Smartphones HTC One soll die Vormacht von Samsung brechen

Redakteur: Franz Graser

Nichts weniger als „eine neue Perspektive auf Smartphones“ soll das neue Android-Handy HTC One eröffnen. Insbesondere die Kamera und die Multimedia-Funktionen stehen dabei im Vordergrund.

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Das HTC One wird von der Presse routinemäßig als potenzieller iPhone-Killer apostrophiert. Wichtiger für HTC wäre es, wenn Android-User es als Alternative zu Samsungs übermächtigem Galaxy S3 wahrnehmen würden.
Das HTC One wird von der Presse routinemäßig als potenzieller iPhone-Killer apostrophiert. Wichtiger für HTC wäre es, wenn Android-User es als Alternative zu Samsungs übermächtigem Galaxy S3 wahrnehmen würden.
(Bild: HTC)

Das HTC One, das gestern offiziell vorgestellt wurde, wird von den Fachjournalisten zwar gern als potenzieller iPhone-Killer bezeichnet. So schrieb der Focus vollmundig: „Gegen dieses Flaggschiff kann das iPhone 5 einpacken“. Doch der eigentliche Gegner des taiwanischen High-End-Smartphones kommt nicht aus Cupertino, sondern aus Korea. Denn es gilt vor allem gegenüber dem Samsung Galaxy S3 Boden gutzumachen, das mit weitem Abstand das meistverkaufte Android-Smartphone ist.

Aus diesem Grund hat HTC alles darangesetzt, die Leistungsdaten des koreanischen Platzhirsches zu übertreffen. Gegen den mit 1,4 Gigahertz getakteten Vierkernprozessor im Galaxy S3 setzt HTC einen Quadcore-Chip mit 1,7 Gigahertz. Gegen Samsungs 8-Megapixel-Kamera bringt HTC 4,1 Megapixel in Stellung. Das sieht auf den ersten Blick wie ein Rückschritt aus, doch die Taiwaner setzen sogenannte UltraPixels ein, die mehr Fläche als die sonst verbauten Bildsensoren einnehmen und somit dreimal so viel Licht aufnehmen sollen wie die Sensoren traditioneller Smartphone-Kameras.

Auf diese Weise will HTC die Defizite von Fotoaufnahmen bei schummrigen Lichtverhältnissen beseitigen, mit denen die bisherigen Smartphones zu kämpfen hatten. Zudem soll diese Technik, gepaart mit einer größeren Linse, das Bildrauschen reduzieren, das für viele Handy-Kameras typisch ist. Mit dieser Kamera soll es möglich sein, neben den Fotos ein Kurz-Video aufzunehmen (ein sogenanntes Zoe), das über ein soziales Netzwerk getauscht und geteilt werden kann.

Darüber hinaus wartet das HTC-Gerät mit zwei Gigabyte Hauptspeicher und 32 Gigabyte Flash-Speicher in der Grundversion auf – Samsung liefert das S3 in der Basisversion mit einem GB RAM und 16 GB Flash-Speicher aus. Beide Geräte verfügen über die Android-Betriebssystemversion „Jelly Bean“ in der Version 4.1.2, über der bei HTC die proprietäre Erweiterung Sense und bei Samsung die selbstgestrickte Benutzeroberfläche TouchWiz liegt.

Bei der Display-Größe lassen die Taiwaner dem Rivalen aus Korea den Vortritt. Während das Galaxy S3 eine Bildschirmdiagonale von 4,8 Zoll aufweist, bleibt man beim HTC One bei 4,7 Zoll. Das HTC-Display wird allerdings komplett von einem Aluminium-Gehäuse umschlossen. Damit kontert HTC das Plastik-Image von Samsung.

Leider widersetzt sich auch HTC nicht der immer weiter um sich greifenden Unart, einen fest verbauten Akku zu verwenden und keinen Schacht für eine zusätzliche Speicherkarte vorzusehen.

HTC-Boss Peter Chou hofft nun, mit diesem Flaggschiff-Gerät im Modelljahr 2013 wieder Marktanteile zurückzugewinnen. In einem Interview mit dem Technik-Blog The Verge sagte Chou, man habe zwar schon in der Vergangenheit großartige Produkte mit einer Menge innovativer Merkmale gehabt, aber „wir haben es nicht geschafft, die Leute anzusprechen, die solche Produkte wirklich kennen und schätzen.“ Aus diesem Grund habe man die Marketingstrategie verändert.

Chou sagte im selben Interview, dass man an der proprietären Benutzeroberfläche Sense unbedingt festhalten wolle, denn sie ermögliche es, Innovationen im Softwarebereich zu realisieren. Der HTC-CEO nannte als Beispiel die Applikation BlinkFeed, die auf dem One in Sense integriert ist. BlinkFeed ist ein Nachrichten-Reader, der es dem Benutzer erlaubt, durch die aktuellen Nachrichten aus diversen Quellen zu blättern. Darüber hinaus sagte Chou, man bleibe neben Android auch Windows Phone als zweitem Betriebssystem-Standbein treu. Alternativen wie Ubuntu, Tizen oder Firefox OS erteilte er eine Absage: „Wir fokussieren uns nur auf Android und Windows.“

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