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Intel Inside: Wird Apple im nächsten iPhone auf Qualcomm-Chips verzichten?

| Redakteur: Sebastian Gerstl

Von 2011 bis 2016 nutzte Apple für die LTE-Modems in iPhones und iPads exklusiv Qualcomm als Lieferanten - angeblich auch, weil der Chipproduzent Apple dafür bezahlt hatte. Nun soll damit komplett Schluss sein: Marktanalysten von KGI Securities, bekannt für ihre genauen Apple-bezogenen Prognosen, erwarten für das nächste iPhone-Modell eine Intel-Exklusivität.

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Nachdem Apple von 2011 bis 2016 exklusiv Qualcomm-Chips für seine LTE-Modems in iPhone-Modellen verwendet hatte, das Unternehmen unter anderem im aktuellen iPhone X seine Funkchips nun sowohl von Qualcomm als auch von Intel. Marktanalysten zufolge wird damit ab dem 2. Halbjahr 2018 auch Schluss sein: Künftig wird wohl intel exklusiver Lieferant für Apple.
Nachdem Apple von 2011 bis 2016 exklusiv Qualcomm-Chips für seine LTE-Modems in iPhone-Modellen verwendet hatte, das Unternehmen unter anderem im aktuellen iPhone X seine Funkchips nun sowohl von Qualcomm als auch von Intel. Marktanalysten zufolge wird damit ab dem 2. Halbjahr 2018 auch Schluss sein: Künftig wird wohl intel exklusiver Lieferant für Apple.
(Bild: Apple)

"Wir erwarten, dass Intel der exklusive Lieferant von Basisbandchips für neue iPhone-Modelle im zweiten Halbjahr 2018 sein wird,", sagt Ming-Chi Kuo, Wertpapieranalyst bei KGI Securities. Qualcomm werde demnach möglicherweise überhaupt keinen Anteil an den Aufträgen haben.

Das neueste Modem, das Apple für seine Smartphones nutzen kann, soll das XMM 7560 Modem sein. Dieses nutzt 4×4 MIMO-Technologie und unterstützt somit sowohl die CDMA- als auch GSM-Frequenzbänder. Das iPhone 8, das iPhone 8 Plus und das iPhone X verfügen noch über 2×2 MIMO-Technologie.

Qualcomm nahm mit dem Start des Smartphone-Booms Anfang der 2010er Jahre eine frühe Führungsposition im Bereich LTE ein. Erhöhte Entwicklungskosten und eine verstärkte SoC-Integration reduzierten die Nachfrage nach eigenständigen LTE-Modems, und Unternehmen, die zuvor 3G-Lösungen auf den Markt gebracht hatten, brachten entweder keine LTE-Produkte auf den Markt oder eroberten nicht genügend Marktanteile, um effektiv mit Qualcomm konkurrieren zu können. Intel begann seine eigenen Anstrengungen nach dem Kauf des Mobilfunkgeschäfts (Wireless Solutions 1) von Infineon. Doch das Fehlen eines integrierten Modems verletzte seine eigenen Bemühungen, Marktanteile mit der Atom-Prozessorfamilie zu gewinnen, und trug zu seinem eventuellen Rückzug aus diesem Markt bei.

Hinweise darauf, dass es Qualcomm im iPhone ersetzen könnte, könnten auch eine Verhandlungstaktik sein. Samsung und die anderen Android-Hersteller können den Markt in Stückzahlen dominieren, aber Apple hat den Löwenanteil der Gewinne. Ließe Apple Qualcomm als seinen LTE-Modem-Lieferanten fallen, könnte dies entsprechend starke Signalwirkung auf den gesamten Markt haben.

In den letzten beiden iPhone-Produktzyklen hatte Apple die Bestellungen zwischen Intel und Qualcomm aufgeteilt. Der seit über einem Jahr laufende Rechtsstreit mit Qualcomm gäbe Apple allerdings Grund genug, Qualcomm als Lieferant fallen zu lassen. Wenn Qualcomm anschließend versucht, das Geschäft zurückzubekommen, kann es davon abhängig gemacht werden, dass Qualcomm Zugeständnisse in den laufenden Klagen und Gegenklagen macht.

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