Asmonia

Mobilfunknetze sollen sicherer werden

| Redakteur: Martina Hafner

Reinhard Schlinkmann, Projektleiter von ASMONIA. „Die Einführung der 4. Mobilfunkgeneration bietet einen guten Startpunkt, wissenschaftlich-technische Gegenmaßnahmen zu entwickeln, die schnell wirken.“ (Bild: Nokia Siemens Networks)
Reinhard Schlinkmann, Projektleiter von ASMONIA. „Die Einführung der 4. Mobilfunkgeneration bietet einen guten Startpunkt, wissenschaftlich-technische Gegenmaßnahmen zu entwickeln, die schnell wirken.“ (Bild: Nokia Siemens Networks)

In einem vom Bundesministerium geförderten Projekt namens Asmonia werden unter der Leitung von Nokia Siemens Networks bis 2013 Schutzkonzepte für Netze und Kommunikationsdienste entwickelt.

In einem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Forschungsprojekt genannt ASMONIA soll ein Konsortium aus Telekommunikationsunternehmen und Wissenschaftsinstituten effektivere Schutzmechanismen für Mobilfunknetze entwickeln. Das Konsortium konzentriert sich auf Sicherheitskonzepte für netzübergreifende Frühwarnsysteme für Mobilfunknetze der 4. Generation. ASMONIA wurde am 1. September 2010 gestartet und soll bis Mai 2013 abgeschlossen sein.

Im März hatte das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) in seinem Bericht festgestellt, dass Sicherheitsrisiken durch Smartphones steigen und sich die Lage im Bereich IT-Sicherheit weiter verschärfen. Gerade der mobile Internetzugriff mit Smartphones sei davon betroffen.

Datenflut wächst bis 2015 auf auf 23 Exabytes

Bis 2015 wird der globale Datenverkehr über Mobilfunknetze voraussichtlich auf 23 Exabytes angestiegen sein; das entspricht dem Datenaufkommen von 6,3 Milliarden Menschen, die täglich ein digitalisiertes Buch herunterladen. Heute nutzen 400 Millionen Menschen ein Smartphone, in fünf Jahren werden es laut Schätzungen von Nokia drei Milliarden sein. Dabei arbeiten immer mehr Smartphones mit frei verfügbaren, offenen Betriebssystemen, was neue Sicherheitsrisiken birgt.

Ziel ist ein netzübergreifendes Schutzkonzept

Der Auftrag an ASMONIA lautet, ein netzübergreifendes Schutzkonzept zu entwickeln, damit die Kommunikation via Mobilfunk in deutschen Netzen wieder sicherer wird. Zwei Ziele stehen im Fokus: Zum einen soll die Sicherheit der Endgeräte wie Smartphones verbessert werden, indem neue Verfahren die Verletzung der Systemintegrität erkennen lassen. Zum anderen soll die Sicherheit in den Netzen steigen, indem Angriffe über Netzgrenzen hinweg erkannt, bewertet und abgewehrt werden.

Das Konzept beruht auf einem industrieweiten, neuen Ansatz, der einen klaren Ausgangspunkt hat: Der Datenaustausch zwischen den Netzbetreibern muss optimiert werden, um in ganz Deutschland und in allen Mobilfunknetzen auf Angriffe entsprechend reagieren zu können.

Waffen sind u.a. Anomalieerkennung und Analyseverfahren

Eingesetzt werden sollen neue Verfahren der Anomalieerkennung von Malware, intelligente Analyseverfahren und elastische Systeme wie Cloud Computing, damit Attacken gegen Netzkomponenten und Endgeräte rasch abgewehrt werden können. Durch das netzübergreifende Zusammenspiel dieser Sicherheitsmechanismen sollen Mobilfunknetze und Kommunikationsdienste besser geschützt werden.

„Es gibt bis dato keine Schutzmechanismen für Mobilfunknetze, die netzübergreifend wirken. Das wollen wir mit diesem Forschungsprojekt ändern“, so Reinhard Schlinkmann, Projektleiter von ASMONIA. „Die Einführung der 4. Mobilfunkgeneration bietet einen guten Startpunkt, sich diesem aktuellen Thema zu widmen und wissenschaftlich-technische Gegenmaßnahmen zu entwickeln, die schnell wirken.“

Umfangreiche Beteiligung aus Industrie, Forschung und Lehre

Nokia Siemens Networks hat die Projektleitung von ASMONIA übernommen. Weitere Mitglieder des Projektkonsortiums sind das Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie, Cassidian (bislang EADS Defence & Security), die ERNW, die Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen und die Hochschule Augsburg.

Dieses Konsortium wird in seiner Arbeit durch die Deutsche Telekom, das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik sowie die Bundesanstalt für den Digitalfunk der Behörden und Organisationen mit Sicherungsaufgaben unterstützt.

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