Gelebte Industrie 4.0 Industrie 4.0, Herausforderung und Chance zugleich

Autor / Redakteur: Andreas Mangler * / Margit Kuther

Industrie 4.0 verlangt vom Distributor Know-how bei der Realisierung von Kundenprojekten. Zudem sollte der Distributor als Teil der Supply Chain Industrie 4.0 selbst umsetzen. Wie das gelingt, verrät Rutronik.

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Industrie 4.0: Ein Distributor muss seine Kunden bei der Realisierung entsprechender Produkte unterstützen können.
Industrie 4.0: Ein Distributor muss seine Kunden bei der Realisierung entsprechender Produkte unterstützen können.
(Bild: Clipdealer)

Zur Kernkompetenz eines Distributors im Rahmen der Industrie 4.0 zählt es, seine Kunden dabei zu unterstützen, dass sie entsprechende Produkte in kürzester Zeit realisieren können. Darüber hinaus kann und sollte der Distributor als Teil der Supply Chain selbst zur Umsetzung der Industrie 4.0 beitragen. Rutronik ist in beiden Bereichen als Vorreiter aktiv.

Laut aktueller Roadmap der Plattform „Industrie 4.0“ soll Industrie 4.0 inklusive einer Referenzarchitektur, Standardisierung und Normung bis zum Jahr 2035 Realität sein. Vor allem die Standardisierung wird derzeit von den Akteuren viel diskutiert. Einiges ist in den IEC-Normen zwar bereits definiert, dies wird jedoch häufig als unzureichend betrachtet und gilt deshalb als Hinderungsgrund für die Umsetzung der Industrie 4.0 auf breiter Front. Diesem Manko lässt sich jedoch mit den bereits bewährten Verfahren und technischen Systemen sowie etablierten Standards begegnen.

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Freiräume schaffen für weiteres Wachstum

Diesen Best-Practice-Ansatz verfolgt Rutronik: Rund zwei Mio. Nachrichten hat der Distributor Rutronik allein im Jahr 2014 auf diese Weise mit seinen Kunden ausgetauscht und so die Effizienz aller Beteiligten in der Supply Chain aktiv gesteigert, d.h. beim Kunden, beim Komponentenhersteller und beim Distributor selbst. Denn durch einen höheren Vernetzungsgrad werden die Beschaffungsprozesse weitgehend automatisiert und damit optimiert und beschleunigt. Durch die so frei werdenden Ressourcen entsteht Raum für weiteres Wachstum.

Basis ist die automatisierte, bidirektionale Kommunikation zwischen dem Warenwirtschaftssystem des Distributors und dem des Kunden. Sie beinhaltet alle relevanten Informationen und Dienste zur Beschaffungskette. Konkret heißt das: Der Distributor muss die Daten des Kunden empfangen und intern weiterverarbeiten können. Zudem hat er dem Kunden alle erforderlichen Informationen zeitnah so bereit zu stellen, dass der Kunde diese ebenfalls automatisch verarbeiten kann. Diese Schnittstelle ist so zu gestalten, dass der Kunde alle Daten erhält, die er für seine Produktion benötigt. Hierfür muss der Distributor dem Kunden sehr vielfältige Informationen zur Verfügung stellen, von den Forecasts über Bestell-, Lager- und Versandinformationen bis hin zu Rechnungsdaten. Für diesen Austausch sind bereits zahlreiche Standards verfügbar.

Auf technischer Ebene gehört eine Process Engine auf beiden Seiten zu den Voraussetzungen für die Vernetzung der Warenwirtschaftssysteme. Für die Datenübertragung unterstützt Rutronik alle gängigen Protokolle wie AS2, FTP/FTPS, VANs, X400, SMTP (E-Mail). Auch hinsichtlich der Austauschformate kann Rutronik seinen Kunden eine breite Auswahl anbieten, darunter beispielsweise UN/EDIFACT, VDA, XML, SAP-idoc oder RosettaNet.

Um die Kommunikation zu kanalisieren, ist es außerdem notwendig, Grenzen festzulegen. Hierfür definieren die Partner gemeinsam, welche Parameter, Nachrichtenformate und -inhalte auf welchem Weg und in welchen Zeitintervallen auszutauschen sind. Diese werden in einem schriftlichen Rahmenvertrag festgelegt, was beiden Partnern Sicherheit gibt. Innerhalb dieses Rahmens sorgen variable Paramater für die nötige Flexibilität, um auch auf unvorhersehbare Ereignisse reagieren zu können.

Verläuft der Beschaffungsprozess über einen derartigen Datenaustausch, profitiert der Kunde durch eine erheblich höhere Effizienz: Wo sonst zahlreiche manuelle Zwischenschritte notwendig sind, kann er zwei Drittel der Prozesse automatisieren. Im Einkauf erübrigt sich zum Beispiel der Anfrage- und Bestellprozess, im Wareneingang entfällt die Prüfung und Buchung der Ware. Damit spart der Kunde einen erheblichen Teil seiner Prozess- und Beschaffungskosten und steigert seine Effizienz. Weiterer Vorteil: Die Qualität der Prozesse nimmt zu, da Eingabefehler durch menschliche Hand ausgeschlossen werden.

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