GATE In Berchtesgaden ist Galileo schon Realität

Redakteur: Peter Koller

Bis das europäische Navigationssystem Galileo mit 30 Satelliten im All weltweit verfügbar ist, werden noch Jahre vergehen. Doch an einem Ort ist Galileo schon Realität: Im oberbayerischen Berchtesgaden.

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Das Alpenpanorama zeigt die Standorte der acht Galileo-Sender, der sogenannten Pseudolites
Das Alpenpanorama zeigt die Standorte der acht Galileo-Sender, der sogenannten Pseudolites
(Grafik: IFEN)

Kürzlich hat sich die Zahl der schon im All befindlichen Galileo-Satelliten von zwei auf vier erhöht: Galileo-Navigationssystem erreicht Meilenstein. Damit wird es voraussichtlich Anfang 2013 möglich sein, estmals eine Galileo-Positionsbestimmung durchzuführen. Doch schon heute werden der Galileo-Empfang und das Zusammenspiel mit anderen Navigationssystemen wie GPS in der Nähe des oberbayerischen Ortes Berchtesgaden getestet. Wie geht das?

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Die Berge machen es möglich: Durch Galileo-Sender auf acht Gipfeln zwischen 1000 und 2000 Höhenmetern lässt sich in einem Gebiet von rund 65 Quadratkilometern rund um Berchtesgaden schon per Galileo navigieren. Und von dieser Möglichkeit machen die an Galileo beteiligten Ingenieure regen Gebrauch.

Ende September fanden so zum Beispiel Testflüge mit einem Hubschrauber über dem Areal statt, das die Bezeichnung GATE trägt: Galileo Test and Development Environment. Dabei ging es um das künftige Zusammenspiel zwischen Galileo und dem von der europäischen Raumfahrtbehörde ESA entwickelten System EGNOS (European Geostationary Navigation Overlay Service).

EGNOS nutzt drei Satelliten und eine Reihe von Bodenstationen, um die Genauigkeit der GPS-basierten Navigation zu erhöhen. Damit liefert EGNOS verlässliche Daten etwa für den Landeanflug von Flugzeugen. Durch die Kombination mit Galileo soll die Genauigkeit der nächsten EGNOS-Generation noch einmal deutlich verbessert werden.

Tatsächlich gibt es in Deutschland nicht nur ein, sondern bereits mehrere GATEs, differenziert nach künftigen Anwendungsszenarien von Galileo: Mit Luftfahr-Applikationen beschäftigt sich aviationGATE am Forschungsflughafen Braunschweig. SEA GATE ist die Testumgebung für maritime Anwendungen im Seehafen Rostock.

automotiveGATE auf dem Gelände einer früheren Zeche in der Nähe von Aachen dient dem Test von Galileo-basierten Anwendungen für den Straßenverkehr. In Wegberg-Wildenrath, rund 50 Kilometer nördlich von Aachen, wird die Galileo Test- und Entwicklungsumgebung für den Schienenverkehr, railGATE, aufgebaut. Als Standort wurde das Gelände des Prüf- und Validationcenter für Schienenfahrzeuge der Siemens AG gewählt.

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