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Markt Innovationsoffensive bei Kameras

| Redakteur: Gerd Kucera

Noch nie war der Markt für industrielle Bildverarbeitungskameras so vielfältig und innovativ wie derzeit. Immer mehr Anbieter von beispielsweise Gigabit-Ethernet-, Smart- und Highspeed-Kameras

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Ulf Weißer, SVS-Vistek: „Mehr Leistung auf weniger Platz – mit der svs1020 ist das möglich.“
Ulf Weißer, SVS-Vistek: „Mehr Leistung auf weniger Platz – mit der svs1020 ist das möglich.“
( Archiv: Vogel Business Media )

Noch nie war der Markt für industrielle Bildverarbeitungskameras so vielfältig und innovativ wie derzeit. Immer mehr Anbieter von beispielsweise Gigabit-Ethernet-, Smart- und Highspeed-Kameras kämpfen um die Gunst der Anwender. Jüngste Entwicklungsfortschritte bei der Kameraelektronik und insbesondere auch bei den Sensorelementen machen das möglich. Erstmals gibt es sogar ein Modell mit elektronischer Signatur.

„Gut 70 Prozent ihres Komponentenumsatzes machte im vergangenen Jahr die bundesdeutsche Bildverarbeitungsbranche mit Kameras und Smart-Kameras“, weiß Dr. Dietmar Ley, Vorstandsvorsitzender der Fachabteilung Industrielle Bildverarbeitung im VDMA, aufgrund einer deutschlandweiten Marktbefragung. Und auf der Branchenleitmesse VISION 2006 (7. - 9. November), die übrigens zum letzenmals auf dem Stuttgarter Killesberg stattfindet, kündigt sich eine wahre Innovationsoffensive an. Basler Vision Technologies beispielsweise präsentiert gleich 38 neue Scout- und Pioneer-Kameramodelle als Europapremiere. „Hochwertige CCD-Sensoren mit einer Vielzahl von Standardauflösungen von VGA bis fünf Megapixel stehen zur Auswahl“, informiert Henning Tiarks, Produktmanager Vision Components der Basler Vision Technologies AG, „unsere Scout-Serie wird den Trend zu digitalen Kameras weiter forcieren und viele Analoganwender können sich von der Überlegenheit der Digitaltechnik überzeugen.“

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Leutron Vision, renommierter Hersteller von Frame-Grabbern, ist erst vor einigen Monaten mit der Modellserie PicSight frisch ins Kamerageschäft eingestiegen und hat 28 unterschiedliche Kameras gleichzeitig entwickelt. „Das bringe große Vorteile“, verrät Mathias Leumann, CEO der Leutron Vision AG, „wir konnten so die Hard- und Softwarearchitektur wesentlich besser durchdenken, Betriebsmodi vereinheitlichen und die verwendeten Komponenten minimieren.“ Mit moderner Technik ist das schweizer Unternehmen auch gleich auf den Gigabit-Ethernet-Vision-Zug aufgesprungen. Und Leutron Vision wird auf der Fachmesse Kamerasysteme präsentieren, die zusätzlich zum GigE-Standard (GigE) auch den GenICam-Standard berücksichtigen. „Dadurch gewinnt der OEM-Anwender hohe Flexibilität und kann schnell auf Änderungen und Kundenwünsche eingehen, ohne nennenswerte Softwareanpassung und ohne großen Kosten- und Zeitaufwand“, versichert Meinrad Simnacher, Geschäftsführer der deutschen Tochter Leutron Vision GmbH.

Die Mikrotron GmbH zeigt auf der VISION 2006 ihre MC132x-Serie, eine neue Generation intelligenter Highspeed-Kameras mit GigE-Schnittstelle. „Einsatzbereich und Flexibilität der MC132x-Serie vergrößern sich gegenüber bisher gebräuchlichen Vision-Standards erheblich“, betont Mikrotron-Vertriebsleiter Roland Hacker, „ihr Anschluss über Standardnetzwerke ohne Notwendigkeit spezieller Schnittstellenkarten oder Frame-Grabber sowie eine kostengünstige Verkabelung über eine Distanz bis 100 Metern sprechen eine deutliche Sprache.“

Neben dem Ansturm auf Gig-E-Kameras wird in Stuttgart auch das Thema Kameras mit bildvorverarbeitender Intelligenz im Rampenlicht stehen, die schon in den letzten Jahren besonderen Zuspruch gefunden haben. Das bestätigt denn auch Dr. Dietmar Ley: „Smart-Kameras, bei denen die gesamte Systemfunktionalität in einem kompakten Gehäuse integriert ist, gewinnen an Bedeutung. Diese Sparte hat laut VDMA-Marktbefragung um 23% gegenüber dem Vorjahr zugelegt und einen Anteil am Komponentenumsatz von 15% eingenommen.“

Zu den Smart-Kamera-Pionieren gehört die Vision Components GmbH, die in wenigen Wochen eine Reihe neu entwickelter intelligenter Kamerasysteme ausstellt. Etwa die VC4472 , eine Smart-Kamera auch für anspruchsvolle Aufgaben mit 1 1/8“-CCD-Sensor und 1600 x 1200 Pixeln Auflösung bei einer Bildrate von 10 fps (mit Binning 20 fps). „Aufgrund ihres integrierten digitalen Signalprozessors mit einer Taktrate von 1 GHz gehört sie zu den leistungsfähigsten intelligenten Kameras auf dem Markt“, konstatiert Najlaa Hussein, Marketingleiterin bei Vision Components, „desweiteren zeigen wir eine neue Zeilenkamera namens VC4002L, die aufgrund ihres 400-MHz-Prozessors eine Rechenleistung von 3200 MIPS besitzt.“ Auch von MaxxVision kommt ein Highlight in der Sparte der intelligenten Kameras. „Mit der Einführung der XCI-V3 in VGA-Auflösung ergänzen wir das Smart Camera Line-up von Sony am unteren Ende“, sagt Sayed Soliman, CEO von MaxxVision. Die Kamera ist sowohl Windows XPe- als auch Linux-kompatibel.

Damit Kameras auch noch in winzige Nischen passen, werden sie immer kompakter. Die SVS-Vistek GmbH wird auf der VISION 2006 ein neues Modell namens svs1020 der SVCam-Kamerafamilie vorstellen. Mit einer Auflösung von 1 Megapixel und 71 Vollbildern /s sowie verbessertem Signal-Rausch-Verhältnis braucht sie ein nur 50 mm x 55 mm x 43 mm kleines Gehäuse. „Die hohe Bildrate bei gleichzeitig hoher Auflösung verringert in BV-Systemen die Aufnahmezeit, die der Anwender nun für seine CPU gewinnt“, meint Ulf Weißer, Geschäftsführer von SVS-Vistek, „eine GigE-Schnittstelle ist in Vorbereitung.“

Gemeinhin kann das menschliche Auge Lichtwellen bis zu 380 Nanometern (nm) wahrnehmen. Darunter liegende Strahlen ist Ultraviolettes Licht (UV), das in Röntgen- und Gammastrahlen übergeht. Die PCO AG wird auf am 7. November in Stuttgart erstmals ihre Sensicam uv vorstellen, eine Kamera, die sogar UV-Licht wahrnimmt. „Bei 254 nm hat unsere UV-empfindliche Kamera noch einen Quantenwirkungsgrad von 15 Prozent, erklärt Dr. Gerhard Holst, Entwicklungsleiter der PCO AG, „sie lässt sich selbst bei 193 nm noch erfolgreich einsetzen. Ihre Anwendung findet Sensicam uv vor allem in der Halbleiterindustrie und Meteorologie, wo der Trend zu kurzwelligen Lichtquellen geht.“

Eine außergewöhnliche Entwicklung kommt von Kappa opto-electronics GmbH. „Wir sind der erste Kamerahersteller, der eine kamerainterne und damit sichere elektronische Signatur anbietet“, freut sich Dr. Rainer Vetter, Produktmanager bei Kappa, „mit dieser Signaturfunktion begegnen wir frühzeitig dem Bedarf an verlässlichen, manipulationssicheren Bilddaten. Die 12-Bit-Digitalkameraserie DX4/40S mit Megapixelauflösung bietet die Möglichkeit, Einzelbilder und zusätzliche Daten wie Mess- und Qualitätssicherungsdaten sowie Seriennummern kameraintern mit einer elektronischen Signatur zu versehen, die der Empfehlung des BSI, Bundesamt für Sicherheit, entspricht. Ob Gutachter, Gerichte, Dokumentationen der Qualitätssicherung, Regressfälle, Strafverfolgung, alle Instanzen erreichen mit der Signatur die Integrität und Authentizität der Bilddaten.“

Messe Suttgart, Tel. +49(0)711 25890

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