Compamed 2013

Industrie und Forschung präsentieren Projekte und Produkte

| Autor / Redakteur: Klaus Jopp / Kathrin Schäfer

Fast 17.000 Besucher haben die 681 Aussteller der Compamed 2013 mit ihren Produkten und Dienstleistungen angezogen.
Fast 17.000 Besucher haben die 681 Aussteller der Compamed 2013 mit ihren Produkten und Dienstleistungen angezogen. (Bild: Messe Düsseldorf/C. Tillmann)

Medizintechnik ist heute Hightech. Innovationen lassen sich deshalb immer häufiger nur interdisziplinär verwirklichen. Die Anforderungen an Forschung und Entwicklung sind enorm. Die 681 Aussteller der diesjährigen Compamed haben den fast 17.000 Besuchern gezeigt, was jetzt schon möglich ist.

Die Compamed versteht sich nicht nur als Markt-, sondern auch als Informationsplattform. In den Hallen 8a und 8b sind folglich neben den Messeständen der Aussteller auch zwei Fachforen zu finden: Das Compamed High-Tech Forum by Ivam sowie das Compamed Suppliers Forum by Devicemed.

Begleitet von dem dreitägigen Vortragsprogramm beider Veranstaltungen, haben die Aussteller auf dem Düsseldorfer Messegelände eine Fülle an Technologien und Dienstleistungen für den Einsatz in der „Medtech“-Industrie vorgestellt. Gezeigt wurden neue Materialien, Komponenten, Vorprodukte, Verpackungen und Services ebenso wie komplexe Mikrosystemtechnik und Nanotechnologie.

Ein Biofeedback-Programm hilft gegen Stress

Ein Beispiel für den Trend der interdisziplinären Herangehensweise ist der Forschungsverbund Ohr-Biofeedback. Hierbei handelt es sich um einen Zusammenschluss aus Instituten, Universitäten und KMUs mit dem Ziel, die Behandlung von Schmerzpatienten zu verbessern. „Grundlage dafür ist ein Sensor, der so klein ist, dass er ins Ohr passt, und Vitalfunktionen im äußeren Gehörgang misst“, erklärt Dr. Olaf Brodersen, Direktor des Geschäftsbereichs MOEMS des Forschungsinstituts für Mikrosensorik und Photovoltaik CiS.

Das miniaturisierte Gerät misst über die so genannte Pulsoximetrie die Vitalparameter wie Herz- und Atemrate. Das Verfahren dient zur nicht invasiven Ermittlung der arteriellen Sauerstoffsättigung über die Messung der Lichtabsorption bzw. der Lichtremission bei Durchleuchtung der Haut. Mit ihm lässt sich feststellen, inwieweit Körper und Seele angespannt sind. Steht der Patient unter Stress, wird ein individuelles Biofeedback-Programm gestartet, bis man sich wieder wohl in seiner Haut fühlt.

Der gesamte Ablauf wird über eine App auf dem Smartphone gesteuert. Diese App hat zusätzlich den Charme, dass auf Wunsch der Arzt hinzugezogen werden kann. Binder Elektronik hat die Aufgabe übernommen, die Elektronik für Ansteuerung und Auswertung der Sensoren zu miniaturisieren und zu fertigen. Das Leiterplatten-Layout wurde mittels 3D-Design in die Form des gewünschten Hinterohrgehäuses gebracht und im 3D-Druck hergestellt, da kein passendes Gehäuse am Markt verfügbar war. Die „Beruhigungspille“ im Ohr soll den Bedarf an Schmerzmitteln senken.

Ein Jet für Zellen und Proteine

Ähnlich interdisziplinär aufgestellt ist das Projekt LIFTSYS, das das Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT in Düsseldorf präsentiert hat. Auf Basis des Laser Induced Forward Transfer (LIFT) haben die Aachener Wissenschaftler eine Anlage entwickelt, die zur selektiven, kontaktlosen Übertragung von Hydrogelen, lebenden Zellen und anderen Biomaterialien zum Einsatz kommt. Das Verfahren lässt sich überall dort anwenden, wo kleinste Mengen an Material punktgenau auf einem Empfängerträger aufgebracht werden sollen.

Ein breites Anwendungsfeld findet es in der medizinischen und pharmazeutischen Forschung, in der Krankheiten oder Wirkstoffe in gezielt hergestellten Teststrukturen untersucht werden. Hierbei muss das wertvolle Material, wie z.B. Stammzellen, möglichst sparsam verwendet werden.

„Bei dem Verfahren befindet sich zwischen Substrat und Zellen eine hauchdünne Titanschicht von wenigen Nanometern Dicke“, sagt Nadine Seiler, Biologin und Projektmanagerin am ILT. Über ein Kamerasystem wird die Zelle ausgesucht, durch einen gepulsten Laserstrahl die Titanschicht verdampft und das Probenmaterial durch den entstehenden Vorwärtsimpuls übertragen. Fachleute sprechen hier von einem Jet. Der laserbasierte Prozess benötigt keinen Druckkopf und kann deshalb Biomaterialien wie RNS, DNS, Proteine und Zellen übertragen.

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