Display-Bonding: Data Modul bietet UV-beständiges Gel-Bonding an

| Redakteur: Hendrik Härter

Am Produktionsstandort Weikersheim bietet Data Modul seinen Kunden das Gel-Bonding-Verfahren an.
Am Produktionsstandort Weikersheim bietet Data Modul seinen Kunden das Gel-Bonding-Verfahren an. (Bild: Data Modul)

Der Display-Spezialist Data Modul bietet mit dem sogenannten Gel-Bonding ein viertes Verfahren an, um Displays zu bonden. Das Verfahren bietet verschiedene Vorteile.

Neben den bisherigen Bonding-Techniken AirGap, LOCA und OCA nimmt Data Modul das vierte Verfahren am Produktionsstandort Weikersheim auf: Gel-Bonding. Notwendig wurde das zusätzliche Verfahren insbesondere bei der Weiterbearbeitung rahmenloser Displays. Diese haben keinen Metalbezel und können deshalb nur sehr aufwendig im LOCA-Verfahren mittels Damm abgedichtet werden.

Bei der Flüssigverklebung dringt bauartbedingt auch bei größter Sorgfalt Kleber in das Display. Ebenfalls die Trockenverklebung mit OCA ist bei einem rahmenlose Display (Frameless Display) nicht anwendbar, denn weder Sensor/Glas noch Display können via Rolllamination aufgebracht werden. Zudem setzen viele Industriekunden für Applikationen in der Außenanwendung mit direktem Sonnenlicht auf ebenfalls rahmenlose MIP- und Blanview-Displays. Das Klebeband des AirGap-Bondings kann nur schwer aufgebracht werden und wenn, dann entstehen durch den erzeugten Luftspalt zusätzliche Reflexionskanten und daraus resultierend optische Verluste.

Verklebte Displays sind UV-beständig

Die Vorteile des Gel-Bondings sind unter anderem eine hohe UV-Beständigkeit. Das verwendete Polyarylat-Material ist hochwertiger als das bisherige Silikon.
Die Vorteile des Gel-Bondings sind unter anderem eine hohe UV-Beständigkeit. Das verwendete Polyarylat-Material ist hochwertiger als das bisherige Silikon. (Bild: Data Modul)

Das Gel-Bonding bietet verschiedene Vorteile: Die Verklebung ist sehr UV-beständig und bestens für Außenanwendungen geeignet. In Verbindung mit einem rahmenlosen Display, beispielsweise Ortustech und die Blanview-Technik, ist eine Temperaturbeständigkeit von -30 bis 80 °C gegeben, abhängig von den eingesetzten Materialien. Data Modul verwendet das hochwertige Polyarylat-Material, anstatt des weit verbreiteten und kostengünstigeren Silikons, da das Gel eine signifikant höhere Adhäsionsfähigkeit und UV-Beständigkeit als Silikon aufweist.

Gelpads werden auf die Größe der Displayoberfläche zugeschnitten und können projektspezifisch angepasst werden. Je nach Displaykonstruktion werden die Pads in unterschiedlicher Stärke verwendet. Rahmenlose Displays benötigen Pads mit Dicken von 0,1 bis 1 mm. Displays mit umlaufendem Rahmen unterhalb des Polarizers benötigen dickere Pads, um auch den Rahmen mitbonden zu können. Der Zuschnitt wird via Rollamination auf die Toucheinheit (Glasscheibe inkl. Touchsensor ) aufgebracht.

Anschließend wird die Toucheinheit im innerhalb der Bondingmaschine herrschenden Vakuum auf das Display gelegt. Die mechanische Belastung für die Displayoberfläche ist dabei unkritisch, deshalb kann jede Art von Glasscheibe und Touchtechnik verwendet werden. Der Prozess wurde bei Data Modul im vierten Quartal 2017 evaluiert, Kundenaufträge mit rahmenlosen Displays sind bereits auf das Verfahren umgestellt. Auf den bestehenden Anlagen sind Diagonalen von 1,3 bis 14 Zoll realisierbar, mobile Applikationen mit runden Memory-in-Pixel-Displays werden ebenfalls im Gel Verfahren gebondet.

Investitionen in Reinraum

Welches Bondingverfahren zum Einsatz kommt, hängt von den Komponenten und der verwendeten Technik im Projekt ab und wird direkt mit dem Kunden abgestimmt. Data Modul kann jetzt aus vier Bonding-Verfahren wählen. Für 2018 plant das Unternehmen, weiter Geld in die Erweiterung des Reinraums zu investieren. Dazu wird der Maschinenpark zur Kapazitätssteigerung aufgestockt und es soll voraussichtlich im dritten Quartal 2018 ein weiteres Bondingverfahren etabliert werden.

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