Wirtschaft Infineon erhöht erneut Prognose

Quelle: dpa

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Auch wenn die Nachfrage nach Halbleitern in einzelnen Bereichen den Höhepunkt überschritten hat, laufen die Geschäfte bei Infineon so gut, dass der Konzern schon wieder die Prognose für das laufende Jahr erhöht. Der Auftragsbestand erklimmt dabei immer neue Rekordhöhen.

Jochen Hanebeck, Vorstandsvorsitzender der Infineon Technologies AG
Jochen Hanebeck, Vorstandsvorsitzender der Infineon Technologies AG
(Bild: www.wernerbartsch.de )

Die Geschäfte beim Halbleiterkonzern Infineon brummen. Schon zum dritten Mal in Folge hat der Konzern seine Prognose für das laufende Geschäftsjahr erhöht, wie er am Mittwoch mitteilte. Sowohl der Umsatz als auch die Marge sollen ein Stück besser als ursprünglich geplant ausfallen. Im abgelaufenen dritten Quartal war es steil nach oben gegangen. Insgesamt sieht Konzernchef Jochen Hanebeck zwar auch Risiken, die zentralen Wachstumstreiber seien aber intakt.

Konkret steigerte Infineon im dritten Geschäftsquartal von April bis Juni seinen Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 33 Prozent auf 3,6 Milliarden Euro. Der Gewinn nach Steuern wurde mehr als verdoppelt und lag bei 517 Millionen Euro.

Das neue Umsatzziel für das laufende Geschäftsjahr liegt nun bei rund 14 Milliarden Euro und damit eine halbe Milliarde höher als bisher. Rund 140 Millionen davon gehen auf das Konto des stärkeren Dollar. Die angestrebte Marge beim Segmentergebnis stieg um einen Punkt auf 23 Prozent.

Die Dynamik in Richtung E-Mobilität hält an

„In einer schwierigen Großwetterlage ist Infineon dank seines differenzierenden Portfolios weiterhin gut unterwegs“, sagt Jochen Hanebeck, Vorstandsvorsitzender von Infineon „Steigende Energiekosten, Rohstoffpreise und Zinsen, die fortdauernde Pandemie sowie geopolitische Unwägbarkeiten belasten das Wirtschaftswachstum. In einigen konsumentennahen Endmärkten entwickelte sich die Nachfrage zuletzt schwächer. Wir beobachten die Marktentwicklung genau und sind darauf vorbereitet, umgehend zu handeln. Die strukturellen Treiber Dekarbonisierung und Digitalisierung sorgen jedoch nach wie vor für hohen Halbleiterbedarf. Die globale Dynamik hin zur Elektromobilität hält an. Das Streben vieler Staaten nach unabhängiger Energieversorgung wird den Ausbau der erneuerbaren Energien weiter beschleunigen. Zudem profitieren wir von anhaltend hohen Investitionen in Kommunikationsinfrastruktur, Rechenzentren und Cloud-Computing.“

Währenddessen erklimmt der Auftragsbestand immer neue Höhen. Inzwischen ist er beim Allzeithoch von 42 Milliarden Euro angekommen – das sind 5 Milliarden mehr als nach dem zweiten Quartal und das dreifache des angepeilten Jahresumsatzes. Zwar betonte Hanebeck, dass Infineon diesen Wert sehr skeptisch behandle - angesichts des Chipmangels bestellten viele Unternehmen sehr viel mehr als sie eigentlich brauchen und längst nicht alle Aufträge sind auch bestätigt - dennoch zeigt die Zahl, wie groß die Nachfrage nach den Produkten derzeit ist.

Allerdings zeigen sich bereits erste Abwärtstendenzen. In einzelnen konsumentennahen Bereichen sinke die Nachfrage, sagte Hanebeck. Insgesamt gehe das Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage zurück. «Es scheint, dass wir uns dem Ende eines langen Aufschwungs nähern», sagte er. Zu den Erwartungen für das kommende Geschäftsjahr äußerte sich der Infineon-Chef nicht. Das steht erst im November an.

Zusammenfassung:

  • Q3 GJ 2022: Umsatz 3,618 Milliarden Euro, plus 10 Prozent gegenüber Vorquartal, plus 33 Prozent gegenüber Vorjahresquartal, Segmentergebnis 842 Millionen Euro, Segmentergebnis-Marge 23,3 Prozent, Free-Cash-Flow 440 Millionen Euro
  • Ausblick Q4 GJ 2022: Bei einem unterstellten EUR/USD-Wechselkurs von 1,05 wird ein Umsatz von rund 3,9 Milliarden Euro erwartet. Die Segment-ergebnis-Marge wird dabei voraussichtlich bei etwa 25 Prozent liegen
  • Ausblick GJ 2022: Erwarteter Umsatz von etwa 14 Milliarden Euro (zuvor 13,5 Milliarden Euro). Die Segmentergebnis-Marge wird dabei voraussichtlich mehr als 23 Prozent betragen (zuvor mehr als 22 Prozent). Die geplanten Investitionen liegen weiterhin bei etwa 2,4 Milliarden Euro. Der Free-Cash-Flow wird voraussichtlich etwa 1,4 Milliarden Euro erreichen (zuvor etwa 1,1 Milliarden Euro)
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