Aktion Elektronik hilft In Entwicklungsländern entstehen 3-D-Drucker aus Elektroschrott

Menschen in Entwicklungsländern bauen mithilfe der frei verfügbaren Software Retr3D aus Elektroschrott 3-D-Drucker. Das schafft Arbeitsplätze und ist aktiver Umweltschutz, da der Schrottberg kleiner wird.

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3D-Drucker aus Elektroschrott: die freie Software Retr3D macht's möglich
3D-Drucker aus Elektroschrott: die freie Software Retr3D macht's möglich
(Bild: Techfortrade)

Die britische Non-Profit-Organisation Techfortrade hat mit der Open-Source-Hardware-Community Wevolver ein Projekt gestartet, mit dem in Entwicklungsländern aus Elektroschrott 3-D-Drucker entstehen. Wevolver dient dabei als Plattform, auf dem Techfortrade seine Software Retr3D zum kostenlosen Download bereitstellt.

Retr3D kann aus Komponenten ausgedienter Elektrogeräte wie Tintenstrahldruckern Computern, Smartphones etc. funktionsfähige 3-D-Drucker konstruieren. Diese 3-D-Drucker sollen unterentwickelten Ländern auf der ganzen Welt zu Gute kommen und die Digitalisierung auch in Gegenden verbreiten, die bislang technischen Nachholbedarf haben. So können dank 3-D-Druckern auch neue Arbeitsplätze entstehen und gleichzeitig wird der Elektroschrottberg etwas kleiner.

Ein 3-D-Drucker aus Elektroschrott soll nicht mehr als 100 bis 120 US-$ kosten. „Wir glauben, dass der 3-D-Druck eine Transformation in Entwicklungsländern hervorbringen kann“, so Matthew Rogge von Techfortrade. „Ähnlich wie es dort einst einen Wandel im Bereich der Kommunikation durch die rasante Verbreitung von Mobiltelefonen gab.“ Das Retr3D-Projekt arbeitet unter anderem mit Organisationen wie AB3D in Kenya und STIC in Tansania zusammen.

Und so wird aus Elektroschrott ein 3-D-Drucker: Die Retr3D-Software nutzt Python Scripts und FreeCAD. Nachdem alle aus Altgeräten stammenden Komponenten mit ihren technischen Daten eingegeben wurden, konstruiert Retr3D daraus einen 3-D-Drucker und erstellt STL-Dateien. Dank der Verbindung mit anderen freien Softwarelösungen wie Plater und Slic3r entsteht ein genauer Bauplan des 3-D-Druckers. Solche Projekte wurden erfolgreich in verschiedenen Entwicklungsländern gestartet, u.a. in Tansania, Kenia und einigen westafrikanischen Ländern.

Was Retr3D von anderen Elektroschrott-Projekten abhebt, lässt sich am besten mit einem alten chinesischen Spruch von Konfuzius beschreiben: „Gib einem Mann einen Fisch und du ernährst ihn für einen Tag. Lehre einen Mann zu fischen und du ernährst ihn für sein Leben."

Was Rogge und Wevolver zu erreichen versuchen, geht darüber hinaus, einfach nur einer Gesellschaft Zugang zur 3-D-Drucktechnologie zu verschaffen. Die Menschen in diesen Ländern sollen lernen, wie man selbst einen 3-D-Drucker aus Elektroschrott baut. Wie 3-D-Druck Menschen helfen kann, zeigt dieser Clip von Techfortrade:

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Über den Autor

Dipl.-Ing. (FH) Thomas Kuther

Dipl.-Ing. (FH) Thomas Kuther

Redakteur, ELEKTRONIKPRAXIS - Wissen. Impulse. Kontakte.