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Fertigungsplanung Industrie 4.0: Materialwirtschaft im Gleichgewicht

| Autor / Redakteur: Andreas Koch * / Franz Graser

Wie können Elektronikbetriebe von der vierten industriellen Revolution profitieren? Mit einem innovativen Fertigungsplanungs-Konzept konnte ein EMS-Dienstleister die Produktivität deutlich steigern.

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Baugruppenfertigung beim Elektronikfertiger micronex: Der EMS-Dienstleister aus Springe bei Hannover setzt das MiG-Konzept seit etwa einem Jahr ein. Kürzere Durchlaufzeiten und sicherere Terminzusagen sind die Resultate.
Baugruppenfertigung beim Elektronikfertiger micronex: Der EMS-Dienstleister aus Springe bei Hannover setzt das MiG-Konzept seit etwa einem Jahr ein. Kürzere Durchlaufzeiten und sicherere Terminzusagen sind die Resultate.
( Perzeptron)

Industrielle Revolutionen erreichten massive Produktivitätssteigerungen dank bahnbrechender Erfindungen: Die erste Revolution gelang durch die Dampfmaschine, die zweite durch das Fließband und die dritte durch Automatisierung mit Computern und Robotern.

Bei der viel zitierten vierten industriellen Revolution, auch Industrie 4.0 genannt, bildet die Vernetzung der Fertigungstechnik die bahnbrechende Innovation. Welche Anforderungen stellt die Industrie 4.0 an Betriebe der Elektronikindustrie und wie können sie ihnen gerecht werden?

Damit Firmen in Europa ihre Produktivität steigern können, müssen sie bestehende Fabriken modernisieren und in ihre IT-Systeme investieren. So beantwortet die Studie: „Industrie 4.0: Digitale Welt eröffnet neue Möglichkeiten für eine neue Ära der europäischen Industrie“ der Unternehmensberatung Roland Berger vom April 2014 die Frage nach den dringendsten Aufgaben der Elektronikfirmen, damit sie Teil der Industrie 4.0 werden können. Ein strategischer Faktor bei der Modernisierung der IT und Fertigung ist demnach die vernetzte Produktionsplanung.

Zwischen Liefersicherheit und Kapitalbindung

Die vernetzte Produktionsplanung stellt ein Kernelement der Informatisierung der Fertigungstechnik dar und kann Unternehmen der Elektronikindustrie ein deutliches Plus an Planungssicherheit bieten. Gerade bei stark schwankender Auftragslage drohen Unternehmen entweder Lieferengpässe durch fehlende Teile oder eine zu große Kapitalbindung in zu großen Lagerbeständen.

Bei der teils geringen Marge von Elektronikbetrieben können Fehlplanungen in der Materialwirtschaft speziell kleinen und mittleren Betrieben finanziell zum Verhängnis werden. Wie kann also ein ausreichend großer Lagerbestand für die schnelle und termingerechte Lieferung mit einer möglichst geringen Kapitalbindung in der Lagerhaltung in Einklang gebracht werden?

In diesem Spannungsfeld der Planungssicherheit zwischen Liefersicherheit und Kapitalbindung setzt ein Softwarewerkzeug des Eltviller Unternehmens Perzeptron an, das für ein ausgeglichenes Material- und Auftragsmanagement sorgt. Perzeptron berät seit Jahren Firmen der Elektroindustrie.

Geschäftsführer Markus Renner kennt die zentralen Anforderungen der Unternehmen an ihre ERP-Systeme (Enterprise Resource Planning) und weiß, dass diese noch nicht ausreichend für Planungssicherheit sorgen: „Die Elektronikindustrie hat es mit sehr komplexen Dispositionsabläufen zu tun. Kundenseitig steigen die Forderungen nach flexibler Just-in-time-Lieferung. Einkaufsseitig haben es die Verantwortlichen mit einem Markt großer Inhomogenität und Ineffizienz zu tun. Da verschafft man sich nicht einfach im Vorübergehen einen Überblick. Umso wichtiger ist deshalb ein Tool, das für Transparenz und schnelle Orientierung sorgt, auch bei sich schnell ändernden Bedingungen. Die Standard-ERP-Systeme leisten dies noch nicht.“

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