Wissensübertragung auf der ISS Humanoider Roboter soll Forscher im All entlasten

Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter

Der humanoide Roboter NAO soll das Wissen der Forscher auf der Raumstation ISS weiter geben: Dieser ist mit einem autobiographischen Gedächtnis ausgestattet.

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Der humanoide Roboter Nao verfügt über ein autobiographisches Gedächtnis und kann Wissen weiter geben.
Der humanoide Roboter Nao verfügt über ein autobiographisches Gedächtnis und kann Wissen weiter geben.
(Bild: Inserm/Patrice Latron)

Die Forscher auf der Internationalen Raumstation ISS wechseln alle sechs Monate und dann kommt ein komplett neues Team. Um das Wissen an die nächste Besatzung weiter zu geben, haben französische Wissenschaftler einen humanoiden Roboter entwickelt, der genau diese Aufgabe übernehmen soll.

Ein Ziel der Robotik ist es, eine engere Kooperation zwischen Mensch und Roboter zu ermöglichen. Mit dem humanoiden Roboter Nao sind die Wissenschaftler diesem Ziel wieder einen Schritt näher gekommen. Über visuelle Imitation, physische Demonstration und Sprachsteuerung ist Nao fähig, Bewegungen und Informationen zu erlernen und „sich zu merken“. Alle diese einzelnen Aktionen werden automatisch im autobiographischen Gedächtnis des Roboters abgespeichert, um das so erworbene Wissen bei Bedarf weitergeben zu können. Diese Erkenntnisse sollen nun auf der ISS zur Anwendung kommen.

Heute sind Roboter kaum noch wegzudenken, die die Besatzung entlasten. Seit 2011 wird der humanoide Roboter Robonaut 2 für Aufgaben innerhalb und außerhalb der Raumstation eingesetzt. Alle sechs Monate wechselt die Besatzung und die Weitergabe von Informationen wird notwendig.

Roboter erlernt Fähigkeiten

Zur Erprobung der Fähigkeiten von Nao wurde ein Szenario entworfen, bei dem eine elektronische Leiterplatte beschädigt ist. Nao übernimmt in diesem Fall die Rolle des wissenschaftlichen Assistenten und folgt den Anweisungen des Besatzungsmitglieds. Sollte dieser Fehler dann erneut auftreten, kann Nao dank seines Gedächtnisses einem neuen Mitglied an Bord später über eine Videoaufzeichnung erklären, wie die Leiterplatte zu reparieren ist. Tritt ein ähnlicher Fehler auf, kann Nao seine Erfahrungen mit solchen Defekten weitergeben und gleichzeitig die Lösung dieses neuen Problems abspeichern und an die folgende Besatzung weitergeben.

Auch alte Menschen mit Robotern betreuen

Diese Ergebnisse zeigen die Machbarkeit solcher Systeme und ermöglichen es, Wissen zu sammeln und weiterzugeben. Jetzt wollen die Forscher Nao unter realen Bedingungen der Schwerelosigkeit im All testen. In Zukunft sollen diese Roboter als persönliche Gedächtnisstütze auch bei der Betreuung von älteren Menschen zum Einsatz kommen.

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