt der Netzneutralität in den USA

| Redakteur: Sebastian Gerstl

Eine eindrucksvolle Reihe an frühen Internet-Pioniere und -Technologen, darunter Steve Wozniak, Tim Berners Lee und Vint Cerf, hat einen offenen Brief an den US-Kongress veröffentlicht. In ihm fordern sie, die anstehende Abstimmung der FCC über eine mögliche Abschaffung der Netznneutralität sofort zu stoppen.

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Apple-Mitgründer Steve Wozniak (links), die Internet-Pioniere Tim Berners-Lee (Mitte) und Vint Cerf (rechts) sprechen sich in einem offenen Brief zusammen mit 18 weiteren Pionieren der Computer- und Internet-Ära gegen die geplante Abschaffung der Netzneutralität in den USA aus.
Apple-Mitgründer Steve Wozniak (links), die Internet-Pioniere Tim Berners-Lee (Mitte) und Vint Cerf (rechts) sprechen sich in einem offenen Brief zusammen mit 18 weiteren Pionieren der Computer- und Internet-Ära gegen die geplante Abschaffung der Netzneutralität in den USA aus.
(Bild: Collage, Bildcredit siehe Bildergallerie)

In einem offenen Brief mit dem Titel "Sie wissen nicht, wie das Internet funktioniert" haben sich 21 Internet-Pioniere für die weitere Gleichberechtigung von Daten im Netz ausgesprochen. In diesem appellieren die Technologien an dien US-Kongress, die von der Telekommunikationsaufsicht FCC für Donnerstag geplante Abstimmung zur Abschaffung der Netzneutralität abzusagen.

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Zu den Unterzeichnern unter anderem neben dem Apple-Mitgründer Steve Wozniak zwei maßgebliche Entwickler dessen, was wir heute als internet verstehen: World-Wide-Web-Erfinder Tim Berners-Lee und Vint Cerf, der häufig auch als "Vater des Internets" bezeichnet wird.

Der Grundsatz der Netzneutralität besagt, dass alle Daten gleich behandelt werden müssen. So ist es Netzbetreibern wie AT&T, Verizon oder Comcast untersagt, bestimmten Datenverkehr zu blockieren oder zu verlangsamen, um anderen Inhalten Vorrang im Netz zu geben. FCC-Chef Ajit Pai verspricht höhere Investitionen in die Telekom-Infrastruktur durch die Lockerung der Regulierung. Internet-Firmen warnen dagegen vor einer Verzerrung des Wettbewerbs, wenn Netzbetreiber kostenpflichtige Überholspuren einführen sollten.

Der Vorschlag der FCC basiere auf einem fehlerhaften Verständnis von Internet-Technologie, so die Autoren des Briefes. Der übereilte und technisch falsche Vorschlag zur Abschaffung der Netzneutralität sei eine unmittelbare Bedrohung für das Internet.

Die Gruppe sieht sich nicht nur selbst in der Rolle der Warner: Insgesamt mehr als 23 Millionen Kommentare aus der US-Bevölkerung hätten versucht, sich bei der FCC Gehör zu verschaffen, um die Netzneutralität zu bewahren, heißt es in dem Brief. Die Autoren erhoffen sich nun, dass Mitglieder verschiedener Unterausschüsse für Kommunikation und Technologie des Hauses und des Senats die Abstimmung annullieren können.

Einige US-Senatoren haben bereits versucht, die Abstimmung auf Grund von Bedenken über Bots und falschen öffentlichen Kommentare an die FCC zu verzögern.

Die Gruppe der Technologen warnt davor, dass die Pläne, "den Schutz der Netzneutralität ersatzlos abzuschaffen, eine unmittelbare Bedrohung für das Internet darstellen, für das wir so hart gearbeitet haben. Sie sollten gestoppt werden."

(ID:45054534)