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PC-Prozessoren Intel bringt dritte Generation der Core-CPUs auf den Markt

Redakteur: Franz Graser

Der kalifornische Prozessor-Primus aus Santa Clara hat eine neue Runde im CPU-Wettrüsten eröffnet. Ivy Bridge, die dritte Iteration der Core-Prozessoren, wird in 22-Nanometer-Technik gefertigt und wartet mit 3D-Prozessorstrukturen auf.

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Intels Quadcore-Prozessoren der dritten Generation basieren auf der 22-Nanometer-Fertigungstechnik und dreidimensional angeordneten Tri-Gate-Transistoren.
Intels Quadcore-Prozessoren der dritten Generation basieren auf der 22-Nanometer-Fertigungstechnik und dreidimensional angeordneten Tri-Gate-Transistoren.
(Intel)

Der Vorteil der Tri-Gate-Architektur liegt darin, dass die Transistoren im Vergleich zu konventionellen Transistoren in 32-Nanometer-Technik weniger Schaltstrom benötigen, gleichzeitig aber eine um 37 Prozent Schaltgeschwindigkeit ermöglichen. (Die ELEKTRONIKPRAXIS berichtete). Gleichzeitig kann Intel dank der konzentrierten Fertigungstechnik aus einem Wafer mehr Chips herausholen und verkaufen.

Als Verkaufsargument für die aktuelle Prozessorgeneration führt Intel hauptsächlich den Leistungszuwachs ins Feld, der sich auf breiter Front auswirken soll: Sowohl Spieleenthusiasten, bei denen die Rechenleistung im Vordergrund steht, als auch Hersteller von ultradünnen Notebooks sowie Anwender von Industriesystemen sollen gleichermaßen profitieren.

Der interne Name für die Prozessorgeneration lautet Ivy Bridge. Intel feiert diese Prozessorengeneration als besonderen Durchbruch, weil der Chiphersteller sich selbst bei seiner Tick-Tack-Strategie ein Stück weit überholen konnte. Bisher hielten sich die Kalifornier an die Maxime, in einem Modelljahr den Herstellungsprozess zu modifizieren (Intel bezeichnet das als Tick) und im darauffolgenden Jahr die Prozessorarchitektur zu verändern (was im Intel-Sprech als Tack bezeichnet wird). Da im laufenden Jahr der Schritt hin zum 22-Nanometer-Prozess vollzogen und die Tri-Gate-Technik eingeführt wurde, spricht Intel von "Tick plus". Der Leistungszuwachs, den dieses "Tick plus" erlaube, sei nur möglich, weil Intel seine Chips nicht nur entwerfe, sondern auch selber herstelle – was als Seitenhieb auf den Konkurrenten ARM gewertet werden kann, der die Chips zwar entwirft, aber nicht selbst fertigt,

Erste Benchmark-Tests, die von Onlinediensten vorgenommen wurden, zeigen, dass die Rechenleistung der CPUs gegenüber der Vorgänger-Generation (Sandy Bridge) moderat gewachsen ist, die Grafikleistung jedoch stark zugenommen hat. Die Top-Modelle enthalten die Intel-Grafikeinheit HD 4000 und enteilen damit ihren Vorgängern. Enthielten die Sandy-Bridge-Prozessoren nich 1,1 Milliarden Transistoren, so finden sich nun auf den Ivy-Bridge-Chips 1,4 Milliarden. Der Löwenanteil dieser 300 Millionen zusätzlichen Transistoren kam der Grafikeinheit zugute.

Verglichen mit der Vorgänger-Generation ist auch der Energiehunger der Intel-Prozessoren etwas gezähmt worden. Die Top-Modelle der Ivy-Bridge-Generation sind für eine maximale Leistungsaufnahme von 77 Watt ausgelegt, bei Sandy Bridge lag dieser Wert noch bei 95 Watt.

Die Nomenklatur mit der Aufteilung in die Leistungsklassen Pentiun, Core i3, i5 und i7 bleibt auch bei der aktuellen Prozessorgeneration bestehen. Die Grafikeinheit HD 4000 ist jedoch nur fester Bestandteil bei der Chip-Oberklasse i7. Lediglich bestimmte Chips der Modellreihen i3 und i5 verfügen ebenfalls über diesen Grafikbaustein.

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