Infineon entwickelt Edge-Computing-Anwendungen für Amazon Web Services

| Redakteur: Michael Eckstein

Offen für Verbindungen: Das Connectivity Kit WiFi der XMC4800-Produktfamilie von Infineon läuft auf AWS.
Offen für Verbindungen: Das Connectivity Kit WiFi der XMC4800-Produktfamilie von Infineon läuft auf AWS. (Bild: Infineon)

Mit seiner „AWS IoT“-Plattform ermöglicht Digital-Riese Amazon das Verknüpfen von Sensoren, Geräten und Cloud-Anwendungen zu einem Maschinennetz. Infineon kombiniert die AWS-Services nun mit seiner Expertise auf den Gebieten Sensoren, hardwarebasierte Sicherheit und Mikrocontroller und entwickelt eigene Edge-Computing-Anwendungen.

Die Heizung von unterwegs einschalten, Einkäufe per digitalem Assistenten bequem vom Sofa aus erledigen und dank feinfühliger Sensoren im Heim wohlfühlen: Smart-Home-Anwendungen nutzen immer mehr Geräte, die per Cloud vernetzt sind. Der Schutz gegen Manipulation und Cyber-Attacken spielt dabei eine zentrale Rolle. Hier will Infineon mit eigenen Edge-Computing-Anwendungen punkten, die mit den Amazon Web Services zusammenarbeiten.

„Wir kombinieren modernste Sensoren, hardwarebasierte Sicherheit und Mikrocontroller von Infineon mit den Technologien und Services von AWS“, sagt Sandro Cerato, Chief Technology Officer der Division Power Management & Multimarket von Infineon. Ziel sei es, den Kunden noch mehr Möglichkeiten für das Gestalten eines smarten Lebensumfelds zu bieten. Dabei setzt das Unternehmen verstärkt auf künstliche Intelligenz: KI- und Maschinenlernalgorithmen würden Anwendungsfälle von der reinen Bewegungserkennung bis zur Situationserkennung abdecken. „Infineon unterstützt das Entwickeln solcher Anwendungen mit einer gesicherten Cloud-Anbindung“, erklärt Cerato.

Amazon FreeRTOS auf Infineon-Mikrocontrollern

Als Hardware-Basis setzt Infineon auf seine 32-Bit-Mikrocontroller aus der XMC4000-Familie. Diese würden jetzt Amazon FreeRTOS unterstützen. Mit diesem Mikrocontroller-Betriebssystem sollen sich kleine, stromsparende Edge-Geräte einfach programmieren, bereitstellen, sichern, vernetzen und verwalten lassen. „Mit der XMC4800-Serie hat Infineon die Chance, einer der ersten Anbieter auf dem Markt zu sein, der AWS FreeRTOS in Kombination mit ETHERCAT-Funktionen anbietet“, sagte Ralf Koedel, Product Marketing Director Automotive & Industrial Mikrocontroller bei Infineon.

Die XMC4800-Chips basieren laut Infineon auf Cortex-M4F-Mikrocontrollern von ARM. Sie verfügen über bis zu sechs Anschlüsse für Standard-CAN und Ethercat, mit denen sich beispielsweise IoT-Gateway-Anwendungen realisieren lassen. Hinzu kommen zahlreiche weitere Peripheriemodule mit einem Formfaktor, der mit Arduino und Click Boards für Arduino kompatibel ist. Die Kombination mit der AWS Greengrass-Software soll es Entwicklern ermöglichen, die Cloud-Fähigkeit von AWS einfach zu entwickeln und zu nutzen.

Sicherheit ist wichtiger Erfolgsfaktor für IoT-Anwendungen

Nach Ansicht von Cerato gehören hardwarebasierte Sicherheitslösungen und branchenführende Sensortechnologien zu den wichtigsten Erfolgsfaktoren des IoT. Ihr intelligentes Zusammenspiel eröffne zahlreiche neue Möglichkeiten für Edge-Computing-basierte Anwendungen für den Verbraucher und Industrie. Aber: „Eine sichere Vernetzung von Geräten verschiedener Hersteller – sowohl lokal als auch an die Cloud – ist für die Kunden entscheidend, damit sie das Angebot vernetzter Services überhaupt nutzen“, sagt der Infineon-Manager. Daher hätte das Unternehmen beispielsweise Radar, Drucksensoren und MEMS-Mikrofone aus der Xensiv-Familie mit hauseigenen Optiga-Hardware-Sicherheitslösungen kombiniert.

Nach Angaben des Unternehmens ermöglicht die Optiga-Plug-in-Lösung das berührungslose Bereitstellen von Geräten, die mit einer AWS-Anwendung verknüpft sind. Die Kommunikation mit der Cloud würde sicher verschlüsselt erfolgen. Von Infineon unterstützte, auf AWS laufende Lösungen für Energie- und Lichtmanagement sowie für das Gesundheitswesen und den Betrieb von Gebäuden „verbessern die Lebensqualität und senken die Kosten“, ist Cerato überzeugt.

Als Beispiel für ein mit AWS interagierendes Produkt führt er das Connectivity-Kit WiFi der XMC4800-Familie an. Diese Entwicklungsplattform bringe „völlig neue Möglichkeiten der Interaktion auf Grundlage von Edge-Computing-Services in den Anwendungen der Kunden hervor“. Hierzu würden WiFi-Konnektivität und Ethercat gehören.

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