Ausbau 5G-Infrastruktur Huawei-CEO Ken Hu fordert mehr Engagement von Netzbetreibern

Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter

Nach fünf Jahren hat sich 5G weltweit etabliert. Allerdings müssen gerade B2B-Anwendungen schneller entwickelt werden. Von 10.000 Projekten sind allein die Hälfte in China. Huawei-CEO Ken Hu fordert mehr Engagement von den Telekommunikationsbetreibern.

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Huawei-CEO Ken Hu hat auf dem Global Mobile Broadband Forum mehr weltweite B2B-Projekte gefordert.
Huawei-CEO Ken Hu hat auf dem Global Mobile Broadband Forum mehr weltweite B2B-Projekte gefordert.
(Bild: Huawei)

Es gibt derzeit 176 kommerzielle 5G-Netze auf der ganzen Welt, die mehr als 500 Mio. Abonnenten versorgen. Für private Anwender sind die durchschnittlichen Download-Geschwindigkeiten bei 5G etwa zehnmal schneller als bei 4G. Das erlaubt Anwendungen wie VR und 360°-Übertragungen. Auf Unternehmensseite gibt es weltweit 10.000 Projekte, die B2B-Anwendungen von 5G untersuchen.

Das ist die Bilanz von Ken Hu, Huaweis amtierendem CEO, in seiner Eröffnungsrede zum Global Mobile Broadband Forum (MBBF) in Dubai. Er skizzierte drei Entwicklungsrichtungen für die nächste Phase des 5G-Wachstums, darunter XR-Dienste, der B2B-Markt und die kohlenstoffarme Entwicklung.

Mehr nachhaltige Geschäftsmodelle entwickeln

„In nur fünf Jahren nach der kommerziellen Einführung hat sich 5G bei privaten Anwendern und in verschiedenen Industrien auf der ganzen Welt weit verbreitet“, resümiert Ken Hu. „Diese Entwicklung verlief viel schneller, als wir erwartet haben, insbesondere in Bezug auf die Netzabdeckung und die Anzahl der 5G-Endgeräte auf dem Markt."

5G-Anwendungen in Branchen wie der Fertigung, dem Bergbau und den Häfen hätten bereits die Testphase durchlaufen und würden nun in großem Maßstab umgesetzt. Allerdings befänden sich mehr als die Hälfte der 10.000 Projekte in China. „Wir haben bereits eine große Anzahl von Anwendungsfällen, aber wir müssen noch mehr nachhaltige Geschäftsmodelle entwickeln“, sagt Hu weiter.

In diesem Zusammenhang verwies er auf die Veränderungen, wie die beschleunigte digitale Transformation. Cloud und künstliche Intelligenz (KI) sind für alle Unternehmen ein Muss. Aber auch der Klimawandel wird ernster genommen, was sich langfristig auch auf die ITK-Branche auswirkten wird.

Bessere Infrastruktur für 5G

Netze, Geräte und Inhalte müssten auf das explosive Wachstum der erweiterten Realität (Extended Reality, XR) vorbereit werden. Damit beispielsweise eine Cloud-Anwendung problemlos funktioniert, sind Download-Geschwindigkeiten von mehr als 4,6 GBit/s mit einer Latenz von höchstens 10 ms notwendig. „Letztes Jahr haben wir unsere Ziele für 5.5G veröffentlicht“, sagt Ken Hu [1]. Dabei handelt es sich um eine erweiterte Version des 5G-Netzes, die einige zusätzliche Funktionen bietet. Laut Huawei soll sich die „Interaktionserfahrung in Echtzeit verbessern, IoT-Funktionen des Mobilfunknetzes erweitert und neue Szenarien erforscht werden“.

Für ein vielfältigeres Content-Ökosystem soll die Branche Cloud-Plattformen und Tools bereitstellen, mit denen sich Inhalte einfacher entwickeln lassen. Außerdem sagt Hu, dass Telekommunikationsbetreiber ihre Netze verbessern und neue Möglichkeiten entwickeln müssten, um für B2B-Anwendungen gerüstet zu sein.

„Ein leistungsfähiges Netz ist der Schlüssel für ein erfolgreiches 5G in der Industrie“, beschreibt Hu. Aus diesem Grund entwickle Huawei autonome Netzwerke, die alle Aspekte von 5G-Netzwerken, von der Planung und dem Aufbau bis hin zur Wartung und Optimierung, abdeckten.

Neue Materialien und bessere Algorithmen

Damit 5G für die Industrie zur Verfügung steht, sind nach Meinung des Huawei CEOs branchenspezifische Telekommunikationsstandards notwendig. „In China haben die Betreiber gemeinsam mit ihren Partnern aus der Industrie damit begonnen, Standards für die Anwendung von 5G im Kohlebergbau, der Stahlindustrie und der Elektrizitätswirtschaft zu entwickeln“, berichtet Ken Hu.

Trotz Ausrichtung auf technologische Möglichkeiten darf die ITK-Branche den ökologischen Wandel nicht vernachlässigen, warnt Hu. Nach Angaben des Weltwirtschaftsforums könne Digitaltechnik bis 2030 dazu beitragen, die weltweiten Kohlenstoff-Emissionen um mindestens 15 Prozent zu senken.

„Einerseits haben wir die große Chance, allen Branchen dabei zu helfen, mit digitaler Technik Emissionen zu senken und die Energieeffizienz zu verbessern“, kommentiert Ken Hu. Zurzeit setze Huawei neue Materialien und Algorithmen ein, um den Stromverbrauch der eigenen Produkte zu senken, baue Standorte um und optimiere das Energiemanagement in den Rechenzentren, um die Effizienz zu steigern.

Referenz

[1] 5.5G is coming, Huawei suggests ten times improvements (abgerufen am 13.10.2021).

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