Meilensteine der Elektronik

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| Redakteur: Kristin Rinortner

Motion plastics vom Rheinland in die ganze Welt: Günter und Margret Blase vor der Doppelgarage in der Rixdorfer Straße in Köln-Mühlheim, in der die Firmengeschichte von igus 1964 begann.
Motion plastics vom Rheinland in die ganze Welt: Günter und Margret Blase vor der Doppelgarage in der Rixdorfer Straße in Köln-Mühlheim, in der die Firmengeschichte von igus 1964 begann. (Bild: igus)

Angefangen hat alles in einer Garage in Köln-Mühlheim: Kunden nach ihren Problemen zu fragen und diese zu lösen, ist 1964 das Motto von Günter Blase. Diese Einstellung hat igus auch heute noch immer.

Wenn ein selbstbewusster Ingenieur auf seine Kunden zugeht und fragt: „Kann ich Dir bei einer Problemlösung helfen?“, so ist dies eine sehr smarte und gleichzeitig willkommene Ansprache. Mit diesem Ansatz begann 1964 Günter Blase mit seiner Frau Margret Blase in einer Doppelgarage in Köln-Mülheim mit einer einzigen Spritzgussmaschine, die die Größe einer Nähmaschine hatte, die Herstellung von Kunststoffprodukten.

Aus diesem Startup-Unternehmen entwickelte sich das erfolgreiche Familienunternehmen igus, das heute von Frank Blase, dem Sohn des Firmengründers, geführt wird. Mit über 2950 Mitarbeitern ist das Unternehmen in mittlerweile 35 Ländern vertreten und bietet eine Palette von über 100 000 verschiedenen Produkten an.

Dabei gelten drei Anforderungen an jedes igus-Produkt: Es muss dem Kunden einen kommerziellen und technischen Vorteil bringen, zweitens muss es online berechenbar und konfigurierbar sowie drittens sehr schnell lieferbar sein.

„Weihnachtswunschliste“ für Kundenanforderungen

Kunden nach ihren Problemen zu fragen, zeigt deutlich den Innovationsdrang eines Unternehmens und gleichzeitig, dass die Interessen der Kunden im Mittelpunkt stehen. Diese Einstellung hat igus auch heute, rund 52 Jahre nach der Gründung, noch immer.

Die Fertigung von Produkten aus Hochleistungskunststoffen findet inzwischen allerdings nicht mehr in jener Doppelgarage statt, in der alles begann, sondern in Köln Porz-Lind auf einem insgesamt 128 600 Quadratmeter großen Firmengelände.

Das Hauptgebäude wurde vom Architekten Nicolas Grimshaw entworfen und verwirklicht die Idee des schnellen Anpassens an neue Gegebenheiten. Denn es gilt, stets flexibel zu sein und auf Veränderungen schnell zu reagieren. Doch genau wie damals fragt man hier die Kunden nach Wünschen und Problemen.

Dazu initiiert das Unternehmen jedes Jahr die sogenannte „Weihnachtswunschliste“, mithilfe derer jeder seine Wünsche aussprechen kann. Von neuen Baugrößen bestehender Produkte bis zu komplett neuen Ideen oder Online-Konfiguratoren ist alles dabei, wird geprüft und, je nach Umsetzbarkeit, so schnell wie möglich realisiert.

Das Konzept geht auf: Rund 75% aller Produkte, die die Kölner jedes Jahr als Neuheiten präsentieren, lassen sich auf Kundenwünsche zurückführen. Doch nicht nur zu Weihnachten hört man auf seine Kunden – kontinuierlich verbessern die Kölner ihren Service, bieten auf ihrer Website inzwischen über 30 Online-Tools zur Produktkonfiguration und Lebensdauerberechnung an und bauen gleichzeitig jedes Jahr die Anzahl der Mitarbeiter im Außendienst weiter aus.

Diese Art Dualismus dient dem Zweck, jedem Kunden den Service zu bieten, der sich für ihn persönlich am besten eignet. Neu ist seit Mai 2016 beispielsweise ein Live-Chat, den das Unternehmen auf der eigenen Website anbietet. Hier können Anwender sich ohne Anmeldung mit ihren Fragen an einen persönlichen technischen Berater wenden.

Dieser Service wird in den kommenden Monaten weltweit ausgerollt, um Kunden international die Möglichkeit zu geben, sich in Echtzeit mit den Mitarbeitern des Motion-plastics-Spezialisten in Köln auszutauschen. So bestimmt auch heute noch der Kerngedanke von Günter Blase das tägliche Handeln bei igus.

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