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Huawei-Tochter HiSilicon ist weltweit zehntgrößtes Halbleiterunternehmen

Redakteur: Sebastian Gerstl

HiSilicon, der Halbleiter-Zweig des chinesischen Huawei-Konzerns, ist erstmals in die Top Ten der weltweit umsatzstärksten Chipunternehmen aufgestiegen. Im Vergleich zum Vorjahr hat das Unternehmen seine Umsätze um 50% gesteigert und machte damit Infineon den Rang als zehntstärkster Halbleiterproduzent streitig.

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Beflügelt von einem enormen Bedarf des Mutterkonzerns Huawei ist mit HiSilicon erstmals ein chinesisches Chipunternehmen unter den zehn umsatzstärksten Halbleiterherstellern weltweit vertreten.
Beflügelt von einem enormen Bedarf des Mutterkonzerns Huawei ist mit HiSilicon erstmals ein chinesisches Chipunternehmen unter den zehn umsatzstärksten Halbleiterherstellern weltweit vertreten.
(Bild: ©Maxim_Kazmin - stock.adobe.com)

Mit HiSilicon ist erstmals ein chinesisches Unternehmen unter den zehn weltweit umsatzstärksten Halbleiterproduzenten vertreten. Dies geht aus dem diesjährigen Mai-Update von IC Insights hervor, das regelmäßig anhand der Quartals-Umsatzzahlen die zehn größten Chip-Unternehmen erhebt.

Demnach behauptet Intel weiterhin seine im letzten Jahr wiedererlangte Spitzenposition for dem südkoreanischen Samsung-Konzern. Auftragsfertiger TSMC aus Taiwan liegt weiterhin auf dem dritten Rang. Broadcom, auf Rang 6, ist das Umsatzstärkste von vier vertretenen Fabless-Halbleiterunternehmen.

Massiver interner Bedarf befördert HiSilicons Aufstieg

Insgesamt haben sechs der in den Top 10 vertretenen Firmen Ihren Hauptsitz in den USA (Intel, Micron, Broadcom, Qualcomm, Texas Instruments und NVIDIA). Zwei stammen aus Südkorea (Samsung und SK Hynix), hinzu kommen TSMC aus Taiwan und nun auch HiSilicon aus China.

Ein Jahr zuvor rangierte HiSilicon noch auf Rang 14, nachdem das Unternehmen zuvor bereits im 1. Quartal 19 aufgrund eines 41%-igen Anstiegs der Verkäufe im Jahresvergleich um 11 Plätze zugelegt hatte. Ein großer Teil des Erfolgs von HiSilicon beruht auf der Betreuung der Muttergesellschaft mit Anwendungsprozessoren für Smartphones.

Dabei wird der allergrößte Teil der Produktion effektiv intern gedeckt: Über 90% des Verkäufe von HiSilicon gehen laut Erhebung von IC Insights an den Mutterkonzern Huawei. Dieser Umstand wird von der chinesischen Politik, möglichst unabhängig von westlichen Chipproduzenten zu werden, und den Versuchen der USA, globale Chiplieferungen an chinesische Unternehmen zu unterbinden, weiter beflügelt.

Keine Europäer oder Japaner mehr in den Top Ten

Nvidia ist mit einer Umsatzsteigerung von 37% im Jahresvergleich im 1. Quartal 1920 in die Top Ten zurückgekehrt. Japanische oder europäische Unternehmen sind hingegen im aktuellen Ranking nicht mehr vertreten: Infineon, das vor einem Jahr noch auf Platz 10 gelegen hatte, ist ebenso wie der japanische Speicherproduzent Kioxia aus der Rangliste gerutscht.

Die zehn umsatzstärksten Halbleiteranbieter verzeichneten zusammengenommen im 1. Quartal 2020 gegenüber dem 1. Quartal 2019 einen Zuwachs von 16%. Das vergleichbare Gesamtwachstum des Halbleitermarkts betrug 7%. Zu bedenken hierbei ist, dass Ende 2019, noch vor Ausbruch der weltweiten Coronakrise, der Markt ein sehr gesundes Wachstum aufweisen konnte. Hinzu kamen im ersten Quartal 2020 in vielen Halbleitermärkten verstärkte Hamsterkäufe, da sich Kunden Sorgen um die mittelfristige Versorgung in ihren Lieferketten machten. Wie sehr sich die längerfristigen Auswirkungen der aktuellen Coronakrise noch auf den Markt auswirken, werden erst die kommenden Monate zeigen können.

Das aktuelle Top 10 Ranking der umsatzstärksten Halbleiterunternehmen im ersten Quartal 2020. Beflügelt durch den enormen Bedarf des Mutterkonzerns Huawei ist mit HiSilicon erstmals ein chinesisches Unternehmen vertreten.
Das aktuelle Top 10 Ranking der umsatzstärksten Halbleiterunternehmen im ersten Quartal 2020. Beflügelt durch den enormen Bedarf des Mutterkonzerns Huawei ist mit HiSilicon erstmals ein chinesisches Unternehmen vertreten.
(Bild: IC Insights)

Die Mischung von Fabless-Unternehmen und der Auflistung des Auftragsfertigers TSMC, der einen Großteil der Chips für diese Firmen produziert, verzerrt dieses Ranking ein wenig. IC Insights räumt ein, dass es hier Unstimmigkeiten gibt, da dies zu einer Doppelzählung der tatsächlich erfolgten Chip-Umsätze führen könnte. "Da viele unserer Kunden Lieferanten für die Halbleiterindustrie sind (die Anlagen, Chemikalien, Gase usw. liefern), würde der Ausschluss großer IC-Hersteller wie der Foundries erhebliche Löcher in der Liste der Top-Halbleiterlieferanten hinterlassen," begründet IC Insights diese Entscheidung.

Auch dieser Umstand trägt zu dem hohen Ranking von HiSilicon, wie auch anderer Fabless-Unternehmen, bei. So schätzt. IC Insights beispielsweise, dass TSMC im Jahr 2017 etwa 5% seiner Produktion - oder 1,53 Mrd. US-$ - an HiSilicon verkauft hat. Dieser Anteil stieg auf 8% (2,78 Mrd. US-$) im Jahr 2018 und 14% im Jahr 2019 (etwa 4,95 Mrd. US-$). Zwei Unternehmen waren 2019 alleine für über ein Drittel (37%) des Umsatzes von TSMC im Jahr 2019 verantwortlich, sagt IC Insights: HiSilicon und Apple.

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