Industrie 4.0: Verfügbarkeit und Service sind wichtiger als die Bandbreite

| Autor / Redakteur: Tillmann Braun / Michael Eckstein

Industrielle Fertigung: Unternehmen könnten bei der M2M-Kommunikation zunächst auf vorhandene Mobilfunkstandards wie 2G und 3G setzen.
Industrielle Fertigung: Unternehmen könnten bei der M2M-Kommunikation zunächst auf vorhandene Mobilfunkstandards wie 2G und 3G setzen. (Bild: gemeinfrei / CC0)

Die Einführung von 5G wird möglicherweise kein wichtiger Meilenstein für die industrielle Kommunikation. Denn im Gegensatz zum Consumer-Bereich kommt es bei der IoT- und M2M-Kommunikation auf andere Faktoren an als hohe Datenraten.

Geht es nach den Anbietern, wird der zukünftige Mobilfunkstandard 5G nicht weniger als die Welt revolutionieren. Für den Endkundenbereich mag das zu einem gewissen Grad sogar stimmen. Greifen Millionen von Smartphone-Besitzern auf Dienste wie YouTube, Netflix & Co. zu, kann mehr Bandbreite nicht schaden. Wenn 5G in einigen Jahren eingeführt wird, sollen die Übertragungsgeschwindigkeiten selbst gegenüber dem LTE-Advanced-Netz noch einmal um das Zehnfache schneller werden. Die maximalen Speeds werden dann bei bis zu 1.250 MB/s liegen. Ein Vergleich mit GSM ließe den Klassiker zwischen Hase und Igel wie ein faires Rennen aussehen.

Doch wie der Igel in der bekannten Fabel haben die vergleichsweise langsamen Mobilfunkstandards wie GSM durchaus gute Gewinnchancen, wenn es um die wichtigen Business-Bereiche Internet of Things und M2M-Kommunikation geht. Denn bei der Vernetzung von Maschinen, Geräten und Geschäftsbereichen ist die Bandbreite zumeist Nebensache. Um Basisdaten zwischen Sensoren, Geräten und Anlagen zu kommunizieren, reichen auch die Geschwindigkeiten ausgereifter und somit zuverlässiger Mobilfunkstandards aus.

Diese haben zudem den Vorteil, dass sie flächendeckend verfügbar sind – und dass in nahezu allen Ecken der Landkarte. Nicht selten befinden sich Betriebe und Produktionsanlagen jenseits der Ballungsgebiete. Auch in der Landwirtschaft bietet sich der Einsatz von IoT- und M2M-Lösungen an. Im Bereich eHealth können moderne Lösungen dafür sorgen, dass selbst Patienten, die weit vom nächsten Krankenhaus oder Arzt entfernt leben, aus der Ferne per automatisierter Kommunikation überwacht und betreut werden. Doch in allen Fällen stehen und fallen die Lösungen mit der Verlässlichkeit der jeweiligen Verbindung.

Roaming steigert die Verfügbarkeit

„Bei Mobilfunk-basierten M2M-Lösungen spielen Faktoren wie Netzabdeckung, Verfügbarkeit, Roaming und Service-Leistungen eine deutlich wichtigere Rolle als Top-Speeds“, sagt Peter Matthes, Geschäftsführer bei Siwaltec. „Die SIM-Karten, die wir einsetzen, unterstützen beispielsweise Roaming, sodass diese sich unabhängig vom Mobilfunknetz einsetzen lassen. So kommt es zu keinen Übertragungsproblemen, wenn ein bestimmtes Netz mal nicht erreichbar sein sollte“, erklärt Matthes.

Indem die GSM-SIM-Karten permanent überwacht werden, handelt es zudem um eine äußerst sichere Lösung. „Gleichzeitig ist für unsere Plug-and-play-Lösungen kein aufwändiger Genehmigungsprozess mit Administratoren notwendig, und es gibt auch keinen Ärger mit Sicherheitszertifikaten“, so Matthes weiter. Dass eine weltweite Konnektivität, die unabhängig von Distanzen und firmeninternen IT-Infrastrukturen funktioniert, für IoT- und M2M-Lösungen wichtiger ist als punktueller Highspeed-Mobilfunk, liegt eigentlich auf der Hand.

Eine aktuelle IDC-Studie unter mehr als 500 Entscheidungsträgern zeigt, dass sich die Unternehmen bewusst sind, wie wichtig eine solide und verlässliche Technologieinfrastruktur ist. So gaben viele der Befragten an, dass die Ursache für Verzögerungen oder gar das Scheitern von Projekten häufig eine inadäquate Infrastruktur sei. Wieso dennoch weiterhin viele Unternehmen denken, der Weg zu wichtigen IoT- und M2M-Systemen führe über hohe mobile Bandbreiten, wurde von der Studie leider nicht untersucht.

Dieser Artikel stammt von unserem Partnerportal Industry of Things

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