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50 Jahre Schmid Elektronik Im Wandel liegt die Kraft – ungewöhnliche Gipfelstürmer

Wir schreiben das Jahr 1972. Damals begann die Reise einer Elektronikfirma und ihrer Unternehmerfamilie, vom Sprung ins kalte Wasser über Berg- und Talfahrten bis hin zum Segelsetzen für die Zukunft.

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Schmid Elektronik: Das Schweizer Elektronikunternehmen unterstützt Kunden mit einem flexiblen Geschäftsmodell aus Engineering, Produktion und eigenen Embedded-Plattformen.
Schmid Elektronik: Das Schweizer Elektronikunternehmen unterstützt Kunden mit einem flexiblen Geschäftsmodell aus Engineering, Produktion und eigenen Embedded-Plattformen.
(Bild: Alain Schaffer)

Diese Geschichte erzählt den Weg eines familiengeführten Schweizer Technologie-Unternehmens. Sie handelt von schwindelerregenden Hochs, herausfordernden Tiefs, von Wendepunkten, plötzlichen Start-Up-Gefühlen und technologischem Wandel. Und von einer Familie, die immer für ihre Firma da war, hinter ihren Mitarbeiter*innen stand und jeweils das Beste aus jeder Situation machte. Es ist die Geschichte der Schmid Elektronik AG.

In den vergangenen 50 Jahren wuchs die Elektronikbranche aus ihren Kinderschuhen und ist heute zum Fundament für Digitalisierung geworden. Gereift ist die Erkenntnis, dass nur gemeinsame Leistungen einzelner Menschen nachhaltigen Erfolg bringen. Es ist ein Erfahrungsbericht für alle, die auf ihrer Reise in die Zukunft Bewährtes und Neues in Einklang bringen wollen.

Hinter uns liegen gerade zwei prägende Corona-Jahre, in denen die Natur jedem Menschen schonungslos vorgeführt hat, wer hier der Boss ist. Die Ereignisse lähmten und inspirierten uns gleichermaßen. Schmid und ihre Mitarbeiter*innen haben in ihrer 50-jährigen Geschichte mehrmals unvorhersehbare Situationen erlebt und sich dem Wandel der Zeit erfolgreich angepasst. Das ermutigt sie heute, abermals den Weg zu neuen Ufern freizumachen und Neuland zu betreten. Komm’ mit auf eine Abenteuerreise, die vor 50 Jahren begonnen hat und lerne aus ihr für deine Zukunft.

1972: Auf den Spuren der Energieeffizienz

Es ist Anfang der 70er-Jahre und in der Industrie beginnt weltweit die Pionierzeit der Elektronik. Im zürcherischen Uster lebt der Erfinder und Ingenieur Domenic Melcher. Er entdeckt eine Marktlücke für hochpräzise, energieeffiziente Stromversorgungen, sogenannte Schaltregler (DC/DC-Wandler) oder kurz Regler. Was er zu dieser Zeit noch nicht weiss: seine Produkte finden bald weltweit Anklang, decken ein immenses Bedarfsfeld ab und gefühlt jeder schreit danach.

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Er gründet wagemutig das Ingenieurbüro für Elektronik. Damit legt er schon jetzt Spuren zum effizienten Einsatz von sauberer Energie, auf denen Jahrzehnte später auch sein Göttibub (Patenkind) Marco Schmid wandeln wird.

Die Regler brauchen eine Produktionsstätte. Mit seinem besten Freund Beni Schmid hatte Melcher in einem Bahnbetrieb, Schraubstock an Schraubstock, schon die Lehre absolviert. Ihn fragte er nun, ob er Lust hätte, die Produktion in Angriff zu nehmen.

Und ob! Vor drei Jahren ist er mit seiner Frau Margrit und seinem dreimonatigen Sohn Marco aufs Land gezogen. Dort renovieren sie eigenhändig ein altes Haus, Baujahr 1770, und somit ist räumlich bereits der Grundstein für eine Elektronik-Produktionsstätte gelegt. Im Jahr 1972 packen sie die einmalige Chance beim Schopf, gründen im selben Jahr die Schmid Elektronik als Einzelfirma und beginnen in der Garage.

Die Ehepaare Domenic und Ursi Melcher und Beni und Margrit Schmid springen ins kalte Wasser. Vertragsmodell: Gentlemen Agreement. Geld ist knapp, das Knowhow ebenso, der Anfang ist holprig. Dem Perfektionisten Melcher genügt die Qualität der Schmid-Produktion hinten und vorne nicht. Es folgen handgeschriebene, nüchterne Qualitäts-Beanstandungen und es kriselt oft unter den unerfahrenen Jungunternehmern. Aber Zweifel oder Aufgeben gibt es nicht, die Schmids und Melchers haben andere Ziele im Blick und halten zusammen wie Pech und Schwefel.

80er-Jahre: Mit der Welle des Booms surfen

Glücklicherweise erlebt die Elektronik-Branche in den 80er Jahren einen Boom. Die dritte industrielle Revolution nimmt an Fahrt auf, der PC (Personal Computer) entsteht und wird bei Schmid für automatisierte Tests genutzt. Der Motor brummt. Mitte der 80er, also nur 14 Jahre nach der Gründung, zählt Schmid Elektronik über 100 Mitarbeiter*innen. Insgesamt produziert die junge Firma über eine Million dieser Regler und trägt damit einen Teil zur Entwicklung der Elektronikbranche bei. Die 10-Mio-CHF-Umsatzgrenze wird geknackt und Reserven für schlechte Zeiten gebildet. Die junge Firma, die alle Startschwierigkeiten überwunden hat, wähnt sich auf dem Gipfel.

Dann folgt eine Katastrophe auf die andere: Eine weltweite Bauteilknappheit mit brutal langen Lieferfristen für Halbleiterchips und Leistungskomponenten entscheidet, ähnlich wie heute, über Sein oder nicht Sein. Damit nicht genug. Die zwei Firmen Melcher und Schmid sind gerade 15 Jahre alt geworden, da platzt die Bombe. Domenic Melcher verkauft sein Ingenieurbüro. Nach einem komfortablen Stromversorgungsmonopol sind die Schmids plötzlich auf sich allein gestellt und müssen neue Kunden gewinnen.

Eben noch erfolgsverwöhnt, nimmt der Abwärtstrend Fahrt auf. Anfang der 90er trifft die Wirtschaft eine empfindliche Konjunkturflaute. Es folgen die umsatzschwächsten Jahre der Firma, Verluste werden eingefahren und sämtliche Reserven verbraucht. Schlaflose Nächte. Was tun in einer solchen Situation? Familie Schmid und die Firma entscheiden sich für die Flucht nach vorn. Ein Vertrieb wird aufgebaut, eine neue Führungsstruktur geschaffen, das ISO 9001-Zertifikat erarbeitet und mit der Einführung der SMT (Surface Mounted Technology) die Produktionskompetenz erweitert.

Die Strategie geht auf: Eine Vielfalt an Elektroniksystemen für unterschiedliche Industriebereiche, von Geldsortieranlagen über Induktionskochherde und Druckmaschinen bis zu Mess- und Sicherheitstechnik löst das Angebot der Regler zunehmend ab. Ein stabiler Kundenstamm wächst heran. Technologien wie das World Wide Web und E-Mail entstehen und halten im betrieblichen Alltag Einzug. Die Talfahrt ist abgebremst und das Unternehmen Schmid Elektronik mausert sich erneut zum Gipfelstürmer.

1997: Die Berg- und Talfahrten gehen weiter

Es ist nun 1997. Schmid Elektronik feiert das 25-Jahres-Jubiläum und Beni Schmid, ein Visionär und Macher, hält eine zeitlose Rede, die bis heute nichts an Substanz eingebüsst hat und hinter der Marco Schmid als Unternehmer der zweiten Generation voll und ganz steht. Einer seiner Schlüsselsätze war: „Mit guten Produkten in einem Nischenmarkt ist meines Erachtens der Arbeitsplatz Schweiz auch heute noch unschlagbar. Die grösste Stärke einer Unternehmung – dies wissen wir aus eigener Erfahrung nicht erst heute – ist ein Stamm gut ausgebildeter und treuer Mitarbeiter*innen.“

Beinahe elf Jahre geht es stets bergauf, aber das Jahr 2008 läutet die nächste Talfahrt ein. Es ist, als würde sich das Rad der Fortuna beständig drehen – einmal oben angekommen, folgt unweigerlich die Ernüchterung. Zuerst bewirkt die Weltwirtschaftskrise einen beträchtlichen Umsatzrückgang. Danach setzt die Verlagerungswelle der Elektronikproduktion von Europa nach Osteuropa und Asien ein. Der Umsatz halbiert sich von 10 Mio. auf 5 Mio. CHF, in der Führung gibts Turbulenzen und erneut werden Verluste eingefahren und Reserven verbraucht.

Diese Entwicklung ist jedoch einschneidender als früher. Die nun 40-jährige Produktionsfirma – mittlerweile hat sich dazu der Begriff EMS (Electronic Manufacturing Service) etabliert – sucht kurz vor 2012 fieberhaft nach einem Ausweg aus dieser Misere. Die Lösung liegt gar nicht weit, sondern mitten in der Familie Schmid.

Teamgeist: Patrizia Oppliger (10 Jahre bei Schmid) und Erich Keller (20 Jahre bei Schmid) sagen: „Vor allem, wenn es beim Kunden fünf vor zwölf und das Problem komplex ist, entfesselt Schmid Elektronik eine gebündelte Kompetenz und einen Teamgeist mit Chancen, die unsere Konkurrenz niemals haben wird."
Teamgeist: Patrizia Oppliger (10 Jahre bei Schmid) und Erich Keller (20 Jahre bei Schmid) sagen: „Vor allem, wenn es beim Kunden fünf vor zwölf und das Problem komplex ist, entfesselt Schmid Elektronik eine gebündelte Kompetenz und einen Teamgeist mit Chancen, die unsere Konkurrenz niemals haben wird."
(Bild: Schmid Elektronik)

Um das zu erklären, gehen wir in unserer Erzählung wieder ein paar Jahre zurück. Marco und Fränzi, Sohn und Schwiegertochter der Gründer, hatten sich vor einiger Zeit ebenfalls für die Selbständigkeit entschieden. Anschauungsunterricht bei Unternehmereltern gab es ja genug. Gemeinsam mit Beni und Margrit gründeten sie 1996 das Ingenieurbüro Schmid Engineering mit der Kernfähigkeit, Embedded-Hard- und -Software für unterschiedliche Produkte zu entwickeln. Es entstanden u. a. elektro-optische Systeme, Messgeräte für Bahnschienen, die Steuerung eines sechsbeinigen Roboters und ein Ultraschall-Handmessgerät.

Ein Gaspipeline-Überwachungs-Messnetzwerk für einen Energieriesen, eingesetzt 1000 Meter unter dem Meeresspiegel in Norwegens größtem Industrieprojekt, führte 2006 schließlich zu einem technologischen Durchbruch. Das wurde zur Geburtsstunde eines Eigenprodukts, welches später Teil eines neuen Geschäftsmodells werden wird: die mit NI LabVIEW grafisch programmierbare Embedded-Plattform ZBrain.

Und nicht nur das. Es wird sich zehn Jahre später als Türöffner für ein Großprojekt des gleichen Energiekonzerns entpuppen, welches die Schmid Elektronik bis heute positiv prägt. Nur die notwendigen Ressourcen zur Entwicklung und globalen Vermarktung dieses Eigenproduktes hatte man damals komplett unterschätzt. Sie standen nicht im Einklang mit den vorhandenen Finanzen des Ingenieurbüros und waren kurz vor 2012 praktisch erschöpft.

2012: Raus aus der Krise – denken wie ein Start-Up

Da sind sie also, die zwei Schwesterfirmen Schmid Elektronik (40 Jahre) und Schmid Engineering (16 Jahre) im verflixten Jahr 2012, mit familiär verbundenen Eigentümern und unterschiedlichen Kulturen. Für sie und ihre Mitarbeiter*innen steht viel auf dem Spiel. Der wirtschaftliche Handlungsspielraum wird enger und enger, und die Marktaussichten dunkler und dunkler.

Der Weg aus der Misere ist ungewöhnlich, klingt zuerst völlig verrückt – aber entspricht haargenau der eigenen DNA (mehr dazu später). Was wäre, wenn man die Einheit der Gegensätze der zwei Schwestern nutzt und sie fusioniert? Würden sie im Spielraum eines neuen Geschäftsmodells neue Kunden gewinnen und aus der Talsohle rauskommen? Ein Geschäftsmodell, welches Kunden ermöglicht, einen flexiblen Mix aus Engineering, Produktion und Eigenprodukten komfortabel aus einer Hand zu erhalten?

Die erfahrene Unternehmerfamilie fühlt sich erneut wie Gründer eines Start-Ups, wird zu ihres eigenen Glückes Schmied und löst damit gleich auch ihre Unternehmensnachfolge. Die Entscheidung fällt mit Herzklopfen: Machen wir’s, egal, was passiert, denn zu verlieren haben wir wenig! So entsteht im Jahre 2012 ein Gesamtanbieter elektronischer Lösungen, die im Engineering erdacht, in der Produktion hergestellt und als Produkt verkauft werden. Marco und Fränzi übernehmen ab jetzt die Verantwortung.

Zu Beginn ist der Erfolg nicht garantiert. Der Mut zahlt sich aber aus und die Rechnung geht auf: Das zusammengeschlossene Unternehmen kehrt in die Gewinnzone zurück. Es lohnte sich, in dieser Krise offen wie ein Start-Up zu denken und konsequent wie ein etabliertes Unternehmen zu handeln. Die Erfolgsbeteiligung für die Mitarbeiter*innen wird eingeführt. Das neue Unternehmen führt zurück auf den Gipfel des Erfolgs – und stellt gleich die nächsten unternehmerischen Herausforderungen: Wie lassen sich zwei Unternehmen und Teams mit völlig verschiedenen Kernkompetenzen, Herkünften und Kulturen nachhaltig zusammenführen? Keiner in der Familie Schmid hatte darin bisher Erfahrung.

Wenn die DNA zum Kompass für Erfolg wird

Elektronikprodukte im Wandel: Analoge Module aus den Anfangszeiten der Elektronik (links, 1974) verglichen mit ihren digitalen Pendants von heute (rechts, 2022).
Elektronikprodukte im Wandel: Analoge Module aus den Anfangszeiten der Elektronik (links, 1974) verglichen mit ihren digitalen Pendants von heute (rechts, 2022).
(Bild: Schmid Elektronik)

Der operative Zusammenschluss ist, objektiv betrachtet, reines Handwerk und funktioniert dank viel Geduld und Lernquellen gut. Der Schlüssel ist die achtsame Transformation einer Abteilungspyramide in dezentrale Teams. Aber da ist noch etwas viel Wichtigeres – die Kultur. Wie bei den ersten Gründungen damals 1972 und 1996 suchte man nach dem Spirit und Kompass, der die vorhandenen Werte und den gemeinsamen Umgang mit Herausforderungen verbindet. Erst viel später sollte klar werden, dass dieser Spirit schon seit den beiden Gründungen immer da war und nur darauf wartete, wiederentdeckt zu werden.

Schmid Elektronik nennt diesen Spirit heute „unsere DNA" und sagt selbstbewusst: „Im Team und mit Pioniergeist schaffen wir Spielraum, sodass Neues und Sinnvolles entsteht, das Berge versetzt und Menschen bewegt." Alle Mitarbeiter*innen verstehen diese Worte, weil sie gefüllt sind mit realen, echten Geschichten aus ihrem konkreten Alltag. Geschichten, die nach Simon Sinek genau dann entstehen, wenn eine Firma zu ihrer Hochform aufläuft und so den Kunden Magisches bieten kann. Erich (Ingenieur) und Patrizia (Office-Teamleiterin) bestätigen dies: „Vor allem, wenn es beim Kunden fünf vor zwölf und das Problem kompliziert oder sogar komplex ist, entfesselt Schmid Elektronik eine gelebte, gebündelte Kompetenz und einen Teamgeist mit Chancen, die unsere Konkurrenz niemals haben wird."

In den vergangenen zwei aufregenden Jahren waren vor allem zwei DNA-Pfeiler entscheidend, die den Umgang miteinander beschreiben: „Bei Schmid stehen die Mitarbeiter*innen an erster Stelle – und das ist seit der Gründung so. Besonders in harten Zeiten verhalten wir uns sozial, helfen einander und auch dem Umfeld.“

Diese DNA definiert auch die Kundenzentrierung: „Inspirierte Mitarbeiter*innen greifen mutig nach den Sternen und helfen, Innovationen zu schaffen. Zu Kunden sind wir echt, erfüllen ihre Träume und bringen sie so weiter. Wir haben Lust auf Neues und lösen mit Herzblut, Handwerk und Expertise knifflige Probleme. Wenn wir etwas machen, dann richtig und mit Schlagkraft.“

Die DNA einer Firma spannt einen Bogen zu ihren Anfängen: Die Philosophie der Gründer setzt den Ton einer Firmen-DNA. In diesem Spielraum entfaltet sie sich bei den Mitarbeiter*innen und wird irgendwann zur Seele der Firma oder eines Teams. Bei Schmid Elektronik war das dank derselben Gründerfamilie wie vorbestimmt. Andere Firmen können ihre DNA mit der Methode nach Simon Sinek und dem „Golden Circle“ wiederentdecken. Unabhängig von Hochs und Tiefs oder organisatorischen Veränderungen bleibt die DNA immer bestehen. Wie wertvoll diese als Kompass bei Trends, neuen Anwendungen, neuen Kunden, Veränderungen oder in Krisen sein kann, wird sich in den kommenden Jahren noch oft zeigen.

Ergänzendes zum Thema
Marco Schmid
Denk nicht zu viel darüber nach, was alles schief gehen könnte, und bleib dir treu.

Marco Schmid: „Als Unternehmer stehe ich voll und ganz hinter den Werten, welche Schmid Elektronik über die fünf Jahrzehnte so erfolgreich durch die vielen Berg- und Talfahrten gebracht hat. Ich betrete gerne Neuland und eine nachhaltige Mobilitäts- und Energiezukunft liegt mir am Herzen.“
Marco Schmid: „Als Unternehmer stehe ich voll und ganz hinter den Werten, welche Schmid Elektronik über die fünf Jahrzehnte so erfolgreich durch die vielen Berg- und Talfahrten gebracht hat. Ich betrete gerne Neuland und eine nachhaltige Mobilitäts- und Energiezukunft liegt mir am Herzen.“
( Bild: Schmid Elektronik )

Vielleicht stehst du nach den Turbulenzen der letzten zwei Jahre vor einer wichtigen Entscheidung, vor einem Wendepunkt oder möchtest vielleicht eine Firma übernehmen, fusionieren oder sogar gründen. Lohnt sich diese Veränderung? Unsere Geschichte kann dir Antworten dazu geben und soll Mut machen, den Sprung ins kalte Wasser zu wagen – wie damals vor 50 Jahren meine Eltern, meine Frau und ich vor 25 Jahren und wir alle gemeinsam, als wir die beiden ungleichen Schwesterfirmen zusammenlegten.

Eine Firma lebt und will auch so behandelt werden. Stell deine Mitarbeiter*innen an erste Stelle. Es lohnt sich, Macht aus der Hand zu geben, deiner Führungscrew zu vertrauen, sie zu fördern und zu fordern, den Mitarbeiter*innen auf Augenhöhe zu begegnen und gut zu ihnen zu sein. Hilf ihnen, Verantwortung anzunehmen und Kompetenzen aufzubauen. Werde zum dienenden Coach. Du wirst es nicht bereuen.

Hochs und Tiefs im Umfeld gehören dazu. Wir können uns aber immer wieder anpassen, das Beste aus der Situation machen und kommen dann wieder auf die Beine. Flexibilität und auch eine gewisse Härte braucht ein KMU, um sich auf dem Markt behaupten zu können. Mach ab und zu verrückte Dinge, erfinde dich neu und wage auch mal ein Risiko. Es lohnt sich, selbst wenn du scheitern könntest und daraus lernst.

Denk nicht zu viel darüber nach, was alles schief gehen könnte, sondern leg los. Sei du selbst, nimm dich nicht zu wichtig und nimm es auch mal mit Humor.

2012-2017: Das Glück des Tüchtigen

Diese erkannte und gelebte DNA stärkt nicht nur das Selbstvertrauen, sondern öffnet zwischen 2012-2017 ganz neue Spielräume. Damit erklimmt die Firma auf dem Weg zu wirtschaftlichen Erfolgen nach der Fusionierung einen Gipfel nach dem anderen:

  • Neue Partnerschaft: Der Weg zu einer vertieften NI-Partnerschaft wird frei. In dieser Community bewegen sich Innovatoren, Out-of-the-Box-Denker, Systementwickler und Forscher, die laufend Neuland betreten und Grenzen verschieben. Das bereichert und fordert uns täglich mit neuen Ideen, Methoden und Lösungen.
  • Neue Kunden: Dank dem flexiblen Geschäftsmodell (Engineering, Produktion und Produkte aus einer Hand), der DNA-Magie und der NI-Verbindung klopfen mittlerweile gleichermassen Grosskonzerne, KMUs, Ingenieurbüros, Start-Ups und Forscher bei Schmid Elektronik an die Tür.
  • Neue Anwendungsgebiete: Schmid wächst mit den neuen Kunden, ihren Bedürfnissen und den technologischen Trends. Das führt zu neuen Projekten, wie zum Beispiel Zustandsüberwachung, vorbeugende Wartung, Internet-of-Things und 3D-Druck.

2018-2019: Es führt kein gerader Weg nach oben

In den Jahren 2018 bis 2019 hebt Schmid mit Lean Production und einem modernen SMT-Maschinenpark die Elektronikproduktion auf ein neues Level. High-Mix/Low-Volume-Aufträge und Spezialitäten wie Losgrösse 1, Prototyping und hochkomplexe Baugruppen führen auf Erfolgskurs.

Natürlich gab es auch mal Rückschläge. Beispielsweise als ein vielversprechendes, laserbasiertes Leuchtturmprojekt desaströs floppte. Alles war schiefgelaufen, warf Schmids Erfolgsbilanz zurück und es dauerte seine Zeit, sich von diesem Fuck-up-Moment zu erholen und schließlich das Beste daraus zu machen: Aus dem Scheitern lernen und die Erfahrung in den Entwicklungsprozess einfliessen lassen. Das Schmid Team schwor sich damals, eine derartige Verschwendung von Ressourcen, Kreativität und Herzblut nie mehr zuzulassen. Und so kam man mit Lean Development und Minimum Viable Products (MVPs) in Kontakt.

Und natürlich gab es absolute Höhepunkte, wie etwa der Telefonanruf eines Energieriesen, der zehn Jahre zuvor die Gas-Pipelines verlegte. Ein Ökorennen sollte mit einem Telemetrie-System digitalisiert und die Kundenerfahrung digital transformiert werden. Wie dieses Großprojekt Schmid aus der Komfortzone holte, der DNA Trumpf ausgespielt wurde, man erneut ein Start-up-Gefühl erlebte und infolge die Firma ein weiteres Mal transformierte, ist eine ganz andere Geschichte … Schmid Elektronik wird Jahre später zum offiziellen Partner dieses Shell Eco-marathon ernannt und damit als einziges KMU in die Reihe globaler Unternehmen wie Altair, Nissan und Microsoft eintreten, die ebenfalls Teil dieses Programms sind.

Durchgeschüttelt von den Rückschlägen, gestärkt von der neuen Lean-Organisation, hochmotiviert vom anspruchsvollen Großprojekt und sachte erholten Finanzen kommen mit den Corona-Jahren ab 2020 erneut schwierige Prüfungen um die Ecke.

Ob damals oder heute: Technik ist nicht alles, es braucht Köpfchen, Herzblut und Handwerk.
Ob damals oder heute: Technik ist nicht alles, es braucht Köpfchen, Herzblut und Handwerk.
(Bild: Schmid Elektronik)

2020-21: Gefährliche Klippen sind zu umschiffen

Kontrollverlust, Frust, Unsicherheit, Existenzängste und Demut gesellen sich zu Trotz, Zweckoptimismus und Entscheidungen auf Basis von Intuition statt nur Fakten. Schmid ist seither oft im Quadranten Dringend & Wichtig unterwegs und damit beschäftigt, das Schiff auf Kurs zu halten und heil an den gefährlichen Klippen vorbei durch das Chaos zu manövrieren. Schönreden ist nicht angezeigt: Die letzten zwei Jahre haben erneut Kraft gekostet, an den Nerven gezerrt und viele Reserven aufgebraucht.

Demgegenüber lösen sich gerade starre Strukturen auf, verändern sich Ansichten, programmiert sich die Denkweise neu und der chinesische Begriff für „Krise“ erhält eine ganz neue Bedeutung. Die neue, dezentrale Lean-Organisation von Schmid Elektronik bewährt sich, die Mitarbeiter*innen leben die DNA jeden Tag und halten zusammen.

Die Führung wacht haushälterisch über die Finanzen und navigiert konzentriert durch den Sturm. Die unternehmerischen Teamleiter sorgen für konstante Lieferfähigkeit und alle zeigen Loyalität, Urvertrauen, Flexibilität und Hilfsbereitschaft. Eine bessere Teamfamilie kann man sich als Unternehmer gar nicht wünschen!

2022: Mit 50 auf zu neuen Ufern und Welten

Es ist Januar 2022 und die nun 50 Jahre junge Schmid Elektronik AG steht wie so oft schon vor einem Wendepunkt. Hinter uns liegt eine lange Reise mit schwindelerregenden Hochs und herausfordernden Tiefs. Mit an Bord ist nun erfreulicherweise auch Katja Schmid, Tochter von Marco und Fränzi. Sie vertritt in der strategischen Führung das Marketing, die digitalen Themen und die Bedürfnisse der neuen Generation.

Die Gesellschaft lässt gerade das Industriezeitalter hinter sich und steht am Tor zur Wissensepoche. Haben die letzten zwei Jahre diesen Epochenwechsel nicht sogar beschleunigt? Was geschehen ist, war nicht nur ein Motor für die digitale Transformation und löste einen ökonomischen Wendepunkt aus. Es wurde auch für einige zum Katalysator einer spirituellen Transformation und führte zu einem ganzheitlichen Systemdenken, welches uns ab jetzt von großem Nutzen sein wird.

Nach Albert Einstein lassen sich Probleme bekanntlich nicht mit derselben Denkweise lösen, wie sie entstanden sind. Darunter gehören etwa die Corona-Nachwehen wie fragile Lieferketten und erhöhte Cyberkriminalität, aber zusätzlich auch das Risiko von Stromausfällen und eine nachhaltige Mobilitäts- und Energiezukunft. Was wäre, wenn wir uns nun eine neue Denk- und Handlungsweise und damit eine erweiterte Wahrnehmung und neue Freiheitsgrade erschließen könnten?

Wenn etwa dank Minimum Viable Products richtig coole und nützliche Produkte und Geschäftsmodelle entstehen? Wenn Daten, Bedeutung und Wissen im betrieblichen Alltag ungeahnte Potentiale entfaltet, Kreativität entfesselt und das zur lernenden Organisation führt? Das sind Fragen, mit denen sich Schmid Elektronik derzeit beschäftigt und damit die Segel für die Fahrt zu neuen Ufern setzt.

Wer ist Schmid Elektronik?

Schmid Elektronik AG ist ein globaler, unabhängiger Lösungsanbieter für Industrie-Elektronik und Embedded-Systeme mit den Kernkompetenzen Engineering-Services, Produktions-Services (EMS) und kundenspezifische NI-LabVIEW-Plattformen.

Kunden werden aus einer Hand beliefert mit:
· Engineering: Embedded-Hardware-Design, Embedded-Software-Design und Systemintegration
· Produktion/EMS: Prototypen, Pilotserien und Serienprodukte
· Embedded-Plattformen: standardisierte Embedded-Hardware, kundenspezifische NI-CompactRIO-Module und Kundenspezifische NI-FlexRIO/SLSC-Karten

Daten & Fakten: 1972 gegründet, 6 bis 7 Mio. CHF Umsatz, 44 Mitarbeiter*Innen, Agiles ISO9001:2015. Das Familienunternehmen ist Integrationspartner von NI (früher National Instruments) und Technologiepartner des Shell Eco-marathon, einer Community für saubere Mobilität und umweltfreundlichen Energieverbrauch.

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