Inkubator für neue Geschäftsmodelle

| Autor / Redakteur: Frank-Steffen Russ * / Margit Kuther

Win-Win: EBV-Kunden mit Leading-Edge-Technologien innovativer Startups zu versorgen.
Win-Win: EBV-Kunden mit Leading-Edge-Technologien innovativer Startups zu versorgen. (Bild: gemeinfrei / CC0)

Viele Startups sind extrem kreativ. Ihnen fehlen oft jedoch der Marktzugang und die Leistungsbandbreite, um aus innovativen Geschäftsideen umsatzstarke Produkte zu machen. EBV öffnet deshalb sein EBVchip-Programm nun auch für Startups.

Innovationen entstehen durch neue Geschäftsideen. Aktuell gibt es viele innovative Startups. Um diese zu unterstützen, öffnet EBV Elektronik sein EBVchip-Programm nun auch für Startups. Das Ziel ist, EBV-Kunden mit Leading-Edge-Technologien innovativer Startups zu versorgen. Bereitgestellt werden sie als applikationsfertige EBVchips – also als Lösung von EBV. Startups profitieren vom Potenzial einer extrem schnellen Marktdurchdringung.

Das Industrial Internet of Things (IIoT) hat zu einer enormen Dynamik bei Bauelementen, Modulen und Funktionsgruppen geführt – und dies in zahlreichen vertikalen Märkten. Der Lösungsbedarf ist oft extrem komplex, da unterschiedlichste Teilfunktionen zu einer neuen Lösung zusammenzuführen sind. Eine Logik zur Anbindung ist nötig – mitunter inklusive Funktechnik-Knowhow und Logik für dezentrale Entscheidungen.

Selbstverständlich auch die analoge und digitale Logik für die eigentliche Funktionalität – und dies alles inklusive Powermanagement. Das Thema Sicherheit umfasst zudem nicht nur das Device selbst, sondern die komplette End-to-End-Kommunikation. Vom gesamten Cloud-Environment und den erforderlichen Applikationen ganz zu schweigen.

Komplexität darf keine Innovationsbremse sein

Für diese vielen verschiedenen Aufgabenbereiche – die zudem je nach Branche spezifische und zum Teil unterschiedlichste Anforderungen stellen und unterschiedliche Zulassungen und Zertifikate erfordern – entstehen immer wieder neue applikationsspezifische Chips und Module in spezifischen Funktionszuschnitten.

Die großen Halbleiterhersteller bedienen dabei selbstverständlich die attraktivsten Funktionen umfassend. Die Lösungen der Startupunternehmen sind oft innovativer und auf kommerziell verwertbare Nischen zugeschnitten. Solche jungen Startups – oftmals mit sehr erfahrenen, hochspezialisierten Gründern – wollen neue Lösungen schaffen, die man mit bislang verfügbaren COTS (Commercial off the Shelf) Komponenten nicht abbilden kann.

Neue Chips, Module sollen hierfür auf den Markt gebracht werden. Alle Hürden einer Markteinführung zu meistern, ist jedoch eine große Herausforderung. Es gibt unzählige Dinge zu entscheiden und zu organisieren, die nicht jedes Startup alleine schultern kann. Immense Investitionen in Entwicklung und Fertigung sowie in Markteinführung und -durchdringung sind zu tätigen.

Zudem muss man sich auch Zugang zu Knowhow verschaffen, das abseits der herauszubildenden Kernkompetenzen liegt, etwa bei der Systemanbindung oder IoT-Cloudanbindung. Nicht zuletzt ist auch ein langer Atem zu finanzieren, denn selbst wenn die Ideen genial sind, ist der Markt zumeist eher evolutionär als revolutionär.

Beschleuniger für Geschäftsideen gesucht

An dieser Stelle kommt es dann bei Finanzierungsrunden oft zur Frage: Auf welches Ökosystem können sie zurückgreifen? Wer sind ihre Partner? In der Fertigung, aber auch für Vertrieb und Support. Und was ist mit ihren potenziellen Kunden? Ist die Lösung, die sie für den einen Kunden entwickeln wollen auch für andere interessant? Gibt es noch weitere Anforderungen, die Kunden stellen könnten und wie wollen sie diese erfüllen?

Das sind nur einige von vielen Fragen, die Gründer oftmals überfordern, weil ihnen schlicht die Ressourcen fehlen, all diese Fragen binnen kürzester Zeit beantworten zu können. Daher suchen junge Unternehmer nicht nur Investoren für ihre Geschäftsmodelle, sondern auch Partner, die als Beschleuniger ihrer Geschäftsideen eine schnelle Markteinführung ermöglichen.

Genau hier setzt das EBVchip-Programm an. Es zielt darauf ab, all diese hohen Hürden zu beseitigen und neue COTS-Elektronik bereitzustellen, die über EBV Elektronik in den Markt getragen wird. Es prüft Ideen von Startups, evaluiert die bereits entwickelten Lösungen, analysiert das Funding des Startups und die Struktur des Managements – Technologieexperten sollten immer mit dabei sein – und bringt die erforderlichen Player zusammen, um eine starke neue Lösung am Markt zu positionieren: Einen neuen EBVchip.

Flexible Finanzierungsmodelle, verteilt auf mehrere Schultern

Finanziert werden solche EBVchips dabei nicht einheitlich nach einem üblichen Franchisekonzept. Je nach Konstellation tragen Gründer, EBV, Halbleiterhersteller und Banken vielmehr das Investment zu ganz unterschiedlichen Teilen. Natürlich sind auch Rahmenverträge mit Kunden ein probates Finanzierungsmittel. Einzig offenes Fundraising ist aktuell noch nicht angedacht; aber zukünftig vorstellbar. Zudem fehlt eine Exit-Strategie wie bei klassischen Investoren.

Ein EBV-Chip kann ein solcher bleiben, durch Halbleiterhersteller akquiriert oder später durch den Unternehmer auch wieder ausgegründet werden, wenn die Zeit reif ist. Dem jungen Unternehmen sollen die Zügel nicht aus der Hand genommen werden. Auch braucht man ja das Knowhow und den Tatendrank der Gründer.

EBV stellt Startups deshalb vielmehr einen gut ausgebauten Vertriebs- und Servicekanal bereit, der ihnen immens viel Arbeit auch bei der gesamten Fertigungs- und Supply Chain abnehmen kann. Entscheidend ist letztlich ein tragfähiges Konzept für alle – und hierfür stellt der Distributor die Manpower bereit, die erforderlich ist, um aus einer Geschäftsidee einen EBVchip zu machen.

Ist dieser einmal verfügbar, steht das gesamte Vertriebs- und Supportteam hinter der Lösung und stellt sie seinen rund 12.000 Kunden vor, die dafür in Frage kommen. „Unser Zugriff auf Kunden ist das größte Pfund, das wir beim EBVchip-Programm in die Waagschale werfen können. Dies macht uns für Startups so attraktiv“, erklärt Thomas Staudinger, SVP Sales & Demand Creation von EBV Elektronik.

Zugriff auf ein extrem leistungsfähiges Ökosystem

Vorteil für Gründer: Ein extrem starker, sehr nah am Kunden arbeitender Partner, der in der Lage ist, das Lösungsangebot mit aller Kraft im Markt vorzustellen, gegebenenfalls die Lösungsanforderung weiterer Kunden in das Produkt einzubringen und in einem universelleren Produkt zu vereinen, es zusammen mit bewährten Partnern der EBV Linecard zu fertigen und den kompletten Vertrieb und Support zu übernehmen.

Potenzielle Arbeitsfelder für einen EBVchip sind nicht auf IIoT-Projekte begrenzt. Sie ergeben sich aus der gesamten Matrix der Geschäftsfelder und haben das Ziel, Kunden noch vor allen anderen mit neuester Technologie versorgen zu können und dadurch auch selbst entscheidende Wettbewerbsvorteile zu erzielen.

Dass EBVchips schon heute nicht nur Theorie sind, sondern absatzfördernde Produkte, wurde bereits bewiesen. Geschaffen wurden diese Lösungen bislang jedoch nicht mit Startups, sondern vom Distributor in Zusammenarbeit mit mehreren Kunden, die einen vergleichbaren Bedarf hatten und deren Lösungsbedarf auf dem Halbleitermarkt bislang nicht abgedeckt wurde.

Die neuen EBVchips schufen Synergieeffekte, die allen Beteiligten bezahlbare Lösungen ermöglichten. Im IoT-Umfeld reicht das Angebot vom Prepaid-2G-Modul Heracles für globale IoT Konnektivität, über die 802.11 b/g/n basierte Cloud-on-Chip Iris bis hin zum Chip Janus für 868 MHz basierende 6LoWPAN Mesh Applikationen.

Im Smart-Grid-Bereich gibt es zudem den M-Bus-Transceiver Hermes, der vom früheren AMIS Team von On Semiconductor übernommen wurde, und das Wireless-Mbus-Modul mit OMS Stack namens Maia. Entlang der Geschäftsfeldmatrix und gepaart auch mit weiteren aufkommenden Technologien wie LPWAN sind noch viele weitere EBVchips denkbar. Interessierte Startups sind deshalb aufgerufen, ihre Ideen beim für das EBVchip-Programm zuständigen Management vorzustellen. Jeder Account Manager von EBV Elektronik kennt die hierfür erforderlichen Kanäle und Schritte.

* Frank-Steffen Russ ist Director Market Segments bei EBV Elektronik in Poing.

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