Intel kauft KI-Startup Habana Labs für 2 Milliarden US-$

| Redakteur: Sebastian Gerstl

Das auf Rechenzentren abzielende KI-Training-Systeme Gaudi ist eines der auf künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen abzielenden Produkte von Habana Labs. Nun hat Intel das isrealische Startup für 2 Millionen US-$ geschluckt, um damit unter anderem sein Nervana-Angebot zu erweitern.
Das auf Rechenzentren abzielende KI-Training-Systeme Gaudi ist eines der auf künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen abzielenden Produkte von Habana Labs. Nun hat Intel das isrealische Startup für 2 Millionen US-$ geschluckt, um damit unter anderem sein Nervana-Angebot zu erweitern. (Bild: Habana Labs)

Angesichts eines stagnierenden PC-Markts fokussiert sich Intel immer stärker auf Rechenzentren und künstliche Intelligenz. Im Zuge dieser Strategie übernimmt der Chipkonzern das israelische KI-Startup Habana Labs für 2 Mrd. US-$.

Da die PC-Verkäufe stagnieren, ist Intel zunehmend auf seine Verkäufe an Rechenzentren angewiesen. Mit der zunehmenden Zahl an IoT-Geräten und webbasierten Anwendungen wird der Bedarf an Rechenleistung aus der Cloud in Zukunft weiter wachsen. Diese Apps wiederum greifen in zunehmender Zahl auf künstliche Intelligenz zurück, beispielsweise für Funktionen wie Foto- und Spracherkennung.

Vor diesem Hintergrund hat nun Intel die Akquise des israelischen Startups Habana Labs angekündigt. Habana ist auf Lösungen spezialisiert, die auf die Arbeitsbelastung in der KI und im maschinellen Lernen ausgerichtet sind.

Zu den Hardware-Produkten Habanas zählen der auf hyperskalige Umgebungen wie Rechenzentren spezialisierte Gaudi AI Training Processor und den als Beschleunigerkarte, etwa im PCIe-Format, erhältliche Goya AI Inference Processor für Inferenz am Endgerät. Softwareseitig bietet Habana Labs eine Entwicklungs- und Ausführungsumgebung namens SynapseAI an. Diese bietet Bibliotheken und einem JIT-Compiler, um Anwender bei der Bereitstellung von Lösungen als KI-Workloads zu unterstützen, und bietet Support für diverse auf dem Markt verfügbare Frameworks wie TensorFlow oder PyTorch sowie das von Microsoft, IBM, Huawei, Qualcomm, AMD, Arm und anderen unterstützte Format Open Neural Network Exchange (ONNX).

Komplementäres, nicht konkurrierendes, KI-Angebot

Habana Labs reiht sich damit in die zahlreichen KI-Startups ein, die Intel erworben hat, um sich auf dem gerade boomenden Markt dominant zu platzieren. Habanas Angebot soll damit Intels bestehendes Portfolio an KI-Lösungen erweitern und nicht in Konkurrenz zu bereits bestehenden Angeboten stehen.

So soll Goya als Ergänzung zu Intels hauseigener, im 10-nm-Verfahren gefertigte Nervana NNP-I (Codename Spring Hill) dienen und ihr ermöglichen, hohe Arbeitslasten mit minimalen Energiemengen zu bewältigen. Gaudi wird neben Intels Nervana Neural Net L-1000 (Codename Spring Crest) platziert. Diese ist für Bilderkennungsapplikationen optimiert und hebt sich von anderen KI-Architekturen dahingehend ab, dass es keine Standard-Cache-Hierarchie gibt und ihr On-Chip-Speicher direkt von Software verwaltet wird.

„Genauer gesagt bringt Habana unser KI-Angebot für Datenzentren auf Hochtouren,“ sagte Navin Shenoy, General Manager der Intel Data Platform Group, in einer presseerklärung zur Übernahme, „mit einer leistungsstarken Prozessorfamilie [für KI--.Training] und einer standardbasierten Programmierumgebung, um sich entwickelnde KI-Workloads zu bewältigen.“

Habana, das in einer Investmentrunde im vergangenen November 75 Millionen US-$ Venture-Kapital aufgebracht hat, soll eine unabhängige Geschäftseinheit bleiben und weiterhin von ihrem derzeitigen Managementteam geleitet werden. Der Vorstandsvorsitzende Avigdor Willenz wird als Senior Adviser für die Business Unit sowie für Intel tätig sein.

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