Internet per Licht: EU-Konsortium entwickelt Anwendungen für alle

| Redakteur: Hendrik Härter

Daten preiswert und schnell per Licht übertragen: Ein EU-Konsortium aus verschiedenen Unternehmen und Organisationen will Produkte für den Massenmarkt entwickeln.
Daten preiswert und schnell per Licht übertragen: Ein EU-Konsortium aus verschiedenen Unternehmen und Organisationen will Produkte für den Massenmarkt entwickeln. (Bild: gemeinfrei / Pixabay)

Daten in großen Mengen nicht nur über Funkfrequenzen übertragen, sondern störungsfrei per Licht: Ein EU-Konsortium bildet die komplette Wertschöpfungskette ab und entwickelt Produkte für den Massenmarkt.

Die Industrie setzt große Hoffnungen auf eine preiswerte Datenübertragung. Gestiegen sind vor allem die Anforderungen an Datenraten, Zuverlässigkeit und Latenz, die einher mit der vernetzen Industrie gehen. Stichwort ist IoT. Mit den steigenden Bedarf an Übertragungsfrequenzen stellt sich die Frage: Was lässt sich neben Mobilfunk und WiFi einsetzen? Licht spielt bei der Übertragung von Daten eine wichtige Rolle. Allerdings existieren, anders als bei den Mobilfunkfrequenzen und WiFi, keine einheitlichen Standards. Erst kürzlich haben sich elf Unternehmen und Forschungsreinrichtungen zur Light Communications Alliance (LCA) zusammengeschlossen.

Auch auf EU-Ebene soll das sogenannte Internet per Licht (LiFi) jetzt forciert werden. Dazu wurde ein Konsortium aus Unternehmen und Partnern aus der Wissenschaft gegründet, das im dreijährigen Projekt ELIoT (Enhance Lighting for the Internet of Things) Produkte für den Massenmarkt für das Internet der Dinge auf Basis von LiFi entwickeln will. Das Projekt ELIoT begann 2019 aus dem größten Forschungs- und Innovationsprogramm der EU, Horizon 2020. Mit dem Programm sollen Ideen aus dem Labor zur Marktreife gebracht werden. ELIoT erhält sechs Mio. Euro Förderung von der öffentlich-privaten Partnerschaft Photonics21. Zu den Partnern zählen Signify (ehemals Philips Lighting), Nokia, MaxLinear, Deutsche Telekom, KPN, Weidmüller, LightBee, die Universität Oxford, die Technische Universität Eindhoven und die beiden Fraunhofer-Institute Heinrich-Hertz-Institut HHI und FOKUS. Weitere Unternehmen werden in Kürze als assoziierte Partner folgen.

Daten per Licht und die Wertschöpfungskette

„Mit ELIoT haben wir ein überaus leistungsfähiges Konsortium von Unternehmen und Organisationen der europäischen Licht- und Kommunikationsindustrien etabliert. ELIoT bildet eine geschlossene Wertschöpfungskette mit Partnern ab, die von Seiten der Komponenten, Chipsätze, Systeme und Applikationen mit Forschungseinrichtungen zusammenarbeiten, um die LiFi-Technik für das IoT der Zukunft kommerziell nutzbar zu machen“, sagt Projektkoordinator Dr. Volker Jungnickel vom Fraunhofer HHI. Ein konkretes Beispiel für die Kommunikation über sichtbares Licht hatte das HHI im Rahmen eines Forschungsprojektes zusammen mit BMW präsentiert.

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