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Industrie-Roboter – China bricht historischen Rekord

Redakteur: Benjamin Kirchbeck

Der Absatz von Industrie-Robotern boomt – speziell in China. Dabei sorgt die Elektronikindustrie für ein kräftiges Absatzplus und löst die Automobilindustrie als bisherigen Spitzenabnehmer ab.

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Ungeachtet der Übernahme durch den chinesischen Midea-Konzern, befindet sich der deutsche Roboter-Hersteller Kuka weiter auf Erfolgskurs.
Ungeachtet der Übernahme durch den chinesischen Midea-Konzern, befindet sich der deutsche Roboter-Hersteller Kuka weiter auf Erfolgskurs.
(Bild: Karl-Josef Hildenbrand/dpa)

China hat sich bei der Automatisierung der Industrie mit Rekordtempo zu einer weltweit führenden Volkswirtschaft entwickelt. Von 2018 bis 2020 ist beim Absatz von Industrie-Robotern mit einer Steigerung von 15 bis 20 Prozent zu rechnen.

Aktuell hat das jährliche Umsatzvolumen den höchsten Stand erreicht, der jemals für ein Land verzeichnet wurde: Innerhalb eines Jahres stieg der Absatz von Industrie-Robotern um 27 Prozent auf 87.000 Einheiten (2016). Der operative Bestand ist der größte weltweit.

Gleichzeitig bauen chinesische Roboterhersteller ihre Anteile auf dem Heimatmarkt aus. Das sind erste Ergebnisse aus dem World Robotics Report 2017, der am 27. September von der International Federation of Robotics (IFR) veröffentlicht wird.

„China ist der mit Abstand größte Robotermarkt der Welt - das gilt sowohl für das Umsatzvolumen als auch den operative Bestand“, sagt Joe Gemma, Präsident des IFR. „Das Reich der Mitte ist zudem der weltweit am schnellsten wachsende Markt. Es gab noch nie einen derart dynamischen Anstieg in so kurzer Zeit.“

Elektro- und Elektronikindustrie sind die größten Treiber

Die größten Treiber des jüngsten Wachstums in China sind die Elektro- und Elektronikindustrie. Das Umsatzvolumen für Industrie-Roboter stieg um 75 Prozent auf knapp 30.000 Einheiten (2016). Rund ein Drittel der verkauften Einheiten stammt von chinesischen Herstellern.

Diese konnten ihren Absatz mit einem Plus von knapp 120 Prozent mehr als verdoppeln. Die internationalen Roboterhersteller haben ihren Absatz in der Elektro- und Elektronikindustrie ebenfalls alle deutlich gesteigert (+ 59 Prozent). Diese bemerkenswerte Nachfrage wird künftig anhalten.

Große Vertragshersteller für Elektronikgeräte haben bereits damit begonnen, die Produktion zu automatisieren. Die Halbleiter- und Chipindustrie investierte beispielsweise stark in Automation. Große Produktionsstandorte für die Batteriefertigung werden aufgebaut, um der steigenden Nachfrage nach E- und Hybridautos gerecht zu werden.

Autoindustrie verliert Pole-Position

Die Automobilindustrie hat die Führungsposition an die Elektro- und Elektronikindustrie abgegeben, bleibt aber ein starker Absatzmarkt für Industrie-Roboter. China ist inzwischen der weltweit größte Absatzmarkt und Produktionsstandort für Autos - einschließlich E-Autos - mit großem Wachstumspotenzial.

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