Keine Lizenzgebühr für Fertigung

Intel gibt Thunderbolt-Protokoll an Industrie frei

| Redakteur: Sebastian Gerstl

Thunderbolt bald überall? Ab 2018 wird es auch Dritherstellern möglich sein, eigene Chipsätze mit dem High-Speed-Datenübertragungsprotokoll zu fertigen, ohne Lizenzgebühren an Intel zahlen zu müssen. Intel selbst wiederum plant, Thunderbolt 3 künftig direkt in Prozessoren zu integrieren.
Thunderbolt bald überall? Ab 2018 wird es auch Dritherstellern möglich sein, eigene Chipsätze mit dem High-Speed-Datenübertragungsprotokoll zu fertigen, ohne Lizenzgebühren an Intel zahlen zu müssen. Intel selbst wiederum plant, Thunderbolt 3 künftig direkt in Prozessoren zu integrieren. (Bild: Intel)

Intel unternimmt einen erneuten Versuch, die breite Akzeptanz von Thunderbolt 3 voranzutreiben. Zum Einen plant das Unternehmen, die High-Speed-Schnittstelle fortan direkt in Prozessoren zu integrieren. Zum Anderen gibt Intel das Protokoll an die Industrie frei: Künftig können Drittanbieter ohne Lizenzgebühren eigene Thunderbolt-Chips produzieren.

Beinahe zwei Jahre ist es her, dass Intel die dritte Generation der High-Speed-Schnittstelle Thunderbolt vorstellte. Um die Reichweite der Geräte mit Thunderbolt-Unterstützung zu erhöhen, verzichtete das Unternehmen auf einen proprietären Anschluss und erfüllte mit dem Protokoll die USB-3.1-Spezifikation, so dass reguläre, abwärtskompatible USB-Geräte ebenfalls an einen Thunderbolt-3-Port mit rundem USB-C-Stecker angeschlossen werden können. Unter Thunderbolt 3 sind Datenübertragungsgeschwindigkeiten von bis zu 40 Gbps denkbar, was vor allem für hochauflösende Displays oder VR-Headsets von hoher Wichtigkeit ist. Zudem bietet der Anschluss bis zu 100W zum Laden von Geräten.

Um die breite Akzeptanz der Schnittstelle noch weiter zu forcieren, hält Intel nun zwei neue Pläne für Thunderbolt 3 bereit. Zum einen hat das Unternehmen angekündigt, ab 2018 auf Lizenzgebühren für die Fertigung von Chipsätzen nach dem Thunderbolt-Protokoll zu verzichten: Das Protokoll soll in Zukunft als gebührenfreie, nicht-exklusive Lizenz für Gerätehersteller verfügbar werden.

Bislang war Thunderbolt 3 nur in Form von Intels hauseigenen "Alpine Ridge"-Chipsätzen erhältlich. Nun erhalten auch Drittanbieter die Möglichkeit, die High-Speed-Datenschnittstelle günstig selbst zu produzieren oder in ihre Designs zu integrieren.

Darüber hinaus kündigte das Unternehmen an, künftig auch Thunderbolt 3 in Prozessoren zu integrieren. Dies spart Platz auf der Platine und reduziert den Stromverbrauch von Geräten, die sich sowohl auf Intel-Prozessorarchitektur stützen als auch das Datenprotokoll verwenden. Auch Kosten sollen hierdurch für Gerätehersteller reduziert werden, da weniger diskrete Bauteile nötig sind. Das ist das erste Mal seit Einführung von Thunderbolt im Jahr 2011, dass Intel das Protokoll direkt in CPUs packt. Welche Prozessoren mit Thunderbolt 3 ausgestattet sein werden ließ das Unternehmen allerdings bislang noch offen.

Intel verspricht sich durch diesen Schritt, dass Thunderbolt 3 in Zukunft "überall" anzutreffen sein werde, wie Chris Walker, Vizepräsident der Intel Client Computing Group, in einem Blog-Beitrag ankündigte. Sprecher von Microsoft und von Apple haben bestätigt, mit Intel hinsichtlich weiterführender Thunderbolt-3-Unterstützung enger zusammenzuarbeiten. Speziell bei Apple, von Beginn an einer der größten Unterstützer des Thunderbolt-Protokolls, wird die Entwicklung äußerst positiv aufgenommen: "Als Industrieführer bei der Umsetzung applaudieren wir Intels Bemühungen, Thunderbolt-Technik in die CPU zu integrieren und sie für den Rest der Industrie zu öffnen," gab Dan Riccio, Apple’s senior vice president of Hardware Engineering, in einem Statement bekannt.

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