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Industrie zuversichtlich – Maschinenbau weiterhin verhalten

| Redakteur: Melanie Krauß

Die deutsche Industrie erwartet in den kommenden drei Monaten insgesamt eine Zunahme ihrer Produktion. Allerdings sind nicht alle Branchen so optimistisch gestimmt. Während bundesweit die Kurzarbeiterzahlen rückläufig sind, steigen sie im Maschinenbau und der Elektrobranche weiter an.

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In den nächsten drei Monaten rechnet die Mehrheit der Unternehmen im Maschinenbau nicht mit einer Ausweitung der Produktion.
In den nächsten drei Monaten rechnet die Mehrheit der Unternehmen im Maschinenbau nicht mit einer Ausweitung der Produktion.
(Bild: ©Kadmy - stock.adobe.com)

Die Stimmung in der Industrie hat sich im Juni das zweite Mal in Folge verbessert. Der Ifo-Produktionsindikator stieg auf plus 4,3 Punkte, nach minus 19,5 im Mai. Das ist der zweitgrößte Anstieg dieses Indikators seit der Wiedervereinigung. Erstmals nach drei Monaten überwiegt also der Anteil an Unternehmen, die ihre Produktion ausweiten wollen.

Im Juni gab es in der deutschen Industrie den zweitgrößten Anstieg der Produktionserwartungen seit der Wiedervereinigung.
Im Juni gab es in der deutschen Industrie den zweitgrößten Anstieg der Produktionserwartungen seit der Wiedervereinigung.
(Bild: Ifo-Institut)

Insbesondere in der Autoindustrie herrscht Aufbruchstimmung. Der Index sprang auf plus 50 Punkte, nach plus 24 Punkten im Mai. Bei den Maschinenbauern bleibt die Stimmung jedoch verhalten. Die Mehrheit der befragten Unternehmen rechnet nicht mit einer Ausweitung der Produktion in den nächsten drei Monaten. Der Produktionsindex stieg im Juni auf minus 26 Punkte, nach minus 33 im Mai. In der Metallerzeugung und -bearbeitung stieg der Index auf minus 20 Punkte, nach minus 36 im Mai.

Entwicklungen in weiteren Industriezweigen

Der Index stieg bei den Produzenten von Holz- und Flechtwaren auf minus 16 Punkte im Juni, bei den Herstellern von Computern auf minus 15 und in der Textilindustrie auf minus 13. Bei den Herstellern von Metallerzeugnissen und elektrischen Ausrüstungen stieg der Index jeweils auf minus 8 Punkte, bei den Herstellern von Glaswaren auf minus 3 und in der Papierindustrie auf minus 2.

Bei den Getränkeherstellern hat sich die Stimmung deutlich verbessert. Der Index stieg im Juni auf plus 19 Punkte, nach minus 24 Punkten im Mai. Das ist ein enormer Sprung von 43 Punkten im Vergleich zum Vormonat. Größere Anstiege verzeichneten nur die Hersteller von Gummi- und Kunststoffwaren auf plus 9 Punkte, nach minus 36 im Mai, und die Bekleidungsindustrie auf minus 33 Punkte, nach minus 84.

Die Nahrungsmittelindustrie erwartet eine Ausweitung der Produktion. Der Indikator stieg auf plus 18 Punkte, nach minus 3. Auch bei den Herstellern von Möbeln und von Pharmazieprodukten erwartete der überwiegende Anteil der Befragten, die Produktion auszuweiten: jeweils plus 11 Punkte im Juni. Bei den Chemieunternehmen stieg der Indikator im Juni auf plus 9 Punkte, nach minus 17 im Mai, bei den Herstellern von Druckerzeugnissen auf plus 8 Punkte und bei den Lederwarenproduzenten auf 0 Punkte, nach minus 29 im Mai.

Deutschlandweit im Schnitt weniger Kurzarbeit – aber nicht in der Industrie

Besonders in der Autoindustrie herrscht wieder eine deutlich positivere Stimmung.
Besonders in der Autoindustrie herrscht wieder eine deutlich positivere Stimmung.
(Bild: Ifo-Institut)

Gleichzeitig sinkt die Zahl der Kurzarbeiter in Deutschland laut Ifo-Institut wieder – nicht jedoch im Maschinenbau und in der Industrie allgemein. Im Maschinenbau nahm die Zahl an Kurzarbeitern von 316.000 auf 354.000 zu, der Anteil wuchs von 29 auf 33 %. Das haben exklusive Berechnungen und Schätzungen des Ifo-Instituts auf Basis der Konjunkturumfrage ergeben.

Insgesamt befanden sich in Deutschland im Juni 6,7 Mio. Menschen in Kurzarbeit. Im Mai waren es noch 7,3 Mio. Die Industrie ist jedoch ausgenommen von diesem positiven Trend. Nach der Ifo-Schätzung erhöhte sich die Zahl der Kurzarbeiter in der Industrie im Juni von 2,2 auf 2,3 Mio. Menschen, also von 31 auf 33 % der Beschäftigten.

Außer im Maschinenbau gab es unter anderem auch in der Metallindustrie einen weiteren Anstieg der Kurzarbeit (456.000 im Mai und 542.000 im Juni), ebenso wie in der Elektrobranche (227.000 im Mai und 260.000 im Juni). In der Automobilbranche gab es im Juni im Vergleich zum Vormonat nur eine leichte Steigerung der Kurzarbeit (513.000 im Mai und 516.000 im Juni). Einen Rückgang der Kurzarbeit verzeichneten hingegen insbesondere das Gastgewerbe und der Handel.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf unserem Partnerportal Maschinenmarkt.de.

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