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Kabelfertigung

In acht Schritten zur perfekten Leitung

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Schritt 5 – Flechterei

Hier entscheidet sich, wie gut eine Leitung gegen elektromagnetische Störungen gewappnet ist. Dünne Drähte aus (verzinntem) Kupfer werden um das Aderbündel geflochten, ähnlich einer Strickspule. Die Drähte laufen von Rollen, die sich schnell umeinander bewegen und so das charakteristische feine Muster erzeugen. Für besonders EMV-kritische Anwendungen kann noch eine Alufolie unter das Geflecht eingebracht werden. Die Flechterei ist bei Ceam hochautomatisiert mit einer hohen Zahl an Flechtmaschinen.

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Eine wichtige Variable ist der Flechtwinkel zwischen Ausrichtung des Flechtdrahts und Kabelachse. Bei großem Winkel wird mehr Drahtmaterial pro Länge aufgebracht. Das erhöht die Kosten, ist aber in bewegten Anwendungen mit engen Biegeradien von Vorteil, weil solche Leitungen besonders elastisch sind.

Schritt 6 – Ummanteln

Verschiedene Mantel-Arten schützen gegen mechanische und chemische Beanspruchung, wie Öle, Wetter und UV-Licht. In diesem Schritt spritzt ein Extruder erwärmtes und durchmischtes Kunststoffgranulat in einen Spritzkopf, dort legt sich der Kunststoff wie ein enger Schlauch um das Abschirmgeflecht. Nach dem Erkalten ist der Mantel glatt und gleichmäßig und hat vor allem die gewünschte Dicke. Sensoren überwachen den gesamten Vorgang und stellen sicher, dass die Menge des zugeführten Kunststoffs und die Durchlaufgeschwindigkeit immer zusammenpassen. Ebenso überwachen sie, dass die Leitung exakt zentriert in der Mitte des Spritzwerkzeugs läuft und auch aus der Mitte des Mundstücks herauskommt.

Unmittelbar nach dem Extruder läuft die rund 200°C heiße Leitung mit hoher Geschwindigkeit durch ein Wasserbad. Hinter der Kühlstrecke entfernt ein Gebläse die Feuchtigkeit, die Ader ist dann völlig trocken, wenn sie auf die Trommel gewickelt wird.

Für Industrieleitungen gibt es variantenreiche Mantelmaterialien, die großen Einfluss auf die Lebensdauer haben. Für Hochleistungsleitungen in bewegten Anwendungen oder wenn Leitungen hoher mechanischer Beanspruchung ausgesetzt sind, verwendet Ceam Mäntel aus Polyurethan. Eine weitere Option für harte Einsatzbedingungen ist Lapps patentiertes Robust-Material: Es widersteht sehr hohen und niedrigen Temperaturen, mechanischer Beanspruchung, Bioölen und aggressiven Reinigungsmitteln. Schmutz kann sich kaum darauf festsetzen, wichtig für Anwendungen etwa in der Lebensmittelindustrie, wo die Anlagen regelmäßig gereinigt werden.

Übrigens: Der Mantel einer robusten Industrieleitung ist nie ganz glatt und glänzend, vielmehr fühlt er sich immer etwas matt an. Das bringt Vorteile für die Haltbarkeit, insbesondere verhindert es, dass Leitungen zusammenkleben oder beim Gegeneinanderreiben quietschen.

Schritt 7 – Kennzeichnung

Die abgekühlte Leitung läuft unter einem Druckkopf durch, der die Bezeichnung der Leitung aufbringt, ähnlich wie ein Tintenstrahldrucker im Büro, nur erheblich schneller und robuster. Die Beschriftung gibt der Operator an einem Terminal ein. Während einige Wettbewerber die Kennzeichnung direkt nach dem Extrudieren und dem Kühlen aufbringen, ist das bei Ceam ein eigener Arbeitsschritt.

Schritt 8 – Verpackung

Schließlich werden die Leitungen auf Spulen aufgewickelt und diese mit einer Folie umhüllt, die als Schutz und Kennzeichnung des Produkts dient, außerdem kommen Kappen auf die beiden Kabelenden.

Der Artikel wurde ursprünglich auf unserem Partnerportal elektrotechnik.de veröffentlicht.

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