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„Im Internet der Dinge entscheidet der menschliche Faktor“

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Welche Art der Standardisierung ist nun notwendig?

Ich habe ja vorher gesagt: Just do it. Lassen Sie mich das ergänzen zu: Just do it together. Was wir machen, ist: Wir bringen die Partner zur Zusammenarbeit. Wir brauchen semantische Standards, aber welche nun genau? Wir versuchen das herauszufinden, indem wir einen Prototypen bauen. Wir könnten uns ja auch zurücklehnen und sagen: Wir wissen schon alles, was man über PLCs oder Fertigung wissen muss und dann einfach die Standards definieren.

Das wäre aber eine blöde Idee, denn wenn man sich die ganzen PLCs ansieht, dann integrieren sie sich zum zum Teil nicht mit der Informationstechnologie, die vom selben Hersteller stammt. Wir versuchen eben herauszufinden, welche Standards fehlen, und dann entwickeln wir sie. Es geht also nicht darum zu sagen: "Just do it - und dann sind wir fertig", sondern darum: "Just do it und lasst uns aus dem lernen, was funktioniert und was nicht funktioniert."

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Wir müssen herausfinden, wo die Bereiche liegen, die ein Geschäft umkrempeln können. Welche durchschlagenden neuen Services und Produkte sind verfügbar? Denn es gibt neue Services, vor allem mit IoT-Hintergrund. Und welche Standards machen ein Projekt einfacher? Und dann standardisiert man. Ein konkretes Beispiel: Unser erstes Testbett zum Thema Tracking und Nachverfolgen, das wir angekündigt haben, wurde von Bosch und Tech Mahindra auf den Weg gebracht. Bosch ist übrigens eine deutsche Firma (lacht). Deshalb macht es mich verrückt, wenn einige Leute sagen, das IIC sei eine amerikanische Veranstaltung. Ich bin Amerikaner aber mit mir arbeiten Deutsche, Ukrainer, Japaner, Koreaner. Es ist eine internationale Organisation. Und unser erstes angekündigtes Testbett kam von Bosch und Tech Mahindra, mit Unterstützung von Cisco.

Sie bauten das Prototyp-System, um die Leute, die Teile und die Dinge im Lager nachzuverfolgen, um die Sicherheit, die Qualität, die Leistung und die Effizienz zu verbessern. Dadurch haben sie schon eine Menge gelernt, zum Beispiel, dass sie Standards für die Beschreibung der Sensoren brauchen, die in den Umhüllungen und den Werkzeugen stecken. Diese Standard-Anstrengungen legen sie der OMG vor, und die ganze Arbeit wird offengelegt. Wir werden noch mehrere Projekte dieser Art in den kommenden Wochen ankündigen. Ganz konkret haben wir gelernt, welche Geräte integriert werden müssen und wie die Semantik dieser Geräte aussieht.

Was ist die wichtigste Herausforderung für die vielzitierte strahlende Zukunft im Internet der Dinge?

Die beiden wichtigsten Herausforderungen sind Standards und Sicherheit. Bei den Standards muss man aber wissen, welche man braucht, bevor man sie entwickelt. Und die Sicherheit wird jedesmal angesprochen. Wir profitieren ja davon, dass die Internettechnik billig, ja praktisch kostenlos ist. Aber man muss sich dessen bewusst sein, dass das Internet, so wie es heute existiert, nicht unbedingt eine sehr sichere Infrastruktur ist.

Wir müssen das mit der Sicherheit also hinkriegen, und zwar richtig. Deshalb gibt es bei allen unseren Prototypen und Testbetten eine Gruppe für Sicherheitsfragen, die derzeit von Intel und Fujitsu geleitet wird. Fujitsu ist auch keine US-Company. Mir gefällt die Tatsache, dass der Vertreter von Fujitsu Franzose ist, für ein japanisches Unternehmen arbeitet und in den USA lebt. Diese Gruppe prüft jedes Testbett und testet es im Hinblick auf die Sicherheitsaspekte. Wir nehmen das also ernst.

Manchmal wird das IoT ja so vermarktet, als brauche man nur eine bestimmte Middleware oder ein bestimmtes Tool zu kaufen, und alles wird gut.

Es handelt sich aber nicht um ein Tool. Der ganze Zweck des IoT ist es, Dienste und Lieferketten miteinander zu verbndinden.

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