Photokina-Neuheit Leica M

Bildsensor kombiniert das Beste von CCD und CMOS

| Redakteur: Peter Koller

Mit der Leica M treibt Leica die Integration von klassischer Messsucher-Bedienung und modernster Digitaltechnik weiter voran.
Mit der Leica M treibt Leica die Integration von klassischer Messsucher-Bedienung und modernster Digitaltechnik weiter voran. (Leica/CMOSIS)

Für die gestern zum Photokina-Auftakt vorgestellte Edel-Kamera Leica M hat der CMOS-Spezialist CMOSIS einen hoch auflösenden Bildsensor mit hoher Empfindlichkeit entwickelt, der die besten Eigenschaften von CMOS und CCD-Sensoren vereinen soll.

Die neue, auf der Photokina 2012 (Neuheiten-Bildergalerie) erstmals gezeigte Leica M Digitalkamera enthält den kundenspezifischen MAX 24MP CMOS Sensor mit einer Auflösung von 24 Megapixeln über eine aktive Sensorfläche von 36 x 24 mm². Dies entspricht dem vollen 35-mm Format.

Der neue Sensor ist das erste Ergebnis einer langfristig angelegten strategischen Kooperation zwischen der Leica Camera AG und CMOSIS. Der Wandler soll laut Leica „die charakteristischen Vorteile von CCD-Sensoren wie die natürliche, brillante Farbwiedergabe und die eindrucksvolle Detailzeichnung“ auf eine CMOS-Sensor übertragen. Diese bieten Vorzüge wie geringere Stromverbrauch und höhere Bildraten. Die Leica M wird ab Anfang 2013 für 6.200 Euro auf den Markt kommen.

"Das ist das erste Mal, dass ein CMOS-Bildsensor für eine High-end 35-mm Kamera für einen europäischen Anwender in Europa entwickelt wurde und auch hier gefertigt wird", sagte Guy Meynants, CTO bei CMOSIS in Antwerpen, Belgien. "Außer dem keramischen IC-Gehäuse ist der Leica MAX 24MP CMOS-Sensor ein hundertprozentig europäisches Produkt."

Der Sensorchip enthält 6.000 x 4.000 Pixel auf einer 6x6 µm² Matrix über einer aktiven Fläche von 36 x 24 mm². Er wird von STMicroelectronics (STM) im französischen Grenoble gefertigt. Basis ist STMs IMG175 CIS 300-mm Wafertechnologie. Die CIS-Technologie mit 110-nm Frontend- und 90-nm Backend-Prozess und Kupfermetallisierung wurde von STM ursprünglich für CMOS-Bildsensoren mit 1,75 µm² großen quadratischen Pixeln für Mobiltelefone und andere Consumer-Applikationen entwickelt. Das dabei eingesetzte große Die-Format, größer als die Fotomaske, erfordert die Verwendung von eindimensionalem Stitching.

Der neue Bildwandler für die Leica M basiert auf einer Pixelgröße von 6 x 6 µm². Dies ergibt eine lineare Full-Well-Kapazität von ≥40.000 Elektronen und einen linearen Dynamikbereich von nahezu 76 dB. Die Pixeldaten werden in patentierten Low-power/High-speed 14-bit Column AD-Wandlern digitalisiert. Der Sensor bietet einen elektronischen Schlitzverschluss mit globalem Reset und Rauschunterdrückung durch analoges und digitales Correlated Double Sampling. CDS resultiert in sehr niedrigem temporalen und spatialen Rauschen und großer Gleichmäßigkeit.

Besondere Aufmerksamkeit bei der Entwicklung des Sensors galt der Reduzierung des Übersprechens zwischen benachbarten Pixeln infolge des flachen Lichteinfalls bei Objektiven mit kurzen Brennweiten. Der neue CMOSIS Sensor senkt das spatiale Übersprechen durch einen sehr geringen Abstand zwischen Farbfiltern und Fotodioden.

Der resultierende dünne optische Stack wurde für die möglichst effiziente Einkopplung des Lichts in das Silizium ausgelegt. Hoch ausgeführte Mikrolinsen mit starker Krümmung bündeln das einfallende Licht im Zentrum der Fotodiode jedes Pixels. Damit ergibt sich eine geringe Winkelabhängigkeit der Quanteneffizienz (QE) bei flachen Einfallswinkeln.

Diese Auslegung ermöglicht der neuen Leica M die Nutzung des vollen Bereiches an hoch qualitativen Objektiven im Leica-Kamerasystem, einschließlich der Weitwinkelobjektive und solchen mit großer Öffnung, bei Nutzung ihrer vollen optischen Performance.

Der neue 24-MP CMOS-Sensor ermöglicht es Leica erstmals auch Video-Recording im vollen HDTV-Format mit Live-Vorschaubild in einer Kamera der M-Serie anzubieten. Der Leistungsverbrauch des Sensorchips bei voller Geschwindigkeit und Auflösung wird mit 700 mW spezifiziert. Der Chip ist in ein 78-pin Keramikgehäuse eingebaut, mit kundenspezifischem Deckglas mit Antireflexbeschichtung und Sperrfilter für das nahe Infrarot-Spektrum.

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Das ist kein Fach-Chinesisch, das ist ( wie bei EP üblich) falsch oder garnicht übersetzt: Spatial...  lesen
posted am 21.09.2012 um 02:02 von malteneu

Auch wenn ich das Fachchinesisch nicht ganz verstehe, die Kamera ist was zum Verlieben! Das...  lesen
posted am 19.09.2012 um 15:53 von Unregistriert


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