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PowerVR und MIPS Imagination Technologies steht zum Verkauf

| Autor: Sebastian Gerstl

Der Verlust des Top-Kunden Apple stellt Imagination Technologies unter Druck: Der britische SoC-Entwickler, vorwiegend bekannt für seine Embedded-GPU und sein Lizenzgeschäft mit der MIPS-Prozessorarchitektur, steht nun zum Verkauf.

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Der Verlust des größten Kunden Apple macht GPU- und CPU-IP-Entwickler Imagination Technologies schwer zu schaffen: Die gesamte Firma samt PowerVR- und MIPS-Lizenz steht nun zum Verkauf.
Der Verlust des größten Kunden Apple macht GPU- und CPU-IP-Entwickler Imagination Technologies schwer zu schaffen: Die gesamte Firma samt PowerVR- und MIPS-Lizenz steht nun zum Verkauf.
(Bild: Imagination Technologies)

Wie Imagination Technologies gegenüber der Fachpresse bestätigte, liegen bereits meherere Angebote für das Unternehmen vor. Der Firmenvorstand hat nun den Verkaufsprozess für die gesamte Firma eingeleitet. Man befinde sich bereits in Verhandlungsgesprächen mit potentiellen Interessenten.

Imagination war Anfang April diesen Jahres in Schwierigkeiten geraten, als der langjährige Geschäftspartner Apple ankündigte, künftig auf eigene Embedded-GPUs in seinen Smartphones und Tablets zu setzen und keine Technologie von Imagination mehr zu lizensieren. Bislang hatte der Gerätehersteller in den iPhone- und iPad-Linien auf die PowerVR-GPU-Architektur von Imagination gesetzt. Als größter Kunde machte Apple mehr als 50% des gesamten Umsatzes von Imagination Technologies aus. Nach Bekanntwerden dieses Entschlusses büßte der Aktienkurs von Imagination um mehr als zwei Drittel an Wert ein.

Apple hält auch 8% der Aktienanteile an Imagination Technologies. Anfang 2016 hatte die Firma noch abgestritten, an einer Übernahme des Chipentwicklers interessiert zu sein. Apple möchte ab 2019 eigene GPU-Entwicklungen in seinen Geräten einsetzen.

Imagination hatte in den vergangenen Jahren verstärkt versucht zu diversifizieren, um nicht vom Smartphone-GPU-Geschäft abhängig zu sein. So erwarb die Firma 2012 die Rechte an der MIPS-Prozessorarchitektur und versuchte, sich mit einem Lizensierungsmodell für CPU-Core-IPs als Alternative zu ARM im Embedded-Markt zu etablieren. Mit dem CI20-Board versuchte sich Imagination auch an einem MIPS-basierten Raspberry-Pi-Konkurrenten.

Auch wenn einige namhafte Unternehmen, wie etwa Mikrocontrollerhersteller Microchip, Produkte auf MIPS-Basis anbieten blieb der große Durchbruch im Prozessormarkt bislang aus. Bereits im Mai 2017 hieß es, Imagination plane, die MIPS-Rechte wieder zu verkaufen.

Wie Imagination sagt, zählen zum Kreis der potentiellen Käufer unter anderem Apple, Qualcomm sowie der taiwanische Chiphersteller Mediatek. Nach Ansicht einiger Insider sei das Unternehmen auch für Google bzw. deren Dachgesellschaft Alphabet von Interesse.

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