Solarenergie-Markt

Hoher Ölpreis kurbelt Geschäft mit Solaranlagen an

11.06.2008 | Redakteur: Claudia Mallok

Solarwafer; Quelle: BSW-Solar/Sunways
Solarwafer; Quelle: BSW-Solar/Sunways

Über 7 Mrd. Euro will die deutsche Solarbranche in den Ausbau modernster Solarfabriken und rund 700 Millionen Euro in Forschung und Entwicklung investieren. Nach Einschätzung des Bundesverbandes Solarwirtschaft wird sich der Umsatz der Branche in Deutschland von rd. 7 Mrd. Euro im Jahr 2007 auf über 13 Mrd. Euro im Jahr 2010 nahezu verdoppeln.

Ganz im Zeichen dramatisch steigender Energiepreise steht in diesem Jahr die größte Solartechnikmesse der Welt INTERSOLAR, die mit über 1.000 Ausstellern vom 12. bis 14. Juni in München stattfindet. Nach Angaben des Bundesverbandes Solarwirtschaft (BSW-Solar) hat die Nachfrage nach Solaranlagen unter dem Eindruck des Ölpreisschocks in den letzten Wochen kräftig angezogen.

Bei Solarheizungen erwartet der Wirtschaftsverband in diesem Jahr ein Marktwachstum von 40%. Ursache für den Solarboom: Während sich der Ölpreis binnen eines Jahres verdoppelt hat, werden Solaranlagen immer preiswerter und schützen den Bürger vor steigenden Energiepreisen. Um die weltweit rasant steigende Solarenergie-Nachfrage zu befriedigen und Deutschlands Technologieführerschaft zu behaupten, will die deutsche Solarwirtschaft bis 2010 über 7 Mrd. Euro in den Ausbau modernster Solarfabriken und rund 700 Millionen Euro in Forschung und Entwicklung investieren. Zur weiteren Produktionskostensenkung wird unter anderem an der Optimierung der Solarzellenwirkungsgrade und Produktionsprozesse sowie der Verringerung des Materialeinsatzes geforscht.

Solarbranche prognostiziert eine Umsatzverdopplung bis 2010

Auf deutschen Dächern wurden in den letzten Jahren bereits 1,5 Mio.Solaranlagen zur Strom- und Wärmeerzeugung installiert, allein im letzten Jahr kamen über 200.000 Solaranlagen dazu. Der Umsatz der deutschen Solarwirtschaft wird sich nach Einschätzung des Bundesverbandes Solarwirtschaft von rd. 7 Mrd. Euro im Jahr 2007 auf über 13 Mrd. Euro im Jahr 2010 nahezu verdoppeln (Industrie und Zulieferer). Davon wird die Hälfte im Ausland erwirtschaftet. Die Anzahl der Beschäftigten in der deutschen Solarbranche wird von rund 58.000 im Jahr 2007 auf rund 80.000 steigen.

Einen zusätzlichen Marktschub erhofft sich die Solarbranche vom Inkrafttreten des letzte Woche im Deutschen Bundestag verabschiedeten Klimaschutzpaket der Bundesregierung. Im Rahmen zweier Gesetze sichert dieses die weitere Förderung der Solarenergie für die Stromerzeugung aus Photovoltaikanlagen und die solare Wärmeproduktion mit Solarkollektoren in Deutschland.

BSW-Solar Geschäftsführer Carsten Körnig: „Solarenergie schützt Verbraucher vor der Energie- und Klimakostenfalle, denn die Sonne stellt keine Rechnung. Attraktive Zuschüsse erleichtern den Umstieg auf Solarheizungen und Solarstromanlagen. Seit Jahresbeginn ist das Interesse an Solaranlagen deshalb sprunghaft gestiegen.“

Verband will Solarstrompreise für Verbraucher senken

Der Bundesverband Solarwirtschaft strebt an, die Solarstrompreise in spätestens sieben Jahren unter das Niveau konventioneller Stromtarife für den Verbraucher zu drücken. Solarwärme steht bereits heute an der Schwelle zur Wirtschaftlichkeit. Ab Mitte des kommenden Jahrzehnts werde auch Solarstrom vom eigenen Dach günstiger sein als fossil erzeugter Strom aus der Steckdose und damit zu einer Sicherung gegen die Strom-Kostenfalle. Langfristig werde Solarenergie 25 bis 30% des deutschen Strom- und Wärmebedarfs decken, so die Prognosen des BSW-Solar.

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