Tag des Recyclings In jedem zehnten Haushalt schlummern ungenutzte Rohstoffe

Von Sebastian Gerstl

Funktionsfähige kleine und mittelgroße Elektronikgeräte werden nach Erwerb teils ungenutzt zuhause gelagert, statt sie weiterzugeben oder zu entsorgen. Das ist ein Ergebnis der aktuellen Verbraucherumfrage des ZVEI. Wertvolle Rohstoffe verstauben dabei ungenutzt in Kellern oder auf Dachböden.

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Spielkonsolen, Drohnen, Handys: In zahlreichen Haushalten sammeln sich Elektronikgeräte nach ihrer Anschaffung an, ohne dass sie genutzt würden - oder ordnungsgemäß entsorgt. Dies trifft vor allem auf Kleingeräte zu.
Spielkonsolen, Drohnen, Handys: In zahlreichen Haushalten sammeln sich Elektronikgeräte nach ihrer Anschaffung an, ohne dass sie genutzt würden - oder ordnungsgemäß entsorgt. Dies trifft vor allem auf Kleingeräte zu.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Besonders kleinere Geräte wie Spielekonsolen, Wasserkocher oder Staubsauger werden nach einem Neukauf aufgehoben (durchschnittlich 10 %). Große Geräte wie Fernseher, Waschmaschinen oder Kühlschränke werden dagegen seltener ungenutzt aufbewahrt (rund 5 %). „Wer noch ungenutzte Geräte zuhause hat, kann den Tag des Recyclings zum Anlass nehmen, um diese entweder wieder einer Nutzung zuzuführen – sprich, zu verschenken oder verkaufen – wenn sie noch voll funktionsfähig sind, oder sie fachgerecht zu entsorgen, um die Rohstoffe wiederverwertbar zu machen“, rät Chardon.

Dass die Verbraucherinnen und Verbraucher wissen, wie sie Geräte entsorgen können, zeigt die Verbraucherumfrage deutlich: Rund die Hälfte der Befragten nutzt dabei die Rückgabe am kommunalen Wertstoffhof, knapp ein Drittel greift auf das Angebot des örtlichen Entsorgers für die Sammlung direkt bei den Privathaushalten zurück. Die Rückgabe im Handel bzw. im Rahmen der Lieferung eines Neugeräts liegt auf Platz drei – letzteres wird bei Großgeräten überdurchschnittlich in Anspruch genommen (18 %).

Recycling von Elektronik-Altgeräten nimmt zu

Erfreulich ist, dass laut Destatis zuletzt mehr Elektro-Altgeräte recycelt wurden: Die Recyclingquote, also der Anteil der recycelten oder zur Wiederverwendung vorbereiteten Geräte, erhöhte sich 2020 leicht um 1,3 Prozentpunkte auf 86,7 Prozent (2019: 85,4 Prozent). Insgesamt wurden 899 300 Tonnen Elektro- und Elektronikaltgeräte recycelt, das waren 90 800 Tonnen oder 11,2 Prozent mehr als 2019.

Laut ZVEI-Studie entsorgt noch mit etwa zwei Prozent ein kleiner Teil der Verbraucherinnen und Verbraucher Elektro-Altgeräte auf anderen, nicht fachgerechten Wegen. Hier ist weitere Aufklärungsarbeit nötig, denn eine Entsorgung von elektronischen Geräten etwa über den Restmüll oder kommerzielle Sammler ist nicht nur falsch, sondern sogar unzulässig. „Mehr Wissen in der Bevölkerung über die verschiedenen Rückgabeoptionen kann einen wichtigen Beitrag für die weitere Erhöhung der Sammelquote leisten“, so Chardon. Elektronische Produkte, die das Ende ihrer Nutzungs- oder Lebenszeit erreicht haben, seien kein Müll, sondern eine Quelle für wiederverwertbare Rohstoffe. Um diese zu sichern, müssen Altgeräte fachgerecht entsorgt werden – für mehr Nachhaltigkeit und eine funktionierende Kreislaufwirtschaft.

Als Gemeinsame Stelle der Hersteller informiert die Stiftung ear bundesweit die Verbraucherinnen und Verbraucher über die korrekte Entsorgung von elektronischen Altgeräten im Rahmen ihres gesetzlichen Informationsauftrags mit der Kampagne „Plan E“. Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz, das Umweltbundesamt wie auch der ZVEI und seine Mitglieder unterstützen diese Kampagne.

Die repräsentative Online-Umfrage wurde im März 2022 vom Meinungsforschungsinstitut Innolink im Auftrag des ZVEI durchgeführt. Befragt wurden 1.514 Personen ab 18 Jahren in Deutschland.

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