Fälschungssicherheit Intelligente Kennzeichnungslösungen schützen vor Produktpiraten

Redakteur: Margit Kuther

Fälscher machen selbst vor technologisch hochwertigen Produkten nicht halt. Aus diesem Grund verwendet der Geschäftsbereich Automotive Aftermarket von Bosch das KeySecure-Siegel von Schreiner ProSecure. Diese Lösung kombiniert Manipulationsschutz, Fälschungsschutz und Rückverfolgbarkeit.

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10% des gesamten Welthandelsvolumens werden Schätzungen der Internationalen Handelskammer zufolge mit gefälschten Produkten erzielt. Allein hierzulande, so die deutsche IHK, gehen dadurch jährlich rund 70.000 Arbeitsplätze verloren. Abhilfe schaffen spezielle Sicherheitskonzepte wie Hologramme und im Label integrierte Zahlenschlüssel, wie sie etwa Schreiner ProSecure mit Bosch Automotive Aftermarket entwickelt hat.

Produktpiraterie beschränkt sich nicht mehr auf klassische Markenartikel wie Textilien oder Uhren. Ins Visier der Fälscher geraten verstärkt Unternehmen aus der Automobilindustrie sowie Maschinen- und Anlagenbauer. Doch es gibt Technologien und Sicherheitskonzepte, um sich effektiv vor Produktpiraterie schützen zu können. Welche das sind, erfährt die ELEKTRONIKPRAXIS im Gespräch mit Thomas Völcker, Marketing- und Vertriebsleiter Schreiner ProSecure am Beispiel der Robert Bosch GmbH, Geschäftsbereich Automotive Aftermarket.

ELEKTRONIKPRAXIS: Herr Völcker, beschreiben Sie bitte kurz das Problem der Produktpiraterie!

Thomas Völcker: Markenpiraterie, Grauhandel und Plagiate wachsen mit der Globalisierung. Die globale Verflechtung der Märkte, Produktionsverlagerungen ins Ausland und das Internet als Vertriebskanal für gefälschte Ware verschärfen zudem die Entwicklung. Von immer besseren Imitaten und illegalen Abzweigungen aus der Produktion sind Hersteller technologisch hochwertiger Produkte in besonderem Maße betroffen. Der Grund sind die vergleichsweise großen Gewinnmargen, mit denen die Originalhersteller ihre hohen Forschungs- und Entwicklungskosten refinanzieren. Sie machen das Fälschen besonders attraktiv. Gelangen die Fälschungen in den Handel, schmälern sie nicht nur den Gewinn des Originalherstellers. Durch meist mangelhafte Qualität sind sie auch eine Sicherheitsgefahr für den Endkunden, ziehen teure, wenn auch unberechtigte Produkthaftungsklagen nach sich und schädigen das Markenimage.

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Wie sollten Unternehmen das Projekt Sicherheitssystem angehen?

Markenhersteller brauchen zunächst ein umfassendes und perfekt aufeinander abgestimmtes Sicherheitssystem. Ein solches hat der Bosch Geschäftsbereich Automotive Aftermarket mit Schreiner ProSecure entwickelt.

Basis der Fälschungsschutzlösungen war eine genaue Risikoanalyse. Welche Produkte werden gefälscht? Wann und an welcher Stelle werden sie in die Liefer- oder Distributionskette eingeschleust und wer soll die Originalität überprüfen? Erst nachdem diese und weitere Fragen beantwortet waren, wurde aus dem breiten Portfolio von Kennzeichnungstechnologien sowie offenen und verborgenen Sicherheitsmerkmalen eine passgenaue Lösung zusammengestellt.

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