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Mobile World Congress Barcelona Intel verschreibt sich dem Ausbau von 5G-Netzen

| Redakteur: Sebastian Gerstl

Intel will beim Aufbau der Mobilfunk-Generation 5G eine zentrale Rolle spielen. Bei der Transformation vom PC- ins mobile Zeitalter habe der Chiphersteller viel gelernt. Mit seinen Konnektivitäts- und Cloudlösungen möchte sich Intel als Partner im Internet der Dinge etablieren.

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Messebesucher des Mobile World Congress testen die Automotive- und Vernetzungs-Demos von Intel. Der Chiphersteller hat sich auf der weltgrößten Fachmesse der Telekommunikationsindustrie dem Vorantreiben des Ausbaus von 5G-Netzen verschrieben.
Messebesucher des Mobile World Congress testen die Automotive- und Vernetzungs-Demos von Intel. Der Chiphersteller hat sich auf der weltgrößten Fachmesse der Telekommunikationsindustrie dem Vorantreiben des Ausbaus von 5G-Netzen verschrieben.
(Bild: Intel)

"Für die nächste Transformation ist es noch nicht zu spät," sagte Intel-Manager Murthy Renduchintala Pressevertretern am Dienstag in Barcelona auf dem Mobile World Congress. Der Umstieg von den heutigen LTE-Netzen zur 5G-Infrastruktur biete um ein Vielfaches mehr Gestaltungsspielraum. Auf der größten Fachmesse der Kommunikationsbranche präsentierte das Chipunternehmen eine Over-the-Air-Zusammenarbeit zwischen der hauseigenen 5G Intel Mobile Trial Platform und dem 5G Radio Prototype system des Telekommunikationspartenrs Ericsson.

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Superschnelle 5G-Netze für das Internet der Dinge und die Übertragung großer Datenmengen in Sekundenbruchteilen ist eines der großen Themen auf der Mobilfunkmesse. Derzeit arbeiten alle Beteiligten daran, erste Standards zu setzen und die Entwicklung voranzutreiben. Wie Telekom-Vorstand Timotheus Höttges am Montag sagte, soll das Netz offiziell 2020 starten. Dabei werden bestehende Netze eingebunden und intelligent angesprochen.

Die Transformation zum 5G-Netz sei nicht einfach ein Wechsel auf einen neuen Standard, sagte Renduchintala. Die Veränderung sei etwa so radikal wie die Transformation vom analogen zum digitalen Zeitalter. Künftig werden Dutzende von Milliarden Geräte im Internet der Dinge verbunden sein. Er gehe davon aus, dass künftig um ein Vielfaches mehr Maschinen miteinander kommunizieren werden als Menschen untereinander.

Für die anstehende Transformation seien jedoch Partnerschaften auch unter heutigen Konkurrenten nötig, sagte Renduchintala. "Die Menge an Chancen erfordert, zusammen zu kommen und Partnerschaften zu bilden." Eine der größeren Herausforderungen werde sein, die Nutzung der Funkspektren auch international optimal festzulegen.

Bereits auf der CES in Las Vegas vergangenen Januar präsentierte Intel seine GO Automotive 5G Platfform, bestehend aus der eingangs erwähnten 5G Mobile Trial Platform, 5G mmWave für V2X-Konnektivität sowie einem Intel XMM 7360 LTE Modem als Fallback-Lösung für 4G-Verbindungen. Intel partnert im Automotive-Bereich mit BMW, um bis 2021 selbstfahrende Fahrzeuge auf die Straße zu bringen. Hierfür sind schnelle Datenverbindungen unverzichtbar.

Auch in Bereichen wie Smart Home oder Virtual-Reality-Anwendungen käme es dringend auf bessere, schnellere Wireless-Geschwindigkeiten an, führt Intel weiter aus. Auch deshalb ist das Unternehmen sehr daran interessiert, die breite Entwicklung von 5G-Netzen mit voranzutreiben. Um einen einheitlichen Standard für 5G zu schaffen, ist Intel der 3GPP-Allianz beigetreten, zu der auch Netzbetreiber und Telekommunikationsanbieter wie AT&T, China Mobile, NTT DOCOMO, Vodafone, Ericsson, Huawei, Keysight, Nokia, Qualcomm, R&S und ZTE angehören.

Der bei Intel offiziell für das Internet der Dinge zuständige Manager wechselte erst im November 2015 vom Rivalen Qualcomm zu dem kalifornischen Chiphersteller und gilt als Mobil-Spezialist - einem Bereich, in dem sich Intel lange schwer tat, nachhaltig Fuß zu fassen. Binnen kurzer Zeit leitete der Manager, der als zweiter Mann hinter Intel-Chef Brian Krzanich gilt, bereits einige Kurskorrekturen bei dem Chipgiganten ein. Angesichts eines eit Jahren stagnierenden Desktop-PC-Markts, seit Jahrzehnten des Prozessorentwicklers Intel, wurde Anfang 2016 eine Neufokussierung des Unternehmens beschlossen. Auch wenn der PC-Bereich weiterhin der größte Geschäftsbereich bleibt, verlagert sich Intel nun zunehmend auf Geschäftsfelder wie das Internet der Dinge, Datenzentren und die Entwicklung künstlicher Intelligenzen.

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