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IEEE hebt Sperre von Huawei-Mitarbeitern wieder auf

| Redakteur: Sebastian Gerstl

Das Institute of Electrical and Electronics Engineers (IEEE) hat den Ausschluss von Huawei-Forschern von seinen Peer-Review-Prozessen wieder aufgehoben. Huawei-Mitarbeiter dürfen nun wieder an der Qualitätskontrolle wissenschaftlicher Paper teilnehmen.

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Bann vorerst aufgehoben: Huawei-Mitarbeiter dürfen nun doch wieder an den redaktionellen Prozessen des IEEE teilhaben. Dazu gehört auch die Teilnahme an der in der Wissenschaft üblichen Peer Review.
Bann vorerst aufgehoben: Huawei-Mitarbeiter dürfen nun doch wieder an den redaktionellen Prozessen des IEEE teilhaben. Dazu gehört auch die Teilnahme an der in der Wissenschaft üblichen Peer Review.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Wenige Tage nach der Ankündigung, dass Huawei-Mitarbeitern von der Peer-Review und der redaktionellen Mitarbeit all seiner angeschlossenen Magazine ausgeschlossen werden sollen, ist der Ingenieursverband IEEE von seiner ursprünglichen Position wieder abgekehrt. Nach einer „Klarstellung des US-Handelsministerium“ habe man beschlossen, Mitarbeiter von Huawei und angeschlossener Unternehmen wieder als Peer Reviewer und Redakteure an seinen Publikationsprozessen teilnehmen zu lassen.

Unklarheit darüber, was „Handel“ und „Wissensaustausch“ genau ausmacht

„Unser anfänglicher, restriktiverer Ansatz wurde ausschließlich durch unseren Wunsch motiviert, unsere Freiwilligen und unsere Mitglieder vor rechtlichen Risiken zu schützen. Mit der erhaltenen Klarstellung wurde diesem Risiko Rechnung getragen,“ gibt der Verband in einem Statement auf seiner zentralen Webseite zur Auskunft. „Wir schätzen die vielen Fragen und Kommentare unserer Mitglieder und Freiwilligen auf der ganzen Welt und danken ihnen für ihre Geduld bei der Bewältigung einer recht komplexen Situation.“

Huawei steht seit dem 15. Mai auf einer Schwarzen Liste des US-Handelsministeriums, dass den Handel mit und den Austausch von Wissen um Technologie mit dem chinesischen Elektronikkonzern massiv einschränkt. . Da der Zugang zum Peer-Review-Prozess von neuen technologischen Errungenschaften als eine Form des Wissensaustauschs ausgelegt werden könnte, hatte das IEEE beschlossen, Huawei-Mitarbeiter von seinen redaktionellen Prozessen auszuschließen.

Diese Ausweitung des Handelsbanns auf Forschungskreise war in verschiedenen Medienkreisen auf Unverständnis und vor allem in China auf massive Kritik gestoßen. Eine Schwestergesellschaft, das in Peking beheimatete Technologie-Forschungszentrum The China Computer Federation (CCF), hatte kurzerhand angekündigt, seine Beziehungen zum IEEE komplett ruhen zu lassen.

„Blacklisting“ des US-Handelsministeriums bleibt bestehen

Andere Schranken bestehen dagegen für Huawei immer noch: Aufgrund der US-Sanktionen lassen nicht nur diverse Chip-Hersteller, sondern auch Google und Microsoft ihre Geschäftsbeziehungen zu einem der weltweit größten Telekommunikationskonzerne weiterhin ruhen. Das schneidet Produkte von Huawei von den Betriebssystemen Android und Windows ab. Künftige Smartphone-Modelle kann Huawei nicht mehr mit vorinstallierten Google-Diensten verkaufen, was die Verkaufsaussichten vor allem in Europa drastisch verschlechtert.

Huawei wird von den US-Behörden verdächtigt, seine unternehmerische Tätigkeit zur Spionage für China zu nutzen. Beweise dafür wurden bislang nicht öffentlich gemacht.

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