Entwickler-Boards

Intel springt mit Galileo auf den Arduino-Zug auf

| Redakteur: Franz Graser

Das Entwickler-Board Galileo ist Arduino-kompatibel, enthält aber das Ein-Chip-System Quark X1000 von Intel. Das Quark-SoC enthält den Pentium-Befehlssatz und ist mit bis zu 400 MHz getaktet.
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Das Entwickler-Board Galileo ist Arduino-kompatibel, enthält aber das Ein-Chip-System Quark X1000 von Intel. Das Quark-SoC enthält den Pentium-Befehlssatz und ist mit bis zu 400 MHz getaktet. (Bild: Intel)

Der Prozessor-Riese Intel hat mit der Arduino LLC ein Kooperationsabkommen geschlossen. Erste Frucht der Zusammenarbeit ist das Arduino-kompatible Galileo-Board, das mit einem Quark-X1000-Prozessor von Intel ausgestattet ist.

Auf der Maker Faire in der italienischen Hauptstadt Rom verkündete Intel-CEO Brian Krzanich die Kooperation mit der Arduino LLC, die die kommerziellen Rechte an der gleichnamigen freien Hardwareplattform innehat. "Ich freue mich auf unsere Zusammenarbeit und glaube, dass sie aufregende Innovationen fördern wird", sagte der Intel-Chef.

Bei dieser Gelegenheit stellte der kalifornische Prozessorspezialist das Galileo-Entwicklerboard vor. Galileo ist Arduino-Kompatibel, enthält aber statt des bekannten Atmel-Mikrocontrollers einen mit bis zu 400 Megahertz getakteten Intel-Prozessor des Typs Quark X1000. Der Quark-Chip ist ein 32-Bit-Prozessor mit einem Prozessorkern, der den Pentium-Befehlssatz enthält.

Das Board bietet außerdem zahlreiche Anschlussmöglichkeiten: So sind unter anderem Schnittstellen für PCI Express, Ethernet, USB 2.0, UART, RS 232 sowie ein JTAG-Port für Debugging-Zwecke enthalten. Weiters kann eine SD-Karte als Speichermedium dienen, darüber hinaus sind 8 Megabyte programmierbarer Flash-Speicher vorhanden. Softwareseitig werden die Arduino-Entwicklungsumgebung sowie ein kompletter Linux-Softwarestack mitgeliefert.

Das Entwicklerboard soll Ende November lieferbar sein. Intel kündigte an, in den kommenden 18 Monaten je 50 Galileo-Boards an 1000 Universitäten auf der ganzen Welt zu verschenken, um damit Entwicklungsprojekte zu fördern. Bereits heute ist der kalifornische Hardwareriese im Gespräch mit 17 Universitäten auf sechs Kontinenten, um Curricula zu konzipieren, die auf dem Board aufbauen. Ziel ist es, die Intel-Hardware möglichst vielen Hochschullehrern und Studierenden zugänglich zu machen.

Hinter diesem Schritt steckt natürlich Kalkül. Dank preiswerter Ein-Platinen-Computer wie dem Raspberry Pi, aber auch dank des Booms von Smartphones und Tablets, hat die konkurrierende ARM-Chiparchitektur in vielen Bereichen an Boden gewonnen. Mancherorts wurde der einstige Branchenprimus Intel sogar an den Rand gedrängt. Die Intel-Aktion dient deshalb auch dazu, sich bei Entwicklern von Embedded-Lösungen wieder ins Gespräch zu bringen. Die Embedded-Prozessoren der Quark-Familie von Intel zielen gerade auf den Einsatz in Geräten des Internets der Dinge, im Bereich Wearable Computing oder Home-Automatisierung.

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