Meilensteine der Elektronik HP begann in Deutschland in einer Textilfabrik

Autor / Redakteur: Siegfried Gross * / Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter

Die Geschichte von Keysight geht über Agilent bis HP und den beiden Gründerväter William Hewlett und David Packard in ihrer Garage in Palo Alto. In Deutschland startete HP 1959 in einer Textilfabrik vertreten.

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Anfänge von HP: Die berühmte Garage in karlifonischen Palo Alto ist die Wiege von Hewlett Packard. Seit 1959 ist das Unternehmen auch in Deutschland vertreten.
Anfänge von HP: Die berühmte Garage in karlifonischen Palo Alto ist die Wiege von Hewlett Packard. Seit 1959 ist das Unternehmen auch in Deutschland vertreten.
(Bild: HP garage front.JPG / BrokenSphere/Wikimedia Commons / BY-SA 3.0)

In der 77-jährigen Geschichte unseres Unternehmens stand Relevanz immer im Mittelpunkt. Das geht zurück auf unsere Gründer William Hewlett und David Packard. Packard fasste dieses Konzept in einem einzigen Wort zusammen: „Beitrag“. Dieses Wort eines der Gründerväter des Silicon Valley bedeutet, dass jedes Unternehmen die Bedürfnisse seiner Kunden, seiner Mitarbeiter und seines Umfeldes erfüllen oder besser noch übertreffen sollte.

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Es mag vielleicht etwas ungewöhnlich klingen. Aber seit 1959 ist unser Unternehmen Teil der Branche in Deutschland. Damals hießen wir „HP GmbH“ und begannen unsere Produktion in einer 50 Jahre alten Textilfabrik in Böblingen. Gerade einmal fünf Mitarbeiter öffneten im September 1959 die Türen und lieferten nur zwei Monate später ihre ersten Produkte aus, zusammengebaut aus Bauteilen und Baugruppen, die aus Kalifornien angeliefert wurden. Einer Anekdote zufolge benutzten unsere Mitarbeiter einmal eine Bratpfanne auf einem Kohleofen als Lötbad, Zeichen für ihren Einfallsreichtum und ihre Improvisationsgabe.

Schnell kamen einheimische Führungskräfte

Bald wuchs das Personal auf 30 Personen, und zog einige Straßen weiter an einen neuen Standort. Weil sich das Unternehmen dauerhaft am Rand des Schwarzwalds ansiedeln wollte, baute man ein neues Firmengebäude mit 3000 m², das 1961 fertig gestellt wurde. Ursprünglich bestand die Firmenleitung aus Amerikanern. Doch bald wurde sie auf Weisung von Hewlett an einheimische Führungskräfte abgegeben. Ein solcher Schritt war in diesen Jahren sehr ungewöhnlich. Im Jahr 1965, kurz bevor die ELEKTRONIKPRAXIS das erste Mal erschien, stand am Standort Böblingen bereits ein zweites Gebäude, so dass man eine Fläche von 7500 m² zur Verfügung hatte. Mehr als 215 Mitarbeiter arbeiteten am neuen Standort und stellten 75 verschiedene Produkte für den europäischen Markt her: Signalgeneratoren, Frequenzzähler, Voltmeter, Oszilloskope, Stromversorgungen und X-Y-Schreiber.

Im Jahr 1966 gründete HP in Palo Alto, Kalifornien, die HP Labs als zentrales Entwicklungslabor. Damals arbeiteten die Forscher auf den Gebieten der Festkörperelektronik und der physikalischen Elektronik. Über 60 Prozent ihrer Arbeit war Grundlagenforschung, die das Potenzial bot, die wachsende Zahl der Produkte und Abteilungen der Firma zu befruchten, weitere 20 Prozent wurde von den Abteilungen selbst veranlasst.

In den folgenden Jahrzehnten hat unser zentrales Forschungslabor nennenswerte Beiträge für das Unternehmen und unsere Kunden erbracht. Eine der bedeutendsten Entwicklungen in der Messtechnik erschien 1975: der Hewlett-Packard Interface-Bus. Offiziell wurde diese Schnittstelle als „IEEE 488“ bezeichnet, der einfach nur „HP-IB“ hieß. Mit dieser Parallelschnittstelle ließen sich automatisierte Messplätze durch PCs oder Tischcomputer steuern, wie sie damals genannt wurden.

Nach einem großen Sprung sind wir 35 Jahre später im Jahr 2010: Damals gehörten wir zu Agilent. Das Entwicklungslabor für Messtechnik entwickelte eine Methode, Störsignale und Verzerrungen zu beseitigen, die vorher bei der Analog/Digital-Umsetzung regelmäßig auftraten. Das neue D/A-Wandler-Design wurde in einem High-End-Arbiträrsignalgenerator (AWG, Arbitrary Wave Generator) eingesetzt und brachte einen großen Fortschritt: Anders als bisher musste man in einem Arbiträrsignalgenerator jetzt keinen Kompromiss mehr zwischen Auflösung und Bandbreite eingehen.

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