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Industrie fordert verbindlichen Fahrplan für den Neustart

| Autor / Redakteur: dpa / Julia Schmidt

Seit rund vier Wochen herrscht in Teilen des deutschen Wirtschaftslebens Stillstand. Die Rufe nach einer Lockerung der Beschränkungen werden lauter.

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Symbolbild: Industriepräsident Dieter Kempf hat vor den Beratungen von Bund und Ländern einen verbindlichen Fahrplan für schrittweise Lockerungen der Beschränkungen in der Corona-Krise gefordert.
Symbolbild: Industriepräsident Dieter Kempf hat vor den Beratungen von Bund und Ländern einen verbindlichen Fahrplan für schrittweise Lockerungen der Beschränkungen in der Corona-Krise gefordert.
(Bild: Queven / Pixabay )

Industriepräsident Dieter Kempf hat vor den Beratungen von Bund und Ländern einen verbindlichen Fahrplan für schrittweise Lockerungen der Beschränkungen in der Corona-Krise gefordert. Er warnte außerdem vor schweren Schäden für die Wirtschaft. „Für den unternehmerischen Neustart bedarf es einer möglichst klaren zeitlichen Vorgabe durch die Politik“, sagte Kempf der Deutschen Presse-Agentur. „Unsere Unternehmen müssen bald wissen, in welchen Stufen das gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben wieder anlaufen soll – und zwar einheitlich in der Bundesrepublik.“

Verbindlicher Planungshorizont gefordert

Ziel müsse ein verbindlicher Planungshorizont für die Unternehmen sein. „Wenn wir es nicht schaffen, schon bald den Stillstand von Wirtschaft und Gesellschaft stufenweise wieder aufzuheben, drohen erhebliche Konsequenzen für unsere Unternehmen.“

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder wollen am Mittwoch in einer Videokonferenz über das weitere Vorgehen im Kampf gegen das Coronavirus beraten. Mit Spannung erwartet wird, ob und welche Art von Fahrplan es geben wird, um die einschneidenden Maßnahmen zu lockern. Auch viele Geschäfte mussten schließen.

„Die Unternehmen wissen um die Bedeutung von Arbeitsschutz und Gesundheitsschutz für ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, sagte Kempf. „Sie werden deshalb alle Maßnahmen treffen, um den Wiederanlauf industrieller Produktion ohne Gesundheitsgefahren zu ermöglichen.“

Lieferketten sind komplex und grenzüberschreitend

Für die deutsche Industrie stelle sich beim Neustart die Herausforderung, dass Wertschöpfungsketten in besonderer Weise international und EU-weit aufgestellt seien, so der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie. „Dieses effiziente Zusammenspiel macht die Wettbewerbsfähigkeit großer Teile unserer Industrie aus. Dieses Zusammenspiel darf keineswegs in Gefahr geraten durch künstliche Einteilungen in vermeintlich systemrelevante und nicht-systemrelevante Branchen.“ Der Wieder-Hochlauf industrieller Produktionsverbünde sei die eigentliche Herausforderung. „Vorrangig müssen Logistikketten reibungslos funktionieren.“

Die Chefin des Verbands der Automobilindustrie (VDA), Hildegard Müller, warnte unterdessen vor nationalen Alleingängen beim allmählichen Wiederhochfahren von Industrie und Logistik. „Die Lieferketten in der Automobilindustrie sind komplex und grenzüberschreitend“, argumentierte Müller. „Es muss gewährleistet sein, dass Produktion und Logistik abgestimmt wieder anlaufen können.“ Die Branche brauche offene Grenzen und ein „europaweit abgestimmtes Vorgehen auch zur Wiederaufnahme der Produktion“. (dpa)

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