Batteriespeicher für die Energiewende Hybrid-Steckverbinder für modulare Energiespeicher

Autor / Redakteur: Peter Richter * / Gerd Kucera

Das manuelle Verkabeln großer Batterie-Energiespeicher ist zeitaufwendig und birgt ein hohes Risiko von Installationsfehlern bei der Inbetriebnahme. Ein Anschluss über Hybrid-Steckverbinder ist schnell und sicher.

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Bild 1: Der dezentrale und stationäre Batteriespeicher Energy Neighbor; mit Hilfe der lokal zwischengespeicherten erneuerbaren Energien werden Transportverluste und Schwankungen im Stromnetz reduziert.
Bild 1: Der dezentrale und stationäre Batteriespeicher Energy Neighbor; mit Hilfe der lokal zwischengespeicherten erneuerbaren Energien werden Transportverluste und Schwankungen im Stromnetz reduziert.
(Bild: Phoenix Contact)

Dezentrale stationäre Batteriespeicher, die erneuerbare Energien effizient nutzen und dabei das Netz stabilisieren, sind ein zentraler Bestandteil der Energiewende. Die modular aufgebauten Batteriespeicher des Energy Neighbor (Bild 1), der im oberbayerischen Moosham an den Start gegangen ist, werden mittels rechteckigen Hybrid-Steckverbindern von Phoenix Contact angeschlossen.

Ob auf der Nordseeinsel Pellworm, auf den Bergkuppen der Alpen oder im sonnenreichen Baden-Württemberg – deutschlandweit erzeugen etwa 1,5 Mio. PV- und 25.000 Windenergie-Anlagen Strom aus erneuerbaren Energien. Die Gesamtleistung beider Systeme betrug 2015 in Deutschland mehr als 124,5 Mrd. kWh.

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In Spitzenzeiten liefern die Anlagen oft mehr Energie als in den Gemeinden vor Ort benötigt wird. Bei energietechnisch ungünstiger Wetterlage hingegen müssen die Haushalte ihren Energiebedarf zusätzlich aus überregionalen Netzen decken.

Vor diesem Hintergrund gewinnen Batteriespeicher zunehmend an Bedeutung. Im Praxisbetrieb sind die Systeme modular aufgebaut; erst an ihrem Bestimmungsort werden die Batterieeinheiten in die Speicher-Racks eingebaut. „Dadurch lassen sich die Batteriesysteme einfacher handhaben und wichtige Sicherheitsanforderungen erfüllen“, erläutert Konstrukteur Eugen Budjugin (Bild 2) von der Varta Storage GmbH. „Lithium-Ionen-Batterien unterliegen speziellen Vorschriften der Vereinten Nationen für den Gefahrgut-Transport.“ Erst in Reihe geschaltet erreichen sie dann die nötige Spannung, um große Energiemengen effizient zu speichern.

Varta Storage ist ein führender Spezialist für Energiezwischenspeicherung. Das Unternehmen hat sich auf innovative Lithium-Ionen-Batteriespeicher für private Haushalte und industrielle Anwendungen spezialisiert und ist Teil der Varta-Microbattery/Varta Storage-Unternehmensgruppe. Durch diverse Forschungs- und Entwicklungsprojekte leistet das Unternehmen einen effizienten Beitrag zur Energiewende. So hat das im bayrischen Nördlingen ansässige Unternehmen in Zusammenarbeit mit der Technischen Universität München (TUM), der Kraftwerke Haag GmbH und dem Bayerischen Zentrum für angewandte Energieforschung (ZAE) den stationären Energiespeicher für regenerative Energien entwickelt (Bild 3), der als Energy Neighbor an den Start gegangen ist.

Bei handelsüblichen, bereits in Betrieb genommenen Batteriespeichersystemen wurden die einzelnen Batteriemodule (fast immer Lithium-Ionen-Akkus) aufwendig untereinander verkabelt. „Erfolgt die Reihenschaltung über Verbindungsleitungen, werden die Kabel mit den Plus- und Minuspolen der Batterieblöcke verschraubt“, erklärt Budjugin, „bei der Inbetriebnahme von Großspeichern entsteht dabei allerdings ein hoher und zeitaufwendiger Verkabelungsaufwand. Außerdem steigt bei dieser Methode mit der Anzahl der Batteriemodule auch das Risiko von Installationsfehlern.“

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