Arbeitssicherheit

Intelligente Schutzbrille soll Arbeitsunfälle minimieren

| Redakteur: David Franz

Elektrotechnik-Studierende der TU Darmstadt haben eine intelligente Schutzbrille entwickelt, die mit einer Sensorik ausgerüstet ist, die erkennt ob sie getragen wird.
Elektrotechnik-Studierende der TU Darmstadt haben eine intelligente Schutzbrille entwickelt, die mit einer Sensorik ausgerüstet ist, die erkennt ob sie getragen wird. (Carsten Neupert / TU Darmstadt)

Studierende des Fachbereichs Elektro- und Informationstechnik an der TU Darmstadt haben eine mit Sensorik ausgestattete Schutzbrille entwickelt, die Alarm schlägt wenn sie nicht ordnungsgemäß getragen wird. Wie die mitdenkende Brille funktioniert, lesen Sie in diesem Artikel.

Falsch oder gar nicht getragene Schutzbrillen sind die Ursache vieler Augenverletzungen. Täglich kommen diese bis zu mehrere tausende Male vor – dies besagt die Meldestatistik der Berufsgenossenschaft. Dabei sind Schutzbrillen in vielen Industriezweigen sogar arbeitsrechtlich vorgeschrieben.

Egal ob in Chemie- oder Medizinlaboren, bei der Holz, Metall- oder Kunststoffverarbeitung – Arbeitgeber müssen ihren Mitarbeitern Schutzbrillen zur Verfügung stellen. Dementsprechend ist der Arbeitgeber dafür verantwortlich, dass die Arbeitnehmer im gegebenen Falle eine Schutzbrille tragen. Da dies nicht permanent vom Arbeitgeber kontrolliert werden kann, kommt es Deutschlandweit täglich zu 2000 Augenverletzungen am Arbeitsplatz.

Häufig wird die Brille dann aber nicht ordnungsgemäß auf der Nase getragen, sei es aus Vergesslichkeit oder Bequemlichkeit, sondern landet auf der Stirn oder in der Brusttasche. Um hier Abhilfe zu schaffen, haben Studierende des Fachbereichs Elektrotechnik und Informationstechnik der TU Darmstadt eine intelligente Brille entwickelt, die ihren Tragezustand mittels Sensorik erkennt. Registriert die Brille eine Fehlnutzung, macht sie sich bemerkbar. Schutzbrillen sind in unterschiedlichen Branchen am Arbeitsplatz vorgeschrieben. Sie sollen verhindern, dass die verrichtete Arbeit zu einer Verletzung der Augen führt.

Durch das Tragen von Schutzbrillen wird die Sicherheit am Arbeitsplatze erhöht. Kern dieses Projektes ist die Entwicklung einer Schutzbrille, die eine Kommunikation zwischen Mensch und Maschine herstellt. Die Brille kann zwischen zwei Zuständen unterscheiden und stellt ein digitales Signal bereit. Dieses Signal enthält die Information, ob die Brille getragen wird. Des Weiteren soll das Signal den Anwender an das Tragen der Schutzbrille erinnern und nötigenfalls eine Maschine ausschalten.

Intelligente Schutzbrille zum Schnäppchenpreis von 25 Euro

Damit die Brille dies kann, haben die Studierenden Stefanie Birkenbach, Lukas Braisz, Jan Hinrichs, Maximos Kairlas und Timo Singer im Rahmen des Seminars „Praktische Entwicklungsmethodik“ (PEM) am Institut für Elektromechanische Konstruktionen eine ausgeklügelte Sensorik entwickelt. Diese misst die Lage der Schutzbrille sowie den Abstand der Bügel. „Der Brille selbst sieht man ihr „Innenleben“ kaum an – und auch für den Benutzer ergeben sich in Sachen Tragekomfort keine Einschränkungen“, erklärt Stefanie Birkenbach. Die Sensoren lassen sich zudem in jede beliebige Brille integrieren.

Die Kosten für die Herstellung des Prototypen beziffern die Studierenden auf rund 45 Euro. Ab einer Stückzahl von 1.000 sei ein Preis von 25 Euro realistisch. „Für unsere Forschung haben wir eine handelsübliche Brille einfach aufgerüstet – das wäre auch mit jeder anderen auf dem Markt vorhandenen Brille möglich, lohnt sich aber bei dem geringen Stückpreis von 25 Euro wohl kaum“, sagt Maximos Kairlas.

Intelligente Schutzbrille gewinnt den Cosima-Wettbewerb des VDE

Mit ihrem Projekt belegte das Team des Instituts für Elektromechanische Konstruktionen beim diesjährigen Cosima-Wettbewerb (Competition of Students in Mikrosystems Applications) des VDE, Verband der Elektrotechnik Elektronik Informatik e.V., den ersten Platz. Der Wettbewerb fand im Rahmen des Mikrosystemtechnik-Kongresses in Aachen statt. Mit dem Sieg beim nationalen Wettbewerb qualifizierte sich das Team zur Teilnahme am internationalen iCan (International Contest of Applications in Nano-Micro Technology) der im Sommer 2014 in Japan ausgetragen wird.

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