Batterie-Recycling Hydrometallurgische Anlage zum Recycling von Lithium-Ionen-Akkus

Redakteur: Johann Wiesböck

Durch den Bau einer neuen, hochmodernen hydrometallurgischen Anlage in Harjavalta, Finnland, wird Fortum seine Kapazitäten für das Recycling von Lithium-Ionen-Batterien erweitern. Mit einer Investitionssumme von rund 24 Millionen Euro baut das Unternehmen seine hydrometallurgische Recyclingkapazität aus.

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Fortum investiert 24 Millionen Euro für das Recycling von Lithium-Ionen-Batterien – Visualisierung der geplanten Anlage.
Fortum investiert 24 Millionen Euro für das Recycling von Lithium-Ionen-Batterien – Visualisierung der geplanten Anlage.
(Bild: Fortum)

Lithium-Ionen-Batterien (Akkus) spielen eine Schlüsselrolle bei dem Übergang zu umweltfreundlicher Energie und dem Wachstum von E-Mobilität. Mit der rapiden Elektrifizierung des Verkehrs und dem Übergang zu erneuerbaren Energiequellen wird die Nachfrage nach Lithium-Ionen-Batterien bis 2030 voraussichtlich um mehr als das Zehnfache steigen. Dadurch wird sich auch der Bedarf an seltenen Metallen, die bei der Produktion von Lithium-Ionen-Batterien verwendet werden, in naher Zukunft deutlich erhöhen.

Eine Recycling-Anlage von Fortum in Harjavalta soll dazu beitragen, die steigende Nachfrage nach recycelten Batteriematerialien zu befriedigen und die nachhaltige Rückgewinnung von Lithium, Nickel, Kobalt und Mangan zu ermöglichen. Alle vier Materialien sind für die Herstellung neuer Batterien für Elektrofahrzeuge besonders essenziell und wertvoll.

„Fortum setzt auf eine grünere Zukunft, indem es weiter in seine hydrometallurgischen Recyclinganlagen investiert. Die neue Anlage in Harjavalta wird in naher Zukunft rund 30 Arbeitsplätze in der Region schaffen, wobei die Bedeutung der Anlage in ganz Europa zu spüren sein wird, da sie nach ihrer Fertigstellung die größte ihrer Art auf dem Markt sein wird“, sagt Kalle Saarimaa, Vice President, Fortum Recycling & Waste.

„Unser umfangreiches Angebot deckt mehrere Schlüsselsegmente der Wertschöpfungskette von Batterien ab, und wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit wichtigen Partnern in diesen Bereichen. Mit der zunehmenden Elektrifizierung des Verkehrs wird die Rohstofflücke, mit der die Automobilindustrie konfrontiert ist, immer mehr zu einer ernsthaften Herausforderung. Unsere Anlage wird das bereits bestehende finnische und europäische Ökosystem der Batterieherstellung unterstützen und der Branche insgesamt helfen, mehr nachhaltige Batterien in Europa zu produzieren."

Mechanischen und CO2-armen hydrometallurgischen Technologien

Fortum nutzt eine Kombination aus mechanischen und CO2-armen hydrometallurgischen Technologien, um Batterien so nachhaltig wie möglich und mit dem geringstmöglichen CO2-Fußabdruck zu recyceln. Die Lithium-Ionen-Batterien werden zunächst zerlegt und in einem mechanischen Prozess in Fortums Anlage in Ikaalinen, Finnland, bearbeitet. Die schwarze Masse der Batterie, welche seltene Metalle enthält, wird dann gesammelt und zur hydrometallurgischen Verarbeitung nach Harjavalta transportiert.

Fortum betreibt derzeit bereits eine hydrometallurgische Anlage als Pilotprojekt im industriellen Maßstab am Standort Harjavalta. Die Fabrikanlage, welche voraussichtlich 2023 in Betrieb gehen wird, wird noch einmal zu einer signifikanten Steigerung der Verarbeitungs- und Recyclingkapazitäten von Fortum beitragen. Die Anlage wird Fortum in die Lage versetzen, einen Großteil der Batterien von Elektrofahrzeugen in Europa zu recyclen, die am Ende ihrer Lebensdauer sind.

Im März wurde das hydrometallurgische Batterierecycling von Fortum als eines von vier Fortum-Projekten identifiziert, die in die engere Auswahl für den EU-Innovationsfonds für kohlenstoffarme Technologien gekommen sind. Alle vier Fortum-Projekte schafften es in die engere Auswahl von nun 70 Kandidaten für eine Finanzierung aus dem ersten Innovationsfonds der Europäischen Union in Höhe von 1 Milliarde Euro.

Kalle Saarimaa, Fortum: „Unsere neue Anlage wird das bereits bestehende finnische und europäische Ökosystem der Batterieherstellung unterstützen und der Branche insgesamt helfen, mehr nachhaltige Batterien in Europa zu produzieren."
Kalle Saarimaa, Fortum: „Unsere neue Anlage wird das bereits bestehende finnische und europäische Ökosystem der Batterieherstellung unterstützen und der Branche insgesamt helfen, mehr nachhaltige Batterien in Europa zu produzieren."
(Bild: Jari Kivelä)

Fortum hat außerdem Zuschüsse aus den strategischen Förderprojekten IPCEI (Important Projects of Common European Interest) von „Business Finland“ in Verbindung mit dem European Battery Innovation-Projekt der EU-Kommission erhalten. Die Zuschüsse wurden in Verbindung zur Entwicklung von Fortums mechanischem Recyclingwerk in Ikaalinen und dem metallurgischen Recyclingwerk in Harjavalta gewährt.

Hintergrund: Fortum ist ein europäisches Energieunternehmen mit Aktivitäten in mehr als 40 Ländern. Das Unternehmen versorgt Kunden mit Strom, Gas, Wärme und Kälte sowie mit intelligenten Lösungen zur Verbesserung der Ressourceneffizienz. Zusammen mit der Tochtergesellschaft Uniper ist es der drittgrößte Produzent von CO2-freiem Strom in Europa. Mit fast 20.000 Mitarbeitern und einer konsolidierten Bilanz von ca. 60 Mrd. Euro hat das Unternehmen die Größe, Kompetenz und Ressourcen, um die Energiewende voranzutreiben.

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