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Intel und Micron beliefern weiterhin Huawei

| Redakteur: Julia Schmidt

Laut New York Times haben US-Chip-Hersteller wie Intel und Micron bereits Umwege gefunden, wie sie Huawei trotz der Handelssperre weiterhin beliefern können.

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Zum Launch des HUAWEI P30 Pro verhüllte Huawei den Glockenturm der Berliner Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche: Wie die New York Times berichtet, haben die US-Unternehmen Intel und Micron Umwege gefunden, Huawei weiterhin mit den nötigen Komponenten zu beliefern.
Zum Launch des HUAWEI P30 Pro verhüllte Huawei den Glockenturm der Berliner Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche: Wie die New York Times berichtet, haben die US-Unternehmen Intel und Micron Umwege gefunden, Huawei weiterhin mit den nötigen Komponenten zu beliefern.
(Bild: Huawei)

Wie die New York Times (NYT) am Dienstag berichtete, wird Huawei weiterhin von den US-Chip-Herstellern beliefert – trotz offiziellem Bann durch die US-Regierung. Die NYT beruft sich dabei auf Aussagen von Insidern. Die amerikanische Regierung hatte das chinesische Unternehmen im Mai auf eine schwarze Liste gesetzt. Damit einher gehen erhebliche Handelseinschränkungen für US-amerikanische Firmen, zudem drohen Ausreißern Sanktionen.

Seit etwa drei Wochen sollen über die genannten Umwege große Mengen von Komponenten an Huawei verkauft worden sein. Der Clou: Güter, die in Übersee produziert werden, fallen nicht generell unter die neue Regel, da sie nicht immer als „Made in USA“ gelten. Dieses Vorgehen hilft nicht nur Huawei, weiterhin seine eigenen Produkte fertigen und verkaufen zu können. Es untergräbt natürlich auch die Maßnahmen und die damit verbundene Taktik der US-Regierung, mit dem Embargo für chinesische Unternehmen zusätzlichen Druck auf die chinesische Regierung im Handelsstreit auszuüben.

Erst der Schock, dann Schlupflöcher gefunden

Im ersten Schritt hatten die amerikanischen Unternehmen aus Verunsicherung gehandelt und die Geschäfte mit Huawei auf Eis gelegt. Inzwischen hätten sich aber die Anwälte mit den Modalitäten genauer beschäftigt und herausgearbeitet, welche Komponenten nicht unter das Embargo fallen. Laut NYT könnten die Unternehmen noch bis Mitte August Huawei mit Komponenten für aktuelle Produkte beliefern.

Die US-Regierung wisse um diese Deals, sei aber noch unschlüssig, wie man darauf reagieren solle. Auf der einen Seite würde das eindeutig gegen die ursprüngliche Intention des Embargos verstoßen. Andererseits entgehen den amerikanischen Unternehmen sonst signifikante Einnahmen. Durch die Umwege würden die wirtschaftlichen Folgen abgeschwächt. Es geht um ein Gesamtvolumen von 11 Mrd. US-Dollar an Gütern, die Huawei jährlich von amerikanischen US-Technologieunternehmen bezieht. Intel und Micronas haben sich dazu bislang nicht geäußert.

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