Studiengang Internet der Dinge Hochschule Aalen sucht den nächsten Steve Jobs

Redakteur: Franz Graser

Die Hochschule Aalen hat zum Wintersemester 2015/16 den Studiengang „Internet der Dinge“ ins Leben gerufen. In Zusammenarbeit mit der Hochschule für Gestaltung in Schwäbisch Gmünd sollen den Studierenden sowohl technische als auch gestalterische Inhalte vermittelt werden.

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Der Marktplatz der einstigen Römerstadt Aalen. Mit dem Studiengang „Internet of Things“ an der dortigen Hochschule soll ein neues Kapitel der Technikgeschichte Aalens aufgeschlagen werden.
Der Marktplatz der einstigen Römerstadt Aalen. Mit dem Studiengang „Internet of Things“ an der dortigen Hochschule soll ein neues Kapitel der Technikgeschichte Aalens aufgeschlagen werden.
(Bild: Historisches Rathaus mit Marktbrunnen (beschnitten) / Memorino/Wikimedia Commons / BY 3.0)

Baden-Württemberg ist bekanntermaßen ein Land der Erfinder und Tüftler. Eine ganz besondere Eigenschaft des Südwestens ist es gerade, sich immer wieder neu zu erfinden. Gerade in und um Aalen ist die Metallverarbeitung und Verhüttung von Eisenerz seit 1365 bezeugt – ein Standort, an dem sich industrielle Tradition und Innovation immer wieder gegenseitig befruchtet haben.

Der Studiengang „Internet der Dinge“ an der Hochschule Aalen, der mit dem aktuellen Wintersemester aus der Taufe gehoben wurde, soll die Grundlage für eine erneute Innovationswelle bilden. Die Spezialität des Studiengangs ist die Verbindung zwischen technischen und gestalterischen Fähigkeiten. Zielstellung ist es, nicht nur die Technik, sondern auch die Funktionalität, das Anwendungskonzept sowie die Benutzerfreundlichkeit der Produkte in den Fokus zu stellen.

Hierfür wurde eine Kooperation zwischen der Hochschule Aalen und der Hochschule für Gestaltung in der Nachbarstadt Schwäbisch Gmünd geschlossen. Die Studierenden sollen je ihrem Interesse technische oder gestalterische Unterrichtsmodule wählen können. Die Hochschule Aalen verantwortet die technischen Inhalte. Die gestalterischen Themen werden in enger Kooperation mit den Designern aus Schwäbisch Gmünd vermittelt.

In Gruppenprojekten sollen die Studierenden digitale Produkte von der Idee bis zur Markteinführung mit Kreativität und im Team mit Designern begleiten. Sie werden angeleitet, systematisch und kreativ neue digitale Applikationen zu finden und die Benutzerschnittstellen unter besonderer Berücksichtigung der Funktionalität und Bedienbarkeit zu entwerfen.

Neben technischen Inhalten wie Mathematik, Physik, Programmierung, IT-Sicherheit und Internetprotokollen stehen deshalb im ersten Semester auch Design-Grundlagen auf dem Stundenplan. Themen wie Produktgestaltung und Innovationsmanagement und Kreativität vertiefen diese Schwerpunkte.

Der Aalener Professor Heinz-Peter Bürkle, der als einer der geistigen Väter des Studiengangs gelten darf, hatte von Anfang an betont, dass es beim Internet der Dinge stets auch um den Menschen gehen müsse: „Es kommt darauf an, dass der Mensch trotz aller Technik im Mittelpunkt steht und nicht überfordert wird“, sagte Bürkle gegenüber der Aalener Regionalzeitung Schwäbische Post.

Informationen über den Studiengang sind auf der Website der Hochschule Aalen zu finden. Bis jetzt, so der Professor gegenüber den regionalen Medien, ist das Interesse an dem Studiengang sehr rege. Und wer weiß, vielleicht erfüllt sich ja die Hoffnung des Hochschullehrers, die er gegenüber der Waiblinger Kreiszeitung äußerte: „So ein kleiner Steve Jobs an der Hochschule, das wär's.“

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