Virtuelle Realität

Hochauflösendes OLED-Mikrodisplay mit 13 mm x 21 mm

| Redakteur: Hendrik Härter

Ein hochauflösendes OLED-Mikrodisplay haben Forscher des Fraunhofer FEP zusammen mit Partnern entwickelt. Eingestzt werden soll das Modul beispielsweise für VR-Anwendungen.
Ein hochauflösendes OLED-Mikrodisplay haben Forscher des Fraunhofer FEP zusammen mit Partnern entwickelt. Eingestzt werden soll das Modul beispielsweise für VR-Anwendungen. (Bild: FEP / Juergen Loesel)

Ein OLED-Mikrodisplay mit Auflösungen von 1200 × 1920 (WUXGA) und Pixelgrößen von 11 µm × 11 µm haben Forscher des Fraunhofer FEP aus Dresden mit Partnern entwickelt. Einsetzen lässt sich das Display in VR-Anwendungen.

Wenn es um passgenaue OLED-Mikrodisplays geht, ist das Fraunhofer FEP aus Dresden ein kompetenter Ansprechpartner. Im Rahmen des EU-geförderten Horizon-2020-Projektes LOMID (= Large cost-effective OLED microdisplays and their applications) entwickeln die Wissenschaftler des Fraunhofer FEP als Konsortialführer eine neue Generation von großflächigen OLED-Mikrodisplays. Diese fokussieren sowohl Anwendungen für die virtuelle (VR) sowie erweiterte Realität (Augmented-Reality), wobei letztere innerhalb des Projektes in Prothesen zur Unterstützung visuell beeinträchtigter Menschen getestet werden.

Innerhalb des LOMID-Projektes sollen kostengünstige und effiziente flexible OLED-Mikrodisplays in Größe von 13 mm × 21 mm mit einer Bilddiagonale von 24,9 mm bei gleichzeitig Ausbeuteraten von >60 Prozent entwickelt und gefertigt werden.

Erste Prototypen eines solchen OLED-Mikrodisplays wurden bereits hergestellt: Die Forscher haben ein robustes silizium-basiertes Chip-Design entwickelt, welches Auflösungen von 1200 x 1920 (WUXGA) mit Pixelgrößen von 11 µm x 11 µm für eine Pixeldichte von 2300 ppi und die hochzuverlässige Fertigung der Backplane ermöglicht.

Mike Thieme, Projektmanager bei LOMID-Partner X-FAB, erläutert: „Es wurden sehr wirtschaftliche Prozesse, beispielsweise auf 0,18- und 0,35-µm-Lithographie, in der CMOS-Foundry entwickelt. Spezielles Augenmerk wurde dabei auf die Schnittstelle zwischen der Deckelektrode der CMOS-Backplane und den nachfolgenden OLED-Schichten gelegt. Um die Kosten der CMOS-Fertigung niedrig zu halten, wurden die Grenzen einer Vielzahl von Designregeln ausgeschöpft.“

Ein Biegeradius von 50 mm

Neben Entwicklung und Fertigung soll im Projekt LOMID das Thema Biegbarkeit der OLED-Mikrodisplays angegangen werden. Dazu wollen die Forscher einen Biegeradius von 50 mm erreichen. Gleichzeitig muss die gesamte Haltbarkeit des Displays bei Biegung beibehalten werden, die vergleichbar mit derer von starren Bauelementen ist. Erzielt werden soll das durch eine verbesserte Stabilität der OLED und durch die Veränderung der Verkapselung. Gleichzeitig müssen dabei sehr stringente Barriereanforderungen (WVTR < 10-6 g/d m²) eingehalten werden sowie ein ausreichender mechanischer Schutz des Bauelementes gewährleistet sein.

Präsentiert wird das OLED-Mikrodisplay auf der Konferenz des SID-Mid-Europe Chapter Spring Meetings vom 13. bis 14. März 2017 in Dresden.

Weiterführende Informationen zum Projekt LOMID

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Das hört sich sehr spannend an. Interessant wird es, wenn man Schwärme dieser Displays mit...  lesen
posted am 10.01.2017 um 21:13 von Unregistriert


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