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Industrie 4.0: QSC und Teamviewer entwickeln IIoT-Starter-Kit

| Redakteur: Michael Eckstein

Mit ihrem „IIoT Starter Kit“ wollen QSC und Teamviewer auch kleinen und mittleren Industrieunternehmen einen pragmatischen Einstieg in die digitalisierte Produktion ermöglichen. Das System erfasst Schwingungen und Temperatur und soll 80% aller Fernwartungsszenarien abdecken.

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Enormes Potenzial: Allein in Deutschland gibt es Maschinen im Wert von rund 2 Billionen Euro, die noch nicht digitalisiert sind.
Enormes Potenzial: Allein in Deutschland gibt es Maschinen im Wert von rund 2 Billionen Euro, die noch nicht digitalisiert sind.
(Bild: QSC / Getty Images)

Maschinen im Bestand möglichst unkompliziert in eine Internet-of-Things-(IoT-)Applikation zur Fernwartung einbinden, am besten mit Technologie „Made in Germany“ – das ist die Idee hinter der Kooperation zwischen Teamviewer und QSC. Die Unternehmen haben dazu eine All-in-one-Lösung entwickelt, bestehend aus Sensoren, einem IIoT-Gateway und einem Cloud-gestützten Fernwartungsportal. Die Datenübertragung erfolgt über eine verschlüsselte Mobilfunkverbindung.

„Die Digitalisierung der Industrieproduktion ist gerade für kleine und mittlere Betriebe sehr komplex", sagt Dr. Myriam Jahn, Mitglied der Geschäftsleitung von QSC. Die jetzt vorgestellte Plug-and-Play-Lösung soll diesen Unternehmen helfen, ihre Maschinen auch mit begrenztem Vorwissen zu digitalisieren und schnell in eine Industrie-4.0-Anwendung einzubinden. „Mit unserem Produkt sorgen wir für einen nutzerfreundlichen und hochsicheren Zugriff auf Sensordaten von überall her." QSC und Teamviewer kombinieren dazu Techniken aus den Bereichen Internet of Things, Edge-Computing und -Networking, Verschlüsselung, Fernzugriff, Datenvisualisierung und Systemüberwachung.

Industriemaschinen wie Firmen-Computer aus der Ferne warten

Erstmals im Kontext Industrie 4.0 kommt dabei Software von Teamviewer zum Einsatz. Bislang ist das Unternehmen eher PC-Anwendern und IT-Administratoren ein Begriff: Die Programme kommen weltweit und nach Angaben des Unternehmens millionenfach für die Fernwartung von Firmen-PCs zum Einsatz. Nun hat Teamviewer seine Lösung so erweitert, dass damit der Zugriff auf digitale Maschinendaten möglich ist. Industrieunternehmen und Anlagenbauer sollen damit Sensordaten nicht mehr nur lokal, an der Maschine selbst, sondern völlig ortsunabhängig auslesen, überwachen und verarbeiten können.

Teamviewer und QSC wollen vor allem die Digitalisierung bestehender und zum Teil noch analoger Maschinen unterstützen: „In Deutschland arbeitet die Industrie mit einem Maschinenpark im Wert von zwei Billionen Euro, der gar nicht für das Internet of Things ausgelegt ist. Wir schaffen mit dieser Lösung den Brückenschlag zwischen der analogen und digitalen Welt und bieten einen pragmatischen Einstieg in die digitalisierte Produktion. Alle Komponenten sind dabei optimal aufeinander abgestimmt", sagt Lukas Baur, Vice President IoT bei Teamviewer.

All-in-One-Lösung für das Industrial Internet of Things (IIoT)

Die Edge-Technologie für das IIoT Starter Kit steuert QSC bei. Edge-Komponenten des Cloud-, SAP- und IoT-Anbieters sammeln die Sensordaten und übertragen diese an das Teamviewer IoT-Portal. Nutzer können dann über ein zentrales Dashboard einen Einblick in die Echtzeit-Daten sowie vergangene Werte einsehen. Dazu benötigt das Starter Kit nicht einmal Zugang zum lokalen Netzwerk des Unternehmens. Stattdessen überträgt es die Daten direkt über eine verschlüsselte Mobilfunkverbindung.

Komplett: Das IIoT-Starter-Kit von QSC und Teamviewer umfasst Sensoren, Aggregator, Gateway inklusive Netzteilen sowie ein Fernwartungsportal. Daten werden verschlüsselt per Mobilfunk übertragen.
Komplett: Das IIoT-Starter-Kit von QSC und Teamviewer umfasst Sensoren, Aggregator, Gateway inklusive Netzteilen sowie ein Fernwartungsportal. Daten werden verschlüsselt per Mobilfunk übertragen.
(Bild: QSC)

Die im Starter Kit enthaltenen IO-Link-Standard-Industriesensoren liefert der Sensorspezialist ifm electronic. Die Sensoren lassen sich nach Angaben der Partner ohne Eingriffe in die Steuerung oder Programmierung direkt an bestehende Industriemaschinen anbringen.

„Die Sensorik in unserem Starter Kit erfasst Schwingungen und Temperatur von Maschinen und deckt 80 Prozent aller Fernwartungsszenarien ab", erläutert Myriam Jahn. So könnten Industrieunternehmen beispielsweise Echtzeitdaten für den optimalen Maschineneinsatz gewinnen, auf deren Basis sie auch die Wartung der Anlagen optimieren können. „Anlagenbauer erhalten Anhaltspunkte für bessere Produkte und präzisen Service oder um nutzungsabhängige Geschäftsmodelle umzusetzen“, ist die QSC-Managerin überzeugt.

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