Messe „Security“ in Essen

Internet of Things 3.0 macht das Internet fit für Security-Anwendungen

| Redakteur: Franz Graser

Einbruch- und Selbstschutz sind die Spezialitäten dieses Ausstellers. Die freundliche Dame auf dem Plakat war im übrigen nicht das Empfangskomitee.
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Einbruch- und Selbstschutz sind die Spezialitäten dieses Ausstellers. Die freundliche Dame auf dem Plakat war im übrigen nicht das Empfangskomitee. (Bild: VBM-Archiv)

In der Sicherheitsbranche wird das Internet der Dinge gelebt. Intelligente Rauch- und Brandmelder, IP-basierte Videoüberwachungssysteme und Alarmanlagen sind bereits etabliert. Der nächste Evolutionsschritt sind die 4K-Auflösung bei Videokameras sowie leistungsfähige Videomanagement- und Erkennungssysteme.

Helmut Adamski, Chairman und CEO der IP500 Alliance, fand die Essener Security-Messe „wie immer sehr gut. Denn diese Plattform setzt nicht im Hinblick auf Europa den Maßstab in der Sicherheitsbranche, sondern auch weltweit. Zudem wächst das Interesse an der Sicherheitstechnik immer mehr.“

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Wer sein Hab und Gut gegen Eindringlinge schützen will, greift aber nicht mehr nur zu besseren Schlössern wie zu den Zeiten von Eduard Zimmermanns TV-Sendung „Vorsicht, Falle!“, sondern setzt auch verstärkt auf elektronische Hilfsmittel. Im vergangenen Jahr übersprang der bundesweite Umsatz für elektronische Sicherungstechnik erstmals die Drei-Milliarden-Euro-Grenze. Größter Umsatzträger ist hier die Brandmeldetechnik mit rund 1,36 Milliarden Euro Umsatz, gefolgt von der Einbruchmeldetechnik, die einen Umsatz von 673 Millionen Euro erzielte.

In der Entwicklung drahtloser Sicherheitssysteme sieht Helmut Adamski einen der wichtigsten Trends der Security, die alle zwei Jahre in Essen stattfindet: „Wireless ist ein wahnsinniger Trend. Die Wireless-Verbindung zu einem Detektor oder zu einem Wearable und die Interoperabilität – das ist das schlagende Thema.“

Die IP500 Alliance, der Adamski vorsteht, hat sich gerade diese Interoperabilität auf die Fahnen geschrieben. Anders als die Allianzen, die eigentlich nur den Interessen eines oder mehrerer Internet-Giganten dienen, geht die IP500-Allianz von den fachlichen Anforderungen der Gebäudesicherheit und des Brandschutzes aus. Die technische Lösung folgt hier den fachlichen Gegebenheiten, anstatt zu versuchen, die Plattform eines Internet-Branchenriesen auf Biegen und Brechen an die Gebäudeautomatisierung und den Brandschutz anzupassen.

Bei den Videoüberwachungssystemen haben sich inzwischen Full-HD-Kameras als Standard etabliert. Hersteller wie Samsung oder LG haben bereits Überwachungskameras mit 4K-Bildauflösung vorgestellt, Telefunken Security Systems führte anlässlich der diesjährigen Security-Messe ebenfalls ein 4K-Gerät ein, will dabei aber nicht stehen bleiben: „Unser Ziel ist es, für das Highend-Segment Kameras mit 20 oder 40 Megapixeln herauszubringen“, sagt Produktmanager Erdem Eray von Telefunken. Eine höhere Kameraauflösung biete nämlich Vorteile bei Anwendungen wie der Gesichtserkennung oder der Erfassung von Nummernschildern für die Verkehrsüberwachung.

Allerdings ist die reine Auflösung nicht das einzige Qualitätskriterium aktueller Überwachungskameras. Ein Beispiel dafür liefert der Sicherheitstechnik-Hersteller Abus, der sich bei seinen IP-Kameras mit 720p HD und Full HD darauf konzentriert, die vorhandene IP-Bandbreite möglichst effizient zu nutzen. So liegt bei Full HD (1080p) laut Hersteller die Datenübertragungsrate in der Regel unter 50 Prozent derjeniger vergleichbarer Kameras. Abus lässt dem Kunden zudem die freie Wahl, mit welchem Videomanagementsystem er die Kamera betreiben möchte.

Als weiteres wichtiges Kriterium sieht Abus die Bedienerfreundlichkeit. Eine Funkalarmzentrale müsse möglichst einfach zu bedienen sein, sagt Michael Zabler, Bereichsleiter für Marketingkommunikation. „Wenn man zu viel machen muss, wird die Anlage nicht aktiviert“, so Zabler. In Zukunft würden die Verbraucher darüber hinaus viel Wert darauf legen, die Alarmanlage per Smartphone-App zu aktivieren und zu konfigurieren.

Das ist ganz im Sinne von Helmut Adamski, dem Chairman und CEO der IP500-Allianz – auch wenn Abus der Allianz bisher nicht beigetreten ist. Für ihn bedeutet die Verknüpfung von Sicherheitsanwendungen mit dem Internet eine neue Qualität im Internet der Dinge. Das Konzept, das die Allianz auf der Security-Messe erstmals vorstellte, trug den griffigen Namen Internet of Things 3.0. Mit der Versionszahl 3.0 ist die Ergänzung des IoT um den Sicherheitsgedanken gemeint: „Sie können einen Rauchdetektor mit einer Tür oder dem Smartphone verbinden. Das 3.0 steht für diese Sicherheitsapplikationen.“

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