Technik-Trends des Jahres

Hypervisoren, Standards und Datensicherheit bestimmen 2017

| Redakteur: Franz Graser

Hypervisor-Technik drängt ins Automobil

Im Bereich der Embedded-Software sieht SYSGO-Marketingchef Jastroch insbesondere im Automotive-Bereich große Entwicklungschancen. Dort wachse gerade das Interesse an der Hypervisor-Technologie, etwa um Steuergeräte zu konsolidieren und um Anwendungsfälle in den Bereichen Safety und Security umzusetzen.

Darüber hinaus seien Car2x, sichere Datenflüsse für autonomes Fahren und adaptive Fahrassistenzsysteme, over-the-Air-Updates, Industrie 4.0 wichtige Technologien. Überdies rechnet Jastroch mit einer weltweiten Zunahme der Zertifizierungsstandards, mit mehr industriespezifischen Sicherheitsbibliotheken. Auch die Bedeutung von Open-Source-Komponenten wird nach Ansicht des Managers wachsen.

Besondere Wachstumschancen erwartet congatec-Marketingchef Christian Eder im Bereich der Server-On-Modules: „Gerade mit dem neuen COM Express Type 7 werden wir unsere extrem starke Position bei Computer-on-Modules auch auf den Bereich Server-on-Modules ausweiten. Unsere bekannt verlässliche Technologie haben wir bereits in den letzten Jahren auch auf Single-Board-Computer zur einfacheren Anwendung implementiert. In diesem Bereich werden wir 2017 unsere Bekanntheit und damit auch unseren Marktanteil deutlich ausbauen.“

TQ-Mann Gerstner setzt auf die Segmente Robotik, E-Mobilität sowie auf Embedded-Module und -Systeme: „Die TQ-Group kann ihre Stärken als Multispezialist im Elektronikbereich in der Robotik wie auch in der E-Mobilität synergetisch nutzen und die Kompetenz in der Antriebs- sowie Getriebetechnologie, der Steuerungstechnik und rund um das Energiemanagement optimal einsetzen.“

Der Mainzer Softwarehersteller SYSGO sieht eine große Chance darin, seine Erfahrung aus dem Luftfahrtbereich auf das Automobilsegment zu übertragen: „Die Lösungen, die wir bereits vor 15/20 Jahren im Avionik-Bereich eingeführt haben, können wir heute sehr gut in den Automotivebereich überführen. Der Unterschied zwischen einem Autopiloten und Autonomous Driving ist eigentlich gar nicht so groß. Gemeinsame Bestrebungen zur Standardisierung werden sowohl in USA und Europa gerade umgesetzt (EU strategy on cooperative, connected and automated mobility).“

Ein weiteres wichtiges Feld ist der Bereich Transportation/Eisenbahn, wie Jastroch ergänzt: „Neue Regelungen (ETCS) in Europa stellen erhöhte Anforderungen an Zertifizierungen im Bahnbereich, die wachsenden Bedarf an Lösungen für sicherheitsrelevante Anwendungen schaffen. Zudem gibt es Bestrebungen der Bundesregierung, den Straßenverkehr (Schwerlast) zu entlasten, was zu einem signifikanten Wachstum im Schienenverkehr in den nächsten Jahren führen wird.“

Und last but not least: „Security, weil die extrem steigende Vernetzung von Geräten aller Art (Autos, Züge, Maschinen und dergleichen) erhöhte Anforderungen an die Security stellen. No safety without security“, schließt Jastroch.

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