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Huawei und Mediatek testen 5G in Peking

| Redakteur: Michael Eckstein

Chinas größter Handyhersteller Huawei und Halbleiterproduzent Mediatek wollen gemeinsam ein ganzes Ökosystems an Lösungen entwickeln, bestehend aus 5G-Gateways, Chipsets und Infrastruktur-Komponenten.

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5G ante portas: Mediatek und Huawei arbeiten bei der 5G-Entwicklung zusammen
5G ante portas: Mediatek und Huawei arbeiten bei der 5G-Entwicklung zusammen
(Bild: clipdealer)

Der Nachfolger der LTE-Technik nimmt Form an: Mediatek hat einen Gateway-Prototypen entwickelt, der acht Mobilfunkantennen integriert und die Kriterien des 5G-Standards der 3GPP-Standardisierungsgruppe erfüllt. Huawei und Mediaktek haben damit nach eigenen Angaben erfolgreich Verbindungstests bei Übertragungsraten von mehr als 5 GBit/s durchgeführt und die Interoperabilität des neuen 5G-Funkstandards (5G New Radio, NR) demonstriert.

5G auch in Deutschland auf dem Prüfstand

In vielen Ländern soll der neue 5G-Standard einen großen Teil des Datenverkehrs übertragen, der bislang über fest verkabelte Infrastrukturen fließt - beispielsweise im Anschlussbereich zum Endanwender (Local Loop, letzte Meile) und in Industrieumgebungen. In den USA wollen erste Netzbetreiber bereits Anfang 2018 die 5G-Technik installieren.

Auch in Deutschland laufen die Vorbereitungen für das Einführen des LTE-Nachfolgers auf Hochtouren. In Berlin hat der Senat gerade mit der Deutschen Telekom vereinbart, ein 5G-Testfeld aufzubauen. Zuvor ist bereits im Hamburger Hafen ein solcher Feldtest im Rahmen des 5G-Forschungsprojekts MoNArch (5G Mobile Network Architecture) in Betrieb gegangen.

Unter der Leitung des finnischen Netzwerkausrüsters Nokia arbeiten in diesem Konsortium die Mobilfunk-Netzbetreiber Deutsche Telekom und Telecom Italia, Ausrüster Huawei Deutschland sowie als Anwender die Hamburg Port Authority zusammen. Die Beteiligten wollen untersuchen, wie sich die neue Technik unter alltagsnahen Bedingungen verhält. Die Europäische Union unterstützt das Projekt über ihr Horizon-2020-Finanzierungsprogramm.

Hohes Tempo, kurze Paketumlaufzeit

Im nun in Peking realisierten Test konnten Mediatek und Huawei zeigen, dass sich Daten im Innenbereich ebenso effizient übertragen lassen wie mit einem Aufbau im Außenbereich, der eine Dipolantenne benutzt. Die Unternehmen nutzten dafür den 3,5-GHz-Frequenzbereich und eine Bandbreite von 200 MHz.

Wie Mediatek erklärt, verkürzt 5G die Paketumlaufzeit (engl. Round-Trip-Time, RTT) erheblich. Während ein Paket im LTE-Netz rund 20 ms benötigt, um von einem Endgerät zur Basisstation und retour zu gelangen, sind es bei 5G auf nur noch 3 ms. Die neue Technik wird Frequenzen zwischen 600 MHz und 100 GHz unterstützen, bei Kanalbandbreiten von 20 bis über 100 MHz. 5G soll zudem das Verhältnis zwischen Down- und Upstream dynamisch ändern können.

5G für kommerzielle Anwendungen

Laut Mediatek zeige der jetzige Test in China das Potenzial der 5G-Technik in kommerziellen Anwendungen, die Kommunikationsverfahren im Frequenzbereich unter 6 GHz nutzen. Nach Aussagen von Kevin Jou, CTO von Mediatek werden 5G-Gateways in Zukunft eine bedeutende Rolle in der Kommunikationstechnik spielen. Der erfolgreiche IODT-Test (Interoperability and Docking Test) sei daher ein wichtiger Meilenstein für das Entwickeln weiterer 5G-Produkten.

Für Endkunden soll 5G Datenübertragungsraten von 100 MBit/s und mehr ermöglichen – netzwerkweit. Der Nachfolger des aktuellen Mobilfunkstandards LTE soll bis 2020 eingeführt werden. Angekündigt sind Übertragungsraten von 10 GBit/s, teilweise sogar 20 GBit/s, sowie sehr niedrige Latenzzeiten von weniger als 1 Millisekunde.

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