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Infineon erhält US-Genehmigung für Cypress-Übernahme

| Redakteur: Sebastian Gerstl

Infineon erhält von der amerikanischen Regulierungsbehörde CFIUS nun doch grünes Licht für eine Übernahme des Chipherstellers Cypress. Medienberichte hatten zuletzt gemutmaßt, dass die US-Regierung noch kurz vor Abschluss des Deals ein Veto einlegen könnte. Nun steht nur noch die Genehmigung von China aus.

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Die amerikanische Regulierungsbehörde CFIUS hat trotz zuvor gemeldeter angeblicher Bedenken nun doch grünes Licht für eine Übernahme des Chipherstellers Cypress aus den USA durch Infineon erteilt. Infineon möchte durch die Akquise in die Top Ten der größten Halbleiterhersteller weltweit aufsteigen.
Die amerikanische Regulierungsbehörde CFIUS hat trotz zuvor gemeldeter angeblicher Bedenken nun doch grünes Licht für eine Übernahme des Chipherstellers Cypress aus den USA durch Infineon erteilt. Infineon möchte durch die Akquise in die Top Ten der größten Halbleiterhersteller weltweit aufsteigen.
(Bild: Infineon)

Der Chiphersteller Infineon hat bei der geplanten rund neun Milliarden Euro schweren Übernahme des US-Konkurrenten Cypress Semiconductor eine wichtige Hürde genommen. Die US-Behörde Committee on Foreign Investment in the United States (CFIUS) habe die Transaktion genehmigt, teilte Infineon am Dienstag in München mit. Die Kartellbehörden der EU hatten ihre Genehmigung bereits vergangenen Oktober erteilt.

In den vergangenen Tagen schien die Freigabe der Regulierungsbehörde noch in der Schwebe zu hängen. Der Nachrichtendienst Bloomberg hatte unter Berufung auf interne Quellen gemeldet, dass CFIUS wegen Bedenken bezüglich der nationalen Sicherheit US-Präsident Donald Trump davor gewarnt hatte, die geplante Übernahme zu genehmigen. Aufgrund ähnlicher Bedenken war 2017 bereits die geplante Übernahme des Siliziumkarbid- und Galliumnitrid-Spezialisten Wolfspeed gescheitert.

Freigabe der chinesischen Regulierungsbehörde steht noch aus

Weiter offen sei die chinesische Freigabe. „Der Abschluss der Übernahme unterliegt weiterhin der Genehmigung durch die Staatliche Verwaltung für Marktregulierung Chinas (State Administration for Market Regulation, SAMR) und weiteren allgemein üblichen Abschlussbedingungen im Rahmen der Übernahmevereinbarung,“ meldet Infineon in einer Stellungnahme zum aktuellen Stand des geplanten Akquiseabschlusses.

Der Dax-Konzern aus Neubiberg bei München, der aktuell die Schwäche der Autoindustrie und die sich eintrübende Weltwirtschaft zu spüren bekommt, will mit der Cypress-Übernahme in die Top Ten der Halbleiterhersteller weltweit aufsteigen. Bei Chips für die Autoindustrie sieht Konzernchef Reinhard Ploss Infineon durch den Zukauf sogar als künftige Nummer eins.

Durch die Akquisition will Infineon auch ein deutlich stärkeres Standbein in den USA bekommen. Das Unternehmen setzt ebenfalls große Hoffnungen in die „Connectivity“-Komponenten von Cypress.

Bei Infineon-Hauptversammlung vergangenen Februar hatten sich Infineon-Anteilseigner allerdings skeptisch gegenüber der Cypress-Übernahme gezeigt. Einige Aktionäre halten den Kaufpreis für den US-amerikanischen Wettbewerber für unangemessen hoch. Markus Golinski von Union Investment bezeichnete den geplanten Deal gar als „riskante Wette“.

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