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Initiative „5G Bavaria“ gestartet

| Redakteur: Michael Eckstein

Das Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS startet eine 5G-Initiative in Bayern: „5G Bavaria“ soll den Übergang von der Forschung am neuen Mobilfunkstandard 5G in marktfähige Produkte begleiten.

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5G voran bringen: Das Fraunhofer IIS in Erlangen ist einer von mehreren Testzentren der "5G Bavaria"-Initiative.
5G voran bringen: Das Fraunhofer IIS in Erlangen ist einer von mehreren Testzentren der "5G Bavaria"-Initiative.
(Bild: Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS)

Zu 5G Bavaria zählen ein Testzentrum am Fraunhofer IIS in Erlangen und mehrere andere Testumgebungen in Bayern. Unternehmen werden nach Angaben des Fraunhofer IIS die Möglichkeit erhalten, mithilfe von Simulationen und Emulationen im Labor sowie in einer realen Mobilfunkumgebung ihre Produkte in einem 5G-Kontext umfassend zu evaluieren.

Der neue 5G-Standard soll künftig deutlich umfangreichere Funktionen bereitstellen als seine Vorgänger. Doch der Übergang von der Standardisierung in die Anwendung ist komplex, zumal zwischen der Festlegung neuer 5G-Funktionen in einem bestimmten Release und der Marktverfügbarkeit durchaus drei bis vier Jahre liegen können. In dieser Zeit ist das Erproben und Entwickeln zukunftsfähiger Kommunikationsanwendungen ohne passende Testeinrichtungen nur schwer möglich.

Mit dem neuen 5G-Testzentrum am Fraunhofer IIS in Erlangen und weiteren 5G-Testumgebungen („Testbeds“) in Bayern soll das nun einfacher werden. Das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie fördert das Vorhaben. Warum, erklärt Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger: „5G ist die Basistechnologie für die Digitalisierung und wichtig für zahlreiche Zukunftstechnologien wie Industrie 4.0, das automatisierte Fahren, eHealth oder auch für intelligente Energiesysteme.“ Hier müsse Deutschland eine Spitzenposition erreichen.

5G-Testzentrum am Fraunhofer IIS in Erlangen

Im Testzentrum würden Anwender zukünftig unkompliziert eine Beratung zur aktuellen Nutzbarkeit von 5G für ihre Anwendung erhalten, erklärt Bernhard Niemann, Projektleiter 5G am Fraunhofer IIS. „Das Testzentrum am Fraunhofer IIS soll die erste Anlaufstation für die Umsetzung geplanter 5G-Anwendungen sein.“

Am Testzentrum erfolgt die Simulation neuer Übertragungstechnologien: Um beispielsweise vorauszusagen, ob sie den Anforderungen der jeweils geplanten Anwendungen entsprechen, oder um die Leistungsfähigkeit unterschiedlicher technologischer Ansätze zu vergleichen.

Zeigt die Simulation vielversprechende Ergebnisse, ist die erste Hürde genommen. Der nächste Schritt ist die Emulation, also das Testen der Funktechnologien in Echtzeit unter möglichst realitätsnahen Bedingungen. Dazu werden reale Übertragungssituationen und -bedingungen durch spezielle Soft- und Hardware nachgebildet.

5G-Testbeds in Bayern

Ergänzend zum 5G-Testzentrum bereitet das Fraunhofer IIS den Aufbau und Betrieb eines Industrie 4.0-Testbeds in Nürnberg sowie eines Automotive Testbeds in Rosenheim vor. In Würzburg wird eine Pilotstudie für ein 5G-Satellitentestbed erstellt. Die Test- und Erprobungsumgebungen sollen dazu dienen, konkrete Anwendungsfälle der Anwender mit 5G-Technologie zu erproben.

Akteure sollen so die Möglichkeiten und Grenzen von 5G austesten können – noch das bevor 5G-Netze flächendeckend verfügbar sind. Die 5G-Testumgebungen werden dabei reale Infrastruktur wie Autobahnen und Industriehallen mit einbeziehen, um erste 5G-Anwendungen in Bayern im kleinen Maßstab zu realisieren.

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